Heribert Bruchhagen, der jetzt seit einem Jahr HSV-Boss ist, hat sich bei HSV TV zum für ihn besonderen Duell am Dienstag mit seinem Ex-Klub Eintracht Frankfurt geäußert: „Auf dem Platz ist es ein ganz normales Heimspiel, dort wird das Spiel entschieden. Aber selbstversändlich treffe ich viele alte Bekannte. Neben dem Platz gibt es sicher mehr Emotionalität als auf dem Rasen.“

Es war ein Spiel, das auch in Hamburg mit Interesse verfolgt worden ist. Nach der 3:0-Führung hatte alles nach dem ersten Kölner Saisonsieg ausgesehen. Doch Freiburg schlug denkwürdig zurück, gewann durch zwei späte Petersen-Elfmeter noch 4:3! Der SC hat nun wie der HSV auch 15 Punkte, bleibt aber wegen des schlechteren Torverältnisses hinter Hamburg auf Platz 16. Bremen ist mit 14 Punkten Vorletzter, Köln bleibt mit drei Zählern abgeschlagenes Schlusslicht der Bundesliga.

Drittligist Preußen Münster hat Cheftrainer Benno Möhlmann (63/war Spieler und später Coach in Hamburg) und seinen Co-Trainer Sven Kmetsch (47/spielte von 1995 bis 1998 für den HSV) mit sofortiger Wirkung freigestellt. Damit zog Münster die Konsequenz aus der Talfahrt. Die Preußen verloren gestern zu Hause gegen die SG Sonnenhof Großaspach mit 1:4 und haben als derzeit Tabellen-17. nur einen Zähler Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Einen Nachfolger gibt es noch nicht.

Schon am Dienstag (20.30 Uhr) steigt das nächste Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt. Markus Gisdol hat großen Respekt vor dem Gegner: „Frankfurt ist nach Bayern die beste Auswärtsmannschaft und lässt hinten fast nichts zu. Deshalb erwartet uns ein schwieriges Spiel, in dem Geduld gefragt sein wird.“ Rückblickend auf die Nullnummer gegen Wolfsburg meinte der HSV-Coach: „Wir waren hinten stabil und vorn dominant. Deshalb war es ein gutes Spiel, an dem uns nur das Ergebnis stört. Uns fehlte die Effektivität.“

Der österreichische Fußball wird durch Enthüllungen über schwere Missbrauchsfälle erschüttert. Der ehemalige HSV-Profi und Ex-Nationalspieler Paul Scharner berichtete in der Zeitung „Der Standard“ von brutalen Erniedrigungsritualen, denen Jungprofis in seiner aktiven Zeit unterzogen worden seien. So sei Scharner selbst im Jahr 2001 von Teamkollegen bei Austria Wien mit schwarzer Schuhcreme eingeschmiert und mit Badeschlappen auf den entblößten Hintern geschlagen worden. Dazu seien ihm die Haare abrasiert worden. „Bei mir ist der Vorfall insofern glimpflich ausgegangen, weil ich keine Tube anal eingeführt bekommen habe“, sagte der 37-Jährige. „Es hat mich brutal geprägt. Menschliche Beziehungen konnte ich im Fußballumfeld nur mehr schwer aufbauen.“

2012 absolvierte Pauli Scharner vier Bundesliga-Spiele für den HSV. (Foto: Witters)