Am Dienstag wird Sportchef Jens Todt von seiner Argentinien-Reise nach Hamburg zurückkehren. Ich und er hat sich direkt vorgenommen, mit dem zuletzt zum Reservisten degradierten Mittelfeld-Mann Walace zu sprechen, dessen Berater Rogerio Braun er in Buenos Aires zum Austausch traf. „Es ist na­he­zu aus­ge­schlos­sen, dass wir Wa­lace im Win­ter gehen las­sen. Wir wol­len, dass er sich durch­beißt“, sagte Todt der „Bild“ und betonte: „Wir wol­len Wa­lace ver­si­chern, dass wir total an ihn glau­ben. Und den­ken, dass er eine tra­gen­de Rolle bei uns ein­neh­men kann.“

Im „Finale“ der vergangenen Saison verlor der VfL Wolfsburg beim HSV durch den Treffer von Luca Waldschmidt mit 1:2, musste in die Relegation und rettete sich gegen Braunschweig. Nun kehren die Niedersachsen erstmals in den Volkspark zurück. Mittelfeld-Antreifer Josuha Guilavogui erinnert sich: „Das ist noch im Kopf. Wir hatten in Hamburg alles im Griff, haben dann dieses Last-Minute-Tor bekommen.“ Er will Revanche: „Wir sind jetzt ein komplett anderes Team mit mehr Selbstvertrauen. Wir sind mutiger und spielen gut. Das und viel Kampfen brauchen wir“, so Guilavogui, der dem HSV „ein hartes Spiel“ ankündigt.“

Der leichte Aufschwung mit zwei Heimsiegen in Folge hat beim Hamburger Publikum noch keine Euphorie ausgelöst. Am Sonnabend im Nordderby gegen den VfL Wolfsburg droht eine Minuskulisse, im Vorverkauf wurden erst 42.500 Tickets abgesetzt. Zum Vergleich die bisherigen Zuschauerzahlen: Augsburg (49.449), Leipzig (50.231), Dortmund (52.962), Bremen (54.613), FC Bayern (57.000), Stuttgart (54.976) und Hoffenheim (46.470).

Kleines Update zu den statistischen Werte der HSV-Profis im bisherigen Verlauf der Saison: Im Schnitt weist Rechtsverteidiger Dennis Diekmeier die beste Zweikampfquote aller Hamburger Profis auf, er entscheidet im Schnitt 65,9 Prozent aller Duelle Mann gegen Mann für sich. Aaron Hunt hat die beste Passquote, 79,1 Prozent seiner Zuspiele finden einen Kollegen. Und Kapitän Gotoku Sakai ist mit 69 Ballkontakten pro Spiel am häufigsten an der Kugel.

Was fällt auf beim Blick auf die nackten Zahlen? Der HSV hat in den bisherigen 14 Saisonspielen 13 Tore erzielt, der VfL Wolfsburg, nächster Gegner am Sonmnabend, kommt in diesem Zeitraum auf 20 Treffer. Dabei haben sich die Niedersachsen auch nur 59 Chancen erarbeitet, lediglich eine mehr als die Hamburger (58). Doch der VfL ist viel effektiver, nutzt 33,9 Prozent der Möglichkeiten, was in diesem Bereich den dritten Platz hinter Dortmund (34,7 Prozent) und Hertha BSC (33,9 Prozent) bedeutet. Der HSV belegt Rang zehn.