Wenn Pierre-Michel Lasogga am Sonntag im Championship-Spiel bei Birmingham City auflaufen wird, erwartet ihn dort zwar nicht wie in Leeds Schnee, wohl aber ein heftiger Wintersturm. Für das Spiel, das um 16 Uhr angepfiffen werden soll, sind Orkanböen vorhergesagt. Ein Sieg beim Tabellenletzten ist für Lasogga & Co. übrigens fast schon Pflicht, will man sich in der Spitzengruppe festsetzen. Leeds ist zurzeit Tabellenfünfter. Lasogga war in den letzten beiden Spielen jeweils für eine knappe Viertelstunde als Joker zum Einsatz gekommen.

Der SC Freiburg, Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt und am 7. Januar Testspielgegner des HSV, hat sich in der Offensive verstärkt. Vom SV Sandhausen kommt Top-Stürmer Lucas Höler, der in dieser Zweitliga-Saison sieben Tore erzielt hatte. Die Sandhäuser haben damit Bedarf in der Offensive. HSV-Sportchef Jens Todt hatte bestätigt, dass es eine Anfrage des SVS für Regionalliga-Knipser Törles Knöll gebe. Gut möglich also, dass die Sache nun an Fahrt aufnimmt.

Zu Beginn flogen ihm die Herzen zu, nun gibt es vor allem Hohn und Spott für Pierre-Michel Lasogga, der das letzte seiner fünf Tore für den englischen Zweitligisten Ende Oktober erzielt hatte. Leeds United hatte nach den Schneefällen in der Stadt das Foto eines Schneemannes mit Klub-Schal bei Twitter gepostet. Man begrüße „La-snow-ga“, schrieb der Verein – offenbar eine Vorlage für viele Fans, die nicht auf den Stürmer stehen. Er sei schneller, beweglicher, torgefährlicher, einfach besser als Lasogga, witzeln zahlreiche Anhänger.

 

Michael Gregoritsch ist heute als einer der ersten Bundesliga-Profis wieder ins Training eingestiegen. Bei eisigen Temperaturen marschierte der Ex-HSV-Star dick eingepackt auf den Platz. Am 13. Januar kommt es für ihn zum Wiedersehen mit den alten Kollegen aus Hamburg. Denen wird dann ein Spieler gegenüberstehen, der seinen Marktwert in Augsburg in Höhen geschraubt hat, die jedem HSV-Fan und -Verantwortlichen weh tun werden. Die Experten von transfermarkt.de taxieren Gregoritschs Wert nach der neuesten Anpassung auf neun Millionen Euro. Beim HSV gibt es keinen Spieler, der einen höheren Wert aufweist. Gregoritsch war Anfang Juli für 5,5 Millionen Euro nach Augsburg gewechselt, hat dort in der Hinrunde acht Tore erzielt und vier vorbereitet.

Wenn der HSV an Neujahr Richtung Jerez de la Frontera abhebt, startet er in das längste Trainingslager aller Bundesliga-Teams. Acht Tage dauert das Camp in Andalusien, nur Werder Bremen, das in Algorfa in der Region Alicante untergebracht ist, bleibt ebenso lange im Süden. Acht Mannschaften bleiben in diesem Winter aufgrund der kurzen Pause übrigens in Deutschland. Von den zehn Teams, die wegfliegen, zieht es neun nach Spanien, die Bayern schlagen ihr Trainingslager in Doha/Katar auf. Testspielgegner Freiburg trainiert übrigens in Sotogrande und damit in rund 120 Kilometern Entfernung zum HSV. Neben diesen beiden Teams sind auch Borussia Dortmund und der VfL Wolfsburg in Andalusien untergebracht. Beide Mannschaften schlagen ihre Zelte in Marbella auf.

Zu zwei Testspielen wird der HSV im Spanien-Trainingslager (1. bis 8. Januar) antreten. Nun stehen auch der Spielort und  die Anstoßzeiten fest. Am 4. Januar (Anpfiff 17.30 Uhr) geht es gegen den FC Malaga, am 7. Januar (17 Uhr) testet das Team von Markus Gisdol gegen den SC Freiburg. Beide Spiele finden im Estadio Municipal de La Linea de la Concepcion vor den Toren Gibraltars statt.

Der FC Augsburg ist am 13. Januar erster Rückrunden-Gegner des HSV. Als einer von drei Klubs starteten die bayerischen Schwaben am Freitagvormittag bereits in die Vorbereitung. Das Team von Trainer Manuel Baum trotzte dabei auch leichtem Schneefall und eisigen Temperaturen. Stürmer Alfred Finnbogason (elf Tore in der Hinrunde) konnte wegen Achillessehnen-Problemen allerdings nur ein kurzes Lauftraining absolvieren. Verteidiger Martin Hinteregger fehlte wegen eines Trauerfalls in der Familie. Vom 2. bis 7. Januar reisen die Augsburger ins Trainingslager auf Teneriffa. Neben dem FCA nahmen am Freitag auch Eintracht Frankfurt und Hannover 96 das Training auf.

Der zurzeit an Erzgebirge Aue verliehene Arianit Ferati könnte schon im Januar zum HSV zurückkehren. Ex-Vorstands-Boss Dietmar Beiersdorfer hatte den 20-jährigen Deutsch-Kosovaren 2016 für 850.000 Euro vom VfB Stuttgart verpflichtet. Ferati war allerdings direkt an Fortuna Düsseldorf und in dieser Saison nach Aue verliehen worden. Bei beiden Klubs konnte sich der offensive Mittelfeldspieler nicht durchsetzen. In Aue kam Ferati nur zu vier Kurzeinsätzen in der zweiten Liga, spielte dabei insgesamt nur 44 Minuten. Seit Oktober stand er überhaupt nicht mehr im Kader der „Veilchen“. Beim HSV soll Ferati in der Regionalliga Spielpraxis sammeln. Er soll bei der U21 den wahrscheinlich anstehenden Abgang von Törles Knöll, an dem der SV Sandhausen Interesse angemeldet haben soll, auffangen.