Trainer Markus Gisdol haderte nach dem 1:2 gegen Eintracht Frankfurt mit dem Spielverlauf. „Wir haben eine gute Anfangsphase von uns gesehen“, sagte er. „Mit einem einfachen Fehler zum 1:1 lassen wir uns aber aus dem Tritt bringen und haben den Faden dann verloren. Wir hatten da eine Phase, die wir uns nicht erlauben können und die wir auch zuletzt nicht hatten. Diese 20 Minuten kannst du dir nicht erlauben und ich erwarte, dass Spieler in solchen Phasen die Verantwortung übernehmen. Wenn man dann in der zweiten Halbzeit keine Tore macht, dann hat man keine Punkte. Und wir brauchen Punkte.“

Heribert Bruchhagen war nach dem 1:2 gegen seinen Ex-Klub Eintracht Frankfurt schwer enttäuscht. Vor allem der krasse Leistungsabfall nach der Führung irritierte den Vorstands-Boss. „Nachdem ich glaubte, dass wir mit der 1:0-Führung unser Spiel durchdrücken könnten, haben wir uns vogelwild gezeigt“, sagte er. „Wir haben dem Gegner riesige Räume geboten. Da hätte auch das 3:1 oder 4:1 fallen können.“ Abschließend hielt Bruchhagen fest: „Das war eine bittere Niederlage. Wir befinden uns im Existenzkampf.“

Sportchef Jens Todt nach dem 1:2 gegen Frankfurt: „Seit ich in Hamburg bin, habe ich noch kein Spiel erlebt, in dem wir mehr und bessere Torchancen hatten. Der Knackpunkt war, dass wir das Spiel zwischen der 15. und 45. Minute leichtfertig aus der Hand gegeben haben. Trotzdem gab es noch eine Fülle an Torchancen, um einen Punkt zu holen oder das Spiel auch zu gewinnen. Das gegnerische Tor ist im Moment wie vernagelt. Es ist total bitter, dass wir als Verlierer vom Platz gehen. Es war unnötig und tut richtig weh.“

Statistik-Freaks unter den HSV-Fans müssen jetzt stark sein. Denn die Vorzeichen sind schlecht: Gegen keinen anderen Bundesligisten haben die Frankfurter eine so lange Serie von Spielen ohne Niederlage wie gegen Hamburg. In den letzten zehn Liga-Duellen gab es fünf Siege und fünf Remis. Damit ist die Eintracht seit ihrem Wiederaufstieg in die Bundesliga 2012 gegen die „Rothosen“ unbesiegt. In den letzten vier Bundesliga-Spielen gegen die SGE hat der HSV nicht einmal ein Tor erzielt, ist gegen die Hessen nunmehr seit 403 Minuten ohne Treffer. Der letzte Erfolg datiert vom 21. Januar 2011. Damals gab es ein 1:0 im Volkspark durch ein Tor von Mladen Petric.

Nicht nur der HSV (15. Platz, 15 Punkte) ist heute gegen Frankfurt gefordert, auch drei Konkurrenten im Abstiegskampf treten an: Den Anfang macht der VfL Wolfsburg (11. Platz, 18 Punkte) um 18.30 Uhr gegen RB Leipzig. Zeitgleich mit dem Liga-Dino spielen der SC Freiburg (16. Platz, 15 Punkte) gegen Mönchengladbach sowie Mainz 05 (14. Platz, 16 Punkte) gegen Borussia Dortmund mit Neu-Coach Peter Stöger.

Auf dem Platz leitet Manuel Gräfe die Partie, doch dem Schiedsrichter aus Berlin stehen beim Duell HSV gegen Eintracht Frankfurt gleich zwei Video-Assistenten zur Seite. Vor den Bildschirmen in Köln wird Benjamin Cortus aus dem bayrischen Röthenbach sitzen, der dabei von Martin Petersen (Stuttgart) unterstützt wird. Kann ja nichts schiefgehen…