15 Punkte nach 17 Spielen – die Bilanz der HSV-Hinrunde ist mehr als düster. Dennoch gab es für Sportchef Jens Todt auch einige positive Momente. „Der Sieg gegen Hoffenheim (3:0 Anm. d. Red.) hat uns sehr gut getan“, sagt der 47-Jährige: „Höhepunkte habe ich auch in der Entwicklung von Spielern wie Fiete Arp und Tatsuya Ito gesehen. Beide haben sich sehr schnell an das Bundesliganiveau angepasst.“

Als absoute Tiefschläge hat der Sportchef die unnötigen Niederlagen gegen Mainz (2:3), Hannover (0:2) und Frankfurt (1:2) wahrgenommen. Todt: „Diese Niederlagen haben uns sehr wehgetan, weil sie vor allem unnötig waren. Wenn wir nur in einem dieser Spiele gewonnen hätten, sähe alles sehr viel besser aus. Aber wenn und aber hilft eben nicht.“

 

Eines muss man den Defensivspezialisten beim HSV lassen: Sie panzern sich mächtig rein. 1886 Defensiv-Zweikämpfe führten die Abwehrrecken in der Hinrunde. Das ist Spitzenwert der Liga. Die fünf besten Zweikämpfer sind Kyirakos Papadopulos (61 Prozent), Mergim Mavraj (60 Prozent), Dennis Diekmeier (59 Prozent), Gideon Jung und Douglas Santos mit (56 Prozent).

Sturmjuwel Fiete Arp soll seinen im Sommer 2019 auslaufenden Vertrag in Hamburg unbedingt verlängern. Für Jens Todt hat diese Mission oberste Priorität. Gegenüber der MOPO zeigte sich der Sportchef zuversichtlich: „Wir wollen mit ihm verlängern, haben aber vereinbart, dass wir Fiete jetzt vor Weihnachten einfach in Ruhe in die Ferien gehen lassen, damit er sich erholen kann. Wir haben uns verabredet, dass wir Anfang des neuen Jahres miteinander sprechen. Fiete und wir wissen, was wir gegenseitig voneinander haben. Fiete ist mit 17 Jahren beim HSV Stammspieler geworden , das passiert nicht so oft in der Bundesliga. Das ist eine tolle Sache für alle. Ich hoffe, dass Fiete das genau so sieht.“

Eigentlich sollte HSV-Talent Arianit Ferati bei Zweitligist Erzgebirge Aue Spielpraxis sammeln, doch das hat bisher nicht wie gewünscht funktioniert. In der 2. Liga reichte es für das Offensiv-Talent gerade einmal für vier Kurzeinsätze. Erschreckender ist aber folgende Bilanz: In den vergangenen neun Pflichtspielen schaffte es der 20-Jährige aus Leistungsgründen nicht in den Kader.

Nur wenige HSV-Fans haben Matthias Ostrzolek bei seinem ablösefreien Wechsel im Sommer zu Hannover 96 eine Träne nachgeweint. Zu unbeständig waren die Leistungen des Linksverteidigers in Hamburg. Für den 27-Jährigen hat es sich aber ausgezahlt, bei den Roten ist Ostrzolek unumstrittener Stammspieler. Nur bei einer Partie war er nicht dabei, ansonsten stand der gebürtige Bochumer stets 90 Minuten auf dem Platz. So auch beim 2:0-Heimsieg gegen den HSV. Und immerhin konnte Ostrzolek bislang zwei Tore vorbereiten.

Foto: Witters

Die letzten beiden Heimspiele des Jahres gegen Wolfsburg und Frankfurt waren dürftig besucht. Das schlägt sich natürlich auch auf den Zuschauerschnitt des HSV aus. Insgesamt 451.910 Fans waren in der Hinrunde im Volksparkstadion – das bedeutet bei neun Heimspielen einen Schnitt von 50.212 (Auslastung 88 Prozent). Damit steht Hamburg ligaweit „nur“ noch hinter Dortmund, Bayern, Schalke, Stuttgart und Gladbach auf Rang sechs des Zuschauer-Rankings. Und von hinten macht Eintracht Frankfurt (49.763) Druck. Bedenklich ist, dass in der Hinrunde mit Bayern, Dortmund und Werder bereits die Teams im Volkspark zu Gast waren, gegen die traditionell am meisten Fans kommen. Nur das Spiel gegen München war mit 57.000 Zuschauern ausverkauft.