Mit der vollen Kapelle reist der HSV nach Spanien, nur einer muss zu Hause bleiben: Nicolai Müller. Für den Flügelstürmer, der sich im ersten Saisonspiel beim Jubel nach seinem Siegtor gegen Augsburg (1:0) das Kreuzband gerissen hatte, kommt das Trainingslager noch zu früh, er arbeitet in Hamburg am Comeback. Coach Markus Gisdol erwartet Müller erst im April wieder auf dem Platz.

Und noch ein Geburtstagskind mit großer HSV-Vergangenheit: Mladen Petric, der von 2008 bis 2012 die Herzen der Hamburger Fans eroberte, feiert heute seinen 37. Geburtstag. Auch dem „Magier“ wünscht die MOPO alles Gute!

Neben den Trainingseinheiten stehen für die Profis des HSV in Jerez de la Frontera auch zwei Testspiele auf dem Programm: Schon am Donnerstag wird um 17.30 Uhr gegen den spanischen Erstligisten und Tabellenletzten FC Malaga (elf Punkte nach 17 Spielen) getestet, am 7. Januar geht es dann um um 17 Uhr zum Abschluss des Spanien-Trips gegen Liga-Konkurrent SC Freiburg. Beide Partien finden im Estadio Municipal de La Linea statt.

Der HSV überwintert auf Rang 17, also auf einem Abstiegsplatz. Kein Wunder, dass Markus Gisdol die Zügel anzieht und schon in der Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte Vollgas geben will.

„15 Punkte in der Hinrunde waren viel, viel zu wenig. Wir müssen in der Rückrunde ordentlich Punkte dazu buchen“, betonte der Hamburger Coach und forderte: „Es muss uns gelingen, über 90 Minuten konzentriert zu spielen. Jeder Einzelne muss sich einen Tick verbessern, damit die vielen individuellen Fehler nicht mehr passieren.“

In Jerez de la Frontera wird es für die Profis des HSV heiß zur Sache gehen. Markus Gisdol und seine Assistenten werden sie dabei nicht nur körperlich fordern. „Wir wollen zweimal auf dem Platz und einmal athletisch zu trainieren. Aufgrund der kurzen Winterpause und der individuellen Trainingspläne haben unsere Spieler nur wenig Substanz im konditionellen Bereich verloren. Wir werden deshalb im Trainingslager zwar natürlich auch im athletischen Bereich arbeiten, unseren Schwerpunkt aber auf den fußballerischen und taktischen Bereich legen“, gewährte Co-Trainer Frank Fröhling einen Einblick in die Planung.

Mit 28 Spielern, darunter erstmals U19-Verteidiger Patric Pfeiffer, geht’s am Nachmittag nach Jerez de la Frontera. Allesamt wollen sie sich bei Markus Gisdol für eine Hauptrolle beim HSV im Kampf um den Klassenerhalt bewerben. „In der Vorbereitung werden die Karten immer neu gemischt. Das ist der Reiz der Vorbereitung, auch wenn wir diesmal nur wenig Zeit haben. Da kann sich jeder noch einmal in den Vordergrund spielen“, stellte der HSV-Trainer im Hinblick auf die Arbeit mit dem Team in Spanien fest.

Liebe HSV-Fans,

wir alle haben ein ereignisreiches und zu großen Teilen nervenaufreibendes Jahr 2017 hinter uns. Der tollen Bundesliga-Aufholjagd im ersten Halbjahr, die unsere Mannschaft mit dem Klassenerhalt am letzten Spieltag krönen konnte, folgte ein vielversprechender Start in die aktuelle Bundesliga-Saison. Leider gab es nach den zwei Auftaktsiegen einen Einbruch, der uns wieder in die untere Tabellenregion geführt hat, wo wir uns seither im zähen Existenzkampf befinden und meiner Meinung nach auch bis zum Saisonende aufreiben werden und behaupten müssen.

Zuletzt wurde ich häufiger gefragt, warum es von mir keine rosigere Prognose gibt. Der Grund dafür ist einfach zu benennen: Ich bin Realist, kann den Spielplan und die Tabelle lesen. Schon nach der Bekanntgabe des Hinrundenspielplans ahnte ich seinerzeit, dass wir eine holprige Hinrunde erleben würden. Trotzdem bin ich zuversichtlich, dass wir unsere Ziele erreichen werden. Ich habe Vertrauen in die Arbeit unseres Sportdirektors Jens Todt, in das Wirken unseres Cheftrainers Markus Gisdol und in unsere Mannschaft, die in Teil zwei dieser Saison mehr Effizienz in die Spieltage einbringen muss.

Vielen von euch fällt ein weiteres Jahr Existenzkampf in der Bundesliga schwer. Es zerrt an den Nerven, mitunter raubt es einem sogar die Freude an eigentlich vorfreudig erwarteten Wochenenden. Ihr könnt aber sicher sein, dass wir uns der gefährlichen Tabellenlage, unserer Ausgangssituation und auch den Herausforderungen der kommenden Wochen und Monate bewusst sind. Wir wissen, dass es hart wird. Wir wissen, dass es anstrengend wird. Und wir wissen, dass wir den Klassenerhalt nur als Einheit erreichen werden. Dafür wollen und werden wir alles tun. Und zwar ab Montag, wenn wir uns ins Trainingslager nach Spanien begeben.

Ich möchte mich an dieser Stelle im Namen des HSV für eure Unterstützung, für euren Einsatz und vor allem für eure ungebrochene Treue bedanken. Viele von euch sind sehr leidgeprüft und werden im Alltag mit Hohn und Spott bedacht, wenn es um den HSV geht. Doch genau da liegt auch die große Stärke unseres Clubs: Wir geben nicht auf, wir halten zusammen und setzen uns zur Wehr.

Der HSV – das kann ich aufgrund der Erfahrungen meines ersten Jahres als Vorstandsvorsitzender guten Gewissens schreiben – ist kein Chaos-Club. Das lassen wir uns auch nicht einreden. Wir arbeiten in einer wettbewerbsfähigen Struktur und professionellen Organisation, haben viele inhaltliche Fortschritte gemacht und werden dies auch 2018 tun.

Genug gesagt, genug geschrieben. Nun wünsche ich euch einen guten und gesunden Rutsch ins Neue Jahr und uns allen eine erfolgreiche Rückserie 2017/18.

Heribert Bruchhagen