Sechstes Spiel, fünfte Niederlage! Nach dem 2:4 (2:0) gegen Curslack-Neuengamme steht die „Dritte“ des HSV weiter auf dem letzten Tabellenplatz der Oberliga. Bis zur 52. Minute führte der Aufsteiger durch Tore von Dimitrij Rikspun und Emre Yasar mit 2:0, ehe die Gäste die Partie noch drehen konnten.

Vor einer Woche in Köln (3:1) blieb Dennis Diekmeier auch in seinem 183. Bundesliga-Spiel ohne Treffer. Der Rechtsverteidiger des HSV hat damit Markus Schuler überholt und führt die Rangliste der Torlos-Kicker mit den meisten Einsätzen im Oberhaus an. Der Sportwettenanbieter „Tipico“ lässt die Fans nun darauf wetten, ob Diekmeier seine Flaute in der laufenden Saison beendet. Gelingt dem 27-Jährigen ein Tor, wird das 2,2-fache des Einsatzes ausgezahlt. Wer darauf setzt, dass er ohne Treffer bleibt, bekommt aktuell die Quote 1,6 vom Buchmacher geboten.

Mit Konstantinos Stafylidis (Augsburg) und Jerome Roussillon (Montpellier) gab es zwei heiße Kandidaten auf einen Transfer, eine Einigung erzielte Jens Todt aber letztlich nicht. Warum eigentlich? „Es ist richtig, dass wir eigentlich noch einen linken Verteidiger verpflichten wollten, da wir mit Matthias Ostrzolek auch einen Abgang auf dieser Position hatten“, gestand der Sportchef ein, erklärte aber: „Allerdings wollten wir nur Dinge machen, von denen wir vollkommen überzeugt sind. Auf dieser Position haben sich ein bis zwei Möglichkeiten finanziell nicht realisieren lassen. Das kann passieren. Das wirft uns nicht um. Wir fühlen uns trotzdem gut aufgestellt für die Saison.“

Die Generalprobe für das erste EM-Qualifikationsspiel am Dienstag gegen Kosovo hat die deutsche U21 gründlich verpatzt. Und auch für Debütant Luca Waldschmidt lief es alles andere als rund. Der HSV-Stürmer erzielte beim 1:2 gegen Ungarn zwar ein Tor, wegen Abseits wurde es aber aberkannt. In der 63. Minute wurde der 20-Jährige ausgewechselt, für ihn kam der Bremer Johannes Eggestein, der den Anschlusstreffer erzielte und auch sonst überzeugte. Hat Waldschmidt damit seinen Platz im Team schon verloren?

Der HSV hat seinen Kader zumindest ein wenig ausgedünnt, vor allem, um den Gehaltsetat zu reduzieren. Ein Risiko? Die Verantwortlichen sehen es positiv. „Eine kleine Gruppe zu haben, kann eine große Chance sein“, stellte Sportchef Jens Todt fest. Er setzt auf den Teamgeist: „Wir haben in den letzten Monaten bereits mehrfach einen richtig guten Zusammenhalt bewiesen, den wollen wir uns bewahren. Und wir wollen ein richtig verschworener Haufen sein.“

Beim HSV startete er durch, stand gleich in den ersten beiden Bundesligaspielen gegen Augsburg (1:0) und in Köln (3:1) als Linksverteidiger in der Startelf. Nun hofft Rick van Drongelen auf ein ähnliches furioses Debüt für die U21 der Niederlage, die in der EM-Qualifikation auf England trifft. Der 18-jährige Hamburger steht in der Startelf und spielt zentral in der Viererkette.

Der HSV verzichtete auf Last-Minute-Einkäufe, während viele Konkurrenten auf den letzten Drücker noch einmal tätig wurden. Sportchef Jens Todt kämpft darum,  den Transferschluss künftig vorzuverlegen. „Wir sind absolut dafür, das Transferfenster früher zu schließen und würden auch jeden Vorstoß unterstützen, der dazu führen würde. Oft muss man auf bestimmte Reaktionen des Marktes warten, um selbst zu reagieren. Deswegen lassen sich Dinge manchmal erst spät realisieren. Diese Mechanismen wird es immer geben. Wir sind aber dafür, dass das Transferfenster schließt, bevor die Bundesliga beginnt. Wir wissen, dass es beispielsweise in England gerade diskutiert wird. Wir würden es sehr begrüßen“, wird Todt auf der Internetseite des Vereins zitiert.