Weil der SC Freiburg zu Hause gegen den nächsten HSV-Gegner Schalke (1:1) verlor, kletterte der Liga-Dino durch das 3:1 über den VfB Stuttgart um einen Platz nach oben und steht nur als 15. im Klassement über dem Strich. Der Vorsprung auf die Breisgauer beträgt zwei Punkte, Werder ist als Vorletzter fünf Zähler hinten dran, Köln acht Punkte. Doch der FC spielt morgen (15.30 Uhr) gegen 1899 Hoffenheim.

Nach dem Abpfiff wurde Fiete Arp ein Maulkorb verpasst, mit den Reportern in der Mixed-Zone durfte der 17-jährige HSV-Stürmer nach seinem Gala-Auftritt nicht sprechen. Stattdessen schickte der Klub ein von einem Mitarbeiter der Medienabteilung des Vereins geführtes Interview.

Fiete, Du hast nach dem Berlin-Spiel gesagt, dass Du es nicht magst, wenn Dir jemand nach einer Niederlage zu Deinem Tor gratuliert. Nimmst Du die Glückwünsche diesmal an?

Ja, sehr gerne. Das war ein geiles Spiel. Ich bin überglücklich, dass wir endlich wieder drei Punkte geholt haben.

Wie hast Du Deinen ersten Startelf-Einsatz im Volksparkstadion empfunden?

Die Kulisse war ja beim Aufwärmen schon krass. Ich habe versucht entspannt zu bleiben. Aber ganz ehrlich, das ist mir nicht gelungen, ein bisschen Nervosität war dann vor dem Spiel schon da.

Die war spätestens beim Tor weg. Wie hast Du das erlebt?

In der Halbzeitpause habe ich mir noch gedacht, wie geil es wäre, meinen ersten Treffer im Volksparkstadion direkt vor der Nord zu erzielen. In der Situation selber hatte ich dann den Ball im Strafraum, als „Dieki“ an mir vorbei gezogen ist und laut geschrien hat. Ich habe auch kurz überlegt, ihn anzuspielen. Aber durch seinen Laufweg ist mein Gegenspieler etwas zur Seite, weshalb sich eine Lücke aufgetan hat.

Und die hast Du genutzt!

Die Jungs sagen immer zu mir, dass ich mir die Torschüsse im gefährlichen Raum nehmen soll. Deshalb habe ich abgezogen. Der Ball rollte noch ewig lange und ich dachte schon, er geht nur an den Pfosten und raus. Aber er ist rein gesprungen und die Nordtribüne ist explodiert. Das war ein übertrieben guter Moment.

Mit den „Jungs“ meinst Du Deine Mitspieler. Haben sie Dich gut aufgenommen?

Absolut. Ich werde total gut unterstützt, gerade auch von den gestandenen Spielern und sogar von Mitspielern wie Schippo und Bobby, die auf der gleichen Position spielen. Bobby hat mir zum Beispiel heute vor dem Spiel noch Tipps gegeben und war auch nach dem Spiel einer der ersten Gratulanten.

Das Interesse um Deine Person ist riesig. Wie nimmst Du das wahr?

Das ist mir ehrlich gesagt schon etwas unheimlich. Ich möchte mich momentan einfach nur auf den Fußball konzentrieren. Ich habe hier eine riesige Chance und freue mich total, dass ich jetzt ein fester Bestandteil des Bundesligakaders bin und wir heute auch noch gewonnen haben. Das darf gerne noch lange so weitergehen.

Der Traum vom Aufstieg in die Premier League rückt für Leeds United mit HSV-Leihgabe Pierre-Michel Lasogga in immer weitere Ferne. Am Abend unterlag das Team beim FC Brentford mit 1:3 (0:1). Der Hamburger Angreifer stand in der Startelf, wurde aber schon zur Halbzeit ausgewechselt.

Einfach Wahnsinn, diese Junge! Nach seinem Premieren-Treffer in Berlin legte der 17-jährige Fiete Arp bei seinem Startelfdebüt gleich sein erstes Heimtor für den HSV nach. Jünger bei ihrem zweiten Tor waren in der Bundesliga-Geschichte nur Christian Pulisic und Timo Werner. Nach Arps traumhaften Treffer vor der Nordtribüne zum 3:1 explodierte das komplette Volksparkstadion. Ein Gänsehautmoment für die Fans – und den Teenager, der den HSV so glücklich macht! Echt arpgefahren …

Foto: dpa

Trainer Markus Gisdol sagte nach dem erlösenden Sieg gegen Stuttgart: „Wir haben den Auftrag, die jungen Burschen zu entwickeln und einzubauen. Ito und Arp zeigen die Dinge, die wir im Training von ihnen sehen. Das freut mich natürlich. Aber auch die etablierten Spieler haben heute eine gute Leistung gebracht. Und sie unterstützen die jungen Spieler. Es war insgesamt ein verdienter Sieg.“

Nach dem Sieg gegen Stuttgart war bei den HSV-Profis die Erleichterung zu spüren. „Wir haben den Gegner sehr gut bewegt und in den richtigen Moment zugestochen“, sagte Torwart Christian Mathenia. „Wir leben wieder!“ 1:0-Torschütze Aaron Hunt meinte: “ Wir haben heute als Team ein tolles Spiel gemacht – jeder von uns. Wir haben alle Räume gut besetzt und funktioniert.“