Am Donnerstag soll Walace nun im Trainingslager in Jerez de la Frontera erscheinen – so die Hoffnung von Sportchef Jens Todt. „Fakt ist, dass wir an ihn glauben“, sagte er im Interview mit dem „Kicker“. „Ich habe mehrfach mit ihm gesprochen, ihm auch vor Augen geführt, wie sich sein Landsmann entwickelt hat: Douglas Santos hat auch ein Jahr gebraucht und spielt jetzt eine richtig gute Rolle bei uns. Daran soll er sich orientieren. Ich merke, dass es in ihm grummelt, aber generell gilt: Einzelschicksale sind in unserer Situation nicht relevant. Jeder muss sich jetzt den übergeordneten Interessen des Vereins unterordnen.“

Johannes Spors ist der erste und vielleicht einzige Neuzugang des HSV in diesem Winter. Der 35-Jährige ist dreifacher Familienvater und ab 1. Februar beim HSV nicht nur Chefscout, sondern auch Kaderplaner. Abgeworben hat Sportchef Jens Todt Spors bei RB Leipuig, wo er an den Transfers von Timo Werner, Jean-Kévin Augustin und Ibrahima Konaté beteiligt war. Gegenüber dem Hamburger Abendblatt gab Spors nun einen kleinen Einblick, wie hartnäckig er vorgeht: „Es geht auch darum, Spieler und ihre Berater von Hamburg und vom HSV zu überzeugen. Bei einem Spieler wie Leipzigs Jean-Kévin Augustin kann so ein Prozess auch mal anderthalb Jahre dauern.“

Sportchef Jens Todt hat im Interview mit dem „Kicker“ erklärt, auf der Besetzung der Torwartposition keinen Fehler gemacht zu haben. Man habe den Verlust von René Adler nicht unterschätzt, sagte Todt: „Christian Mathenia hat in der Endrunde der Vorsaison hervorragende Spiele gemacht. Die Hinrunde war sicherlich nicht seine beste, aber wir glauben an ihn und haben ja auch noch einen jungen Herausforderer, der sich zuletzt gut entwickelt hat.“ Vom neu ausgerufenen Konkurrenzkampf mit Julian Pollersbeck erhofft sich Todt eine Leistungssteigerung. „Es kann sein, dass beide sich gegenseitig zu Höchstleistungen pushen.“

Torwart-Duell in Spanien: Christian Mathenia (l.) und Julian Pollersbeck (Foto: Witters)

Mit dem HSV wurde DFB-Sportdirektor Horst Hrubesch 1979, 1982 und 1983 Meister und gewann 1983 den Europapokal. Insgesamt erzielte der Stürmer in 224 Bundesliga-Spielen 136 Tore. Der 66-Jährige traut Fiete Arp (17) zu, eines Tages in seine Fußstapfen zu treten: „Fiete bringt alles mit, er muss nur gesund bleiben. Dann wird er ganz oben ankommen“, sagte Hrubesch der „Sport Bild“. „Generell ist es wichtig, dass er möglichst viel spielt.“ Das ist beim HSV der Fall. Arps Marktwert ist nach neun Einsätzen und zwei Toren laut transfermarkt.de auf 7,5 Mio. Euro explodiert. Der Verein will seinen 2019 auslaufenen Vertrag unbedingt verlängern.

Am Donnerstag um 17.30 Uhr bestreitet der HSV sein erstes Testspiel des Jahres gegen den spanischen Erstligisten FC Malaga – und die Fans in Deutschland können vorm TV live zuschauen. Sky Sport News HD überträgt das Spiel gegen den Tabellenvorletzten ab 17.25 Uhr. Auch im Internet-Livestream auf skysport.de können die HSV-Fans das Spiel kostenlos verfolgen.

Jetzt ist es auch offiziell: Der HSV beendet Leihgeschäft mit Erzgebirge Aue vorzeitig und holt den 20-jährigen Mittelfeldspieler Arianit Ferati zurück. Er soll vornehmlich in der U21 zum Einsatz kommen. „Wir glauben an Arianit und möchten ihm daher die Möglichkeit zu noch mehr Einsatzzeit geben. Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass Spieler in unserer U21 erfolgreich ihren letzten Ausbildungsschritt gehen können“, sagte Sportchef Jens Todt.

Der „Kicker“ hat nach Abschluss der Hinrunde seine „Rangliste des deutschen Fußballs“ präsentiert. Dort sortiert das Sportmagazin in den Kategorien „Weltklasse“, „Internationale Klasse“, „Im weiteren Kreis“ und „Im Blickfeld“ die Bundesliga-Spieler auf. Während sich 16 der 18 Stamm-Torhüter in einer dieser Güteklassen wiederfinden, fiel HSV-Torwart Christian Mathenia als einer von nur zwei Keepern durchs Raster. „Dass der HSV auf einem Abstiegsplatz überwintert, ist auch Ausdruck seines Torhüterproblems“, begründet das Fachmagazin. „Mathenia, im Vorjahr als Adler-Vertreter noch überzeugend, konnte den Status als neue Nummer 1 nicht rechtfertigen, leistete sich mehrere spielentscheidende Fehler.“ Auch im Noten-Ranking des „Kicker“ rangiert Mathenia mit einer Durchschnittsnote von 3,35 abgeschlagen an letzter Stelle. Der zweite Torwart, der es nicht in die Kicker-Hitliste schaffte, ist übrigens Ex-St. Pauli-Keeper Philipp Tschauner von Hannover 96. Angeführt wird das Ranking von Peter Gulácsi, der es als notenbester Torwart auch in die MOPO-Elf der Hinrunde geschafft hatte.