Statistik-Freaks unter den HSV-Fans müssen jetzt stark sein. Denn die Vorzeichen sind schlecht: Gegen keinen anderen Bundesligisten haben die Frankfurter eine so lange Serie von Spielen ohne Niederlage wie gegen Hamburg. In den letzten zehn Liga-Duellen gab es fünf Siege und fünf Remis. Damit ist die Eintracht seit ihrem Wiederaufstieg in die Bundesliga 2012 gegen die „Rothosen“ unbesiegt. In den letzten vier Bundesliga-Spielen gegen die SGE hat der HSV nicht einmal ein Tor erzielt, ist gegen die Hessen nunmehr seit 403 Minuten ohne Treffer. Der letzte Erfolg datiert vom 21. Januar 2011. Damals gab es ein 1:0 im Volkspark durch ein Tor von Mladen Petric.

Nicht nur der HSV (15. Platz, 15 Punkte) ist heute gegen Frankfurt gefordert, auch drei Konkurrenten im Abstiegskampf treten an: Den Anfang macht der VfL Wolfsburg (11. Platz, 18 Punkte) um 18.30 Uhr gegen RB Leipzig. Zeitgleich mit dem Liga-Dino spielen der SC Freiburg (16. Platz, 15 Punkte) gegen Mönchengladbach sowie Mainz 05 (14. Platz, 16 Punkte) gegen Borussia Dortmund mit Neu-Coach Peter Stöger.

Auf dem Platz leitet Manuel Gräfe die Partie, doch dem Schiedsrichter aus Berlin stehen beim Duell HSV gegen Eintracht Frankfurt gleich zwei Video-Assistenten zur Seite. Vor den Bildschirmen in Köln wird Benjamin Cortus aus dem bayrischen Röthenbach sitzen, der dabei von Martin Petersen (Stuttgart) unterstützt wird. Kann ja nichts schiefgehen…

Zuletzt beackerte Eintracht Frankfurt den FC Bayern, hatte sogar mehr vom Spiel, musste sich am Ende aber knapp mit 0:1 geschlagen geben. Niko Kovac zeigte sich mit der Vorstellung seines Teams zufrieden. „Wir haben sehr viel Herzblut, Leidenschaft und Kampf gezeigt“, stellte der Trainer fest und versicherte: „Körperlich und geistig werden wir in Hamburg auf der Höhe sein. Wir können mit breiter Brust in die Partie beim HSV gehen.“ Ohnehin ist der Ex-Hamburger mit der Entwicklung einverstanden: „Wir sind auf einem guten Weg, gehen in jedes Bundesligaspiel mit dem Willen zu gewinnen und damit den Abstand nach unten vergrößern.“

Nachdem er vier Spiele wegen einer Oberschenkelverletzung verpasst hatte, stand Albin Ekdal zuletzt gegen Wolfsburg (0:0) wieder im Kader und kam in den Schlussminuten sogar zum Einsatz. Reicht es im Duell mit Eintracht Frabkfurt schon für mehr? Zuindest macht ihm Trainer Markus Gisdol Hoffnung: „Albin ist auf jeden Fall eine Option für die Startelf.“

Kehren frühere HSV-Stars wie Sergej Barbarez, Rafael van der Vaart, Frank Rost oder David Jarolim in neuer Rolle in die Bundesliga zurück? Gut möglich, wenn es nach Paul Breitner geht! Die Bayern-Legende hat sich in die Diskussion um den Videobeweis eingeschaltet und eine Idee dazu: „Als ers­ter Schritt soll­ten ehe­ma­li­ge Fuß­bal­ler den Vi­deo-Schi­ris in Köln als Be­ra­ter zur Seite ste­hen. Zwei­ter Schritt: Ex-Pro­fis zu Schieds­rich­tern aus­bil­den“, sagte der 66-Jährige. Warum? Breitner weiter: „Weil du als Spie­ler ein viel bes­se­res Ein­füh­lungs­ver­mö­gen hast. Du weißt zwei Schrit­te vor der Grät­sche, ob du Ball oder Geg­ner triffst. Kein Vor­wurf an die Schieds­rich­ter. Ihnen fehlt halt das In­si­der­wis­sen.“