Nach einem Kurzeinsatz in Hannover (0:2) durfte Sejad Salihovic gegen Dortmund bereits von Beginn an für den HSV ran. „Für mich war es positiv, dass ich so schnell Einsatzzeiten bekommen habe. Es war nicht zu erwarten, dass ich nach einer Woche schon in der Startelf stehe. Ich habe zuvor vier Monate nicht gespielt. Ich denke, dafür habe ich es ordentlich gemacht. Ich habe viel gearbeitet, bin fit“, sagte er der „Bild“. Sein Vertrag in Hamburg läuft bis Saisonende, doch der 32-jährige Bosnier ist offen für mehr: „Ich will noch länger auf hohem Niveau spielen. Erst mal müssen wir aber mit der Mannschaft eine gute Saison spielen. Alles andere kommt von alleine. Man muss Gas geben, hart arbeiten und Leistung bringen. Dann wird man im Leben belohnt.“

Bayer Leverkusen kann am Sonntag gegen den HSV erstmals auf den argentinischen Stürmer Lucas Alario setzen. Ein Richter des Weltverbandes FIFA hat heute in einem Eilverfahren dem 19-Millionen-Euro-Mann die Spielberechtigung erteilt. Die bisherige Verweigerung durch Alarios Ex-Klub River Plate Buenos Aires und des argentinischen Verbands sei nicht rechtens gewesen. „Wir sind froh, dass die Angelegenheit endlich zu den Akten gelegt werden kann“, sagte Leverkusens Sportchef Rudi Völler.

Drei Niederlagen in Folge stehen für den HSV zu Buche, dabei gelang der Mannschaft von Markus Gisdol kein einziges Tor. Bitter, findet der Hamburger Trainer, denn mit dem Auftreten seines Teams ist er durchaus zufrieden. Wir gewinnen die Bälle schon gut, packen zu. Aber der letzte Pass, die letzte Entscheidung, da fehlt uns noch die Entschlossenheit, die Situation auch mal konsequent abzuschließen.“ Wie Gisdol solche Situationen erlebt? „Da stehe ich draußen und denke: Der Ball muss jetzt eigentlich kommen – und dann kommt er nicht! Daran werden wir weiter arbeiten.“

Tatsuya Ito kam gegen Dortmund zwar nicht zum Einsatz, stand aber erstmals im 18-Mann-Kader der HSV-Profis und bleibt bei Markus Gisdol unter Beobachtung, wie der Trainer versicherte. „Das ist ein interessanter Spieler. Wenn es eng ist im Kader, haben die Jungs die Chance, sich in den Vordergrund zu spielen. Im Training hat er das gut gemacht und ich traue ihm zu, auch auf Einsätze zu kommen. Das hängt von unserer Personalsituation ab. Ito macht einen erfrischenden Eindruck, das ist schön zu sehen“, sagte Gisdol über den 20-jährigen Japaner.

Der DFB hat Dr. Robert Kampka als Schiedsrichter für die Partie des HSV am Sonntag bei Bayer Leverkusen angesetzt. Der 35-jährige Mediziner aus Görlitz leitete bislang ein Spiel mit Hamburger Beteiligung, nämlich das 0:4 gegen RB Leipzig am 17. September 2016. Auch Leverkusen hat bislang keine positiven Erinnerungen an Referee Kampka, die Werkself verlor am 8. April in Leipzig mit 0:1.

Noch nicht lange her, da hatte sich Berti Vogts über den HSV und Markus Gisdol ausgelassen. Nach der Niederlage gegen Leipzig (0:2) polterte der Ex-Bundestrainer in einer Kolumne: „Es wird oft zu viel gejammert. Insbesondere beim HSV. Da beklagt der Trainer, man habe nicht genügend Zeit nach der Länderspielpause, um die Mannschaft vorzubereiten. Die Ausreden sind mir zu einfach, zu primitiv. Da sollte man lieber seine Hausaufgaben machen und sich überlegen: Was habe ich als Trainer falsch gemacht?“ Als Gisdol heute auf die Personalsorgen vor dem Dortmund-Spiel angesprochen wurde, reagierte der HSV-Coach süffisant: „Ich nehme das Thema gar nicht mehr auf – sonst sagt Berti Vogts wieder, wir suchen irgendwelche Ausreden. Das machen wir sicher nicht.“