MOPO-Reporter Philipp Simon hat heute Fiete Arps Heimatort Wahlstedt im Kreis Segeberg besucht, dort mit seinem Vater Falko, dem Bürgermeister, Freunden der Familie sowie dem Leiter der Fußballsparte des SV Wahlstedt gesprochen. Fazit: Alle sind verdammt stolz auf ihren Fiete! Die schöne Reportage gibt es am Mittwoch in der MOPO zu lesen!

Foto: Witters

Klaus-Michael Kühne droht damit, kein Geld mehr in die HSV Fußball AG zu investieren, wenn die Zusammensetzung des künftigen Aufsichtsrates nicht seinen Vorstellungen entspricht. Jens Meier, Präsident des HSV e.V. und Ratsmitglied, sagt dazu: „Wir äußern uns zu den Diskussionen rund um die Kandidaten für den Aufsichtsrat nicht, da der interne Auswahlprozess noch nicht beendet ist.“ Explizit zu den auch ihn betreffenden Äußerungen von Kühne sagt Meier: „Wir reden intern miteinander und nicht extern übereinander.“ Der Milliardär hatte in einer Mitteilung moniert, dass der Aufsichtsrat diesmal nicht aus unabhängigen Persönlichkeiten mit Führungs- und Wirtschaftskompetenz bestehen könnte, sondern aus „größtenteils vereinsabhängigen Personen, die einseitig von Vereinspräsident Jens Meier nach Anhörung eines Beirats bestimmt werden sollen.“ Aus diesem Grund habe sich sein Vertrauter Karl Gernandt entschlossen, „einem solchen Aufsichtsrat nicht mehr anzugehören“.

Neuer Zoff um den Investor: Klaus-Michael Kühne hat sich mit einer klaren Forderung an den HSV gewandt, die als Drohung zu verstehen ist: „Ich erkläre hiermit, dass ich der HSV Fußball AG zukünftig nur dann eine finanzielle Unterstützung gewähren werde, wenn sie über den von mir befürworteten, unabhängigen und kompetenten Aufsichtsrat verfügt (…)“ Die AG-Hauptversammlung steigt am 18. Dezember. Kühnes Interessenvertreter im Kontrollgremium des HSV ist Karl Gernandt, Präsident der Kühne Holding AG. Der war von Juli 2014 bis Dezember 2016 Aufsichtsratsvorsitzender beim HSV, rückte dann ins zweite Glied. Derzeit besteht der Rat aus Rechtsanwalt Andreas C. Peters (Vorsitzender), Wirtschaftsmanager Felix Goedhart, dem Präsidenten des HSV e.V. Jens Meier, Bau-Unternehmer Dieter Becken, dem Klitschko-Manager Bernd Bönte und Gernandt. Bönte hat seinen Rückzug angekündigt – Gernandt könnte ihm nun folgen. Als Kandidaten werden Ex-HSV-Profi Marcell Jansen, Jens Luther, Vorstandsvorsitzender der Hanseatischen Krankenkasse HEK, und Karl J. Pojer, Chef von Hapag-Lloyd Cruises, gehandelt.

Hier Kühnes gesamte Mitteilung im Wortlaut:

„Ich war Befürworter der unter dem Namen „HSVPlus“ vor ca. drei Jahren gestarteten Initiative, die vor allem von den Herren Otto Rieckhoff und Karl Gernandt erfolgreich umgesetzt wurde. Sie hatte u.a. zum Gegenstand, dass bei Gründung der HSV Fussball AG ein von den Initiatoren selbst bestimmter Aufsichtsrat eingesetzt wurde, der aus sechs Personen bestand. Karl Gernandt wurde damals Aufsichtsratsvorsitzender. Aus vielerlei Gründen hat “HSVPlus“ nicht das erhoffte Ergebnis gebracht. Der HSV kämpfte auch in den vergangenen Jahren wieder gegen den Abstieg, dem er zumeist knapp entronnen ist. Ende vergangenen Jahres wurde der vom Aufsichtsrat zwei Jahre zuvor bestellte Vorstandvorsitzende Dietmar Beiersdorfer durch Heribert Bruchhagen ersetzt. Letzterer verpflichtete Jens Todt als Sportdirektor. Diese Herren waren im Kampf gegen den Abstieg erfolgreich, schafften es aber nicht, die Mannschaft zur Saison 2017/18 so zu verbessern, dass sie sich in der Bundesliga-Tabelle gut platzieren konnte – im Gegenteil, wieder wurde das Thema „Abstieg“ akut. Ausgerechnet in dieser prekären Situation soll der Aufsichtsrat der HSV Fussball AG neu gewählt werden und sich diesmal nicht aus unabhängigen Persönlichkeiten zusammensetzen, die über Führungs- und Wirtschaftskompetenz verfügen, sondern aus grösstenteils vereinsabhängigen Personen, die einseitig von Vereinspräsident Jens Meier nach Anhörung eines Beirats bestimmt werden sollen. Deshalb hat sich Karl Gernandt entschlossen, einem solchen Aufsichtsrat nicht mehr anzugehören. Ich trete dafür ein, dass

1. der voraussichtliche Wahlvorschlag des Vereinspräsidenten nicht zum Zuge kommt,

2. eine „HSVPlus2“-Initiative gestartet wird, die es ermöglicht, dass auch zukünftig ein unabhängiger Aufsichtsrat bestimmt wird,

3. dem zukünftigen Aufsichtsrat der HSV Fussball AG qualifizierte und unabhängige Persönlichkeiten mehrheitlich mit wirtschaftlicher Kompetenz angehören sollen.

Ich erkläre hiermit, dass ich der HSV Fussball AG zukünftig nur dann eine finanzielle Unterstützung gewähren werde, wenn sie über den von mir befürworteten, unabhängigen und kompetenten Aufsichtsrat verfügt und es diesem gelingt, Persönlichkeiten für die Führung der HSV Fussball AG zu gewinnen, die über grosse Managementqualität und -erfahrung verfügen.“

In der Länderspielpause darf sich Sturmtalent Marco Drawz im Profi-Training zeigen. Genau wie Fiete Arp ist der 18-Jährige in Bad Segeberg geboren. Auch sein Jugendverein ist der SV Wahlstedt. Drawz spielt allerdings für die polnische U18-Nationalmannschaft. Für die U19 des HSV hat der Teenager in dieser A-Junioren-Bundesliga-Saison bereits sieben Treffer erzielt. Im Januar hatte Drawz (ist 1,77 Meter groß) einen Lizenzspielervertrag bis 2018 unterschrieben. Damals sagte er: „Mein Traum ist es, mit der Raute auf der Brust ins Volksparkstadion einzulaufen.“ Jetzt darf er zumindest mit den Profis trainieren. Direktor Sport Bernhard Peters: „Marco zählt zu den absoluten Top-Performern bei uns. Er ist ein super Junge, hat tolles Können und ist klug. Er weiß genau, was er will, um in den Profibereich zu kommen. Er kann es auch schaffen.“ Wie Arp wohnt Drawz übrigens in der Akadamie auf dem Campus im Volkspark.

Marco Drawz (M.) im Training zwischen Christian Mathenia (l.) und Luca Waldschmidt (Foto: Witters)