Trotz der Derby-Schmach gegen Schalke (4:4 nach 4:0) und einem monatelangen Abwärtstrend hält Borussia Dortmund vorerst an Trainer Peter Bosz fest. Laut „Bild“ allerdings in erster Linie, um Zeit zu gewinnen. Wunschkandidat zu Beginn der kommenden Saison sei Hoffenheims Julian Nagelsmann, für den Rest der laufenden Saison solle ein Übergangscoach her. Auf der Kandidatenliste: HSV-Legende Horst Hrubesch, aktuell DFB-Sportdirektor, und Ex-HSV-Trainer Armin Veh.

Wenn er zuschlägt, müssen andere leiden, so war es schon immer. Nun hat Tomás Rincón mal wieder ganze Arbeit geleistet. Als Herr des Mittelfeldes dirigierte der Ex-HSV-Profi den FC Turin gestern zum 0:0 beim AC Mailand. Ein Resultat, das folgen hatte: Milan, in der Serie A nur enttäuschender Siebter, feuerte nun Trainer Vincenzo Montella. Sein Nachfolger ist ein richtig guter alter Bekannter: Gennaro Gattuso, 2006 als Spieler mit Italien Weltmeister, übernimmt.

Mit dem ersten Freistoß-Tor seiner Bundesliga-Karriere sorgte Filip Kostic gestern für das 2:0 und damit die Vorentscheidung. Der HSV-Linksaußen profitierte bei seinem 32-Meter-Kracher von einer Hoffenheimer Fehlerkette. „Den Ball muss ich halten. Fertig“, nahm TSG-Keeper Oliver Baumann den Gegentreffer auf seine Kappe: „Ich bekomme die linke Hand nicht schnell genug runter.“ Aber warum hatten die Gäste auf eine Mauer verzichtet? Völlig unsortiert formierten sich Nadiem Amiri, Mark Uth und Florian Grillitsch an der von Schiedsrichter Bastian Dankert gezogenen Markierung, mehrere Meter weit auseinander stehend. „Ich wollte den Ball sehen und einen Spieler links und einen rechts davon. Aber nicht so weit auseinander, da war der Abstand zu groß“, sagte Baumann. Und 1899-Coach Julian Nagelsmann? War bedient! „Ich kümmere mich nicht um die Mauer. Wenn ich mich auch noch um eine Mauer kümmere, komme ich gar nicht mehr zum Schlafen.“

Hoffenheim war gestern im Spiel nach vorn harmlos, nur einmal musste Christian Mathenia alles aus sich herausholen, als er Mitte der zweiten Hälfte einen abgefälschten Schuss von Nico Schulz mit den Fingerspitzen zur Ecke lenkte und damit den möglichen Ausgleich verhinderte. Trainer Markus Gisdol hob seinen Keeper dennoch aus dem Team heraus: „Christian hat sehr viel Ruhe ausgestrahlt, wirkte sehr sicher. Ich fand ihn richtig stark, er war eine starke Persönlichkeit bei uns hinten drin.“