In den letzten vier Spielen musste er gleich zehnmal hinter sich greifen, doch Torwart Christian Mathenia gab sich nach dem 0:3 in Leverkusen kämpferisch: „Die letzten vier Spiele mit 0:10 Toren sind natürlich deprimierend, gerade für mich als Keeper. Aber es geht nur als Mannschaft da wieder heraus. Wir haben jetzt das Derby vor der Brust und können dort einiges wieder gutmachen – besonders im Hinblick auf die Fans. Für das Derby heißt es: Ärmel hochkrempeln, Brust raus! 

Am Ende war das Ergebnis deutlich, aber es gab durchaus auch Punkte, bei denen die Hamburger besser als die Leverkusener waren. So wurden zum Beispiel mehr Zweikämpfe gewonnen und auch mehr Pässe kamen beim HSV an. Hier die Daten zum Spiel in Leverkusen. 

Die Fakten beim HSV klingen düster: In den letzten vier Spielen gelangen null Tore, dafür kassierten die Rothosen zehn Gegentreffer. Nach der Klatsche in Leverkusen zog Coach Markus Gisdol  dennoch ein versöhnliches Fazit: „Wenn man gegen ein so konterstarkes Team in Rückstand gerät, ist es immer schwer zurückzukommen. Wir haben unsere Chancen leider nicht genutzt. Insgesamt war es ein verdienter Sieg für Bayer.” Gleichzeitig legte Gisdol aber zügig den Fokus auf die nächste Aufgabe: „Wir müssen das jetzt schnell aufarbeiten und uns auf das Nordderby gegen Bremen konzentrieren.“

Die bittere Klatsche in Leverkusen ging auch Jens Todt nahe. Dennoch fand der Sportchef positive Ansätze. „Wir habe  es in den ersten 20 Minuten ähnlich gemacht wie gegen Dortmund. Danach haben wir es aber dem Gegner mit zu einfachen Fehlern viel zu leicht gemacht.” Hoffnung macht ihm aber, dass „wir als Team anders auftreten, als in vielen Phasen der letzten Saison. Jetzt müssen wir unsere Punkte gegen andere Teams holen.“

Auch Markus Gisdol war vor dem Anpfiff in Leverkusen bei Sky zu Gast. Sein Statement: „Wir treffen wieder auf einen Gegner, der versuchen wird, uns sehr stark unter Druck zu setzen. Darauf sind wir vorbereitet“, sagte der HSV-Coach. Und zur Offensive seines Teams: „Ich glaube, dass wir uns die eine oder andere Chance mehr als zuletzt gegen Dortmund erspielen werden.“

Vor dem Duell mit dem HSV hat sich Heiko Herrlich bei Sky zu Wort gemeldet. „Wir rotieren durch, damit wir Spieler mit Frische im Kopf auf dem Platz haben“, erklärte Leverkusens Trainer, warum er sein Team im Vergleich zur Partie in Berlin (1:2) gleich auf sechs Positionen verändert. Kapitän Lars Bender hat es gar nicht in den 18-Mann-Kader geschafft.

Zum ersten Mal in der laufenden Saison setzt Markus Gisdol in zwei Spielen hintereinander auf die selbe Startelf. Wie schon zuletzt gegen Dortmund (0:3) steht Christian Mathenia im Tor, Dennis Diekmeier, Kyriakos Papadopoulos, Mergim Mavraj und Gotoku Sakai bilden die Abwehrkette, davor sollen Walace, Gideon Jung und Sejad Salihovic abräumen. André Hahn, Bobby Wood und Lewis Holtby sind das Offensiv-Trio.