Die Verantwortlichen des HSV haben ein ernüchterndes Fazit ihrer Bemühungen auf dem Transfermarkt gezogen. Allen voran Vorstands-Boss Heribert Bruchhagen gibt sich selbstkritisch: „Die Transferperiode hat gezeigt, dass wir nicht alles umsetzen konnten, was sportlich wünschenswert gewesen wäre“, zitiert ihn „Bild“. Grund seien wirtschaftliche Zwänge gewesen: „Wir bewegen uns im Rahmen unserer Möglichkeiten. Die Gesamt-Betrachtung hat nicht zugelassen, mehr zu investieren.“ Auch Jens Todt hat ein Risiko ausgemacht: „Wir haben einen der kleinsten Kader der Bundesliga“, so der Sportchef.

Das lief gar nicht rund für die Hamburger Profis in der WM-Qualifikation: Albin Ekdal verlor mit Schweden in Bulgarien 2:3, der Mittelfeldspieler des HSV wurde in der 70. Minute ausgewechselt. Kyriakos Papadopoulos kam mit den Griechen nicht über eine Nullnummer zu Hause gegen Georgien hinaus, in der 66. Minute verließ er den Platz. Übrigens: Für „Papa“ kam Konstantinos Stafylidis, dessen Wechsel von Augsburg zum HSV heute endgültig geplatzt war.

Beim HSV sah er für sich keine Perspektive, daher ließ sich Finn Porath gleich für zwei Jahre zur SpVgg. Unterhaching verleihen. Beim Drittligisten freut man sich über den 20-Jährigen. „Finn ist ein exzellent ausgebildeter Offensivspieler, der die Qualität der Mannschaft insgesamt anheben wird“, sagte Trainer Claus Schromm. Such Porath selbst freut sich auf die Herausforderung: „Der Schritt aus dem Norden nach Bayern bietet mir die Chance, in einer erfolgreichen Drittligamannschaft wichtige Entwicklungserfahrungen zu machen. Die Gespräche mit Sportchef Manfred Schwabl und Claus Schromm haben mir richtig Lust darauf gemacht.“

Finn Porath (r.) mit Unterhachings Trainer Claus Schromm.

Die U21 des HSV hat das Testspiel bei Zweitliga-Aufsteiger Holstein Kiel trotz einer couragierten Leistung mit 1:3 (0:2) verloren. Das Tor für die „Rothöschen“ erzielte Tatsuya Ito, der gestern Abend in Timmendorf beim 7:0 der Profis gegen Strand 08 eingewechselt worden war.

Wegen des geplatzten Transfers von Linksverteidiger Konstantinos Stafylidis rechnet Augsburgs Manager Stefan Reuter mit den Verantwortlichen des HSV ab. Warum der Wechsel nicht zustande gekommen sei? „Weil der HSV für mich in der Situation ein ganz komischer Verein ist und ich manchmal den Eindruck habe, da weiß die eine Hand nicht, was die andere tut“, zitiert ihn „Bild“. Ob er das näher erläutern wolle? „Das könnte ich, aber ich lasse das einfach mal so stehen. Ich finde, wenn ich wirklich Interesse an einem Spieler habe, dann gehe ich anders vor. Das hat mir alles einen unstrukturierten Eindruck gemacht, da geht man gezielter vor“, so Reuter.