Heribert Bruchhagen wird Jerez an Sonntag verlassen. Eine HSV-Hoffnung hat er bereits aufgegeben. Er sagt: „Ich hatte ursprünglich die Hoffnung, mit dem Begriff Chaos-Verein aufräumen zu können. Die habe ich aufgegeben. Wenn das überhaupt keiner will, dann müssen wir es halt beibehalten. Es stimmt aber trotzdem nicht.“

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Nach den harten Trainingstagen und dem gestrigen Testsieg gegen Malaga hat Markus Gisdol den Profis heute einen freien Nachmittag gegeben. Die Spieler nutzten das vielseitige Freizeitangebot in Jerez. Hier ein paar Eindrücke:

Christian Mathenia, Kyriakos Papadopoulos und Bobby Wood (v.l.) gingen schwimmen. (Foto: Witters)

Die Torhüter Tom Mickel, Julian Pollersbeck und Andreas Hirzel (v.l.) versuchten sich beim Golf. (Foto: Witters)

Tatsuya Ito (l.) und Jonas Behounek lieferten sich ein Tischtennis-Duell. (Foto: Witters)

Tatsächlich: Ex-HSV-Profi Nigel de Jong (33) hat bei Mainz 05 einen Vertrag bis zum Sommer unterschrieben. Der Holländer war zuletzt bei Galatasaray Istanbul aktiv. Der 81-malige Nationalspieler kommt ablösefrei. Erstmals seit seinem Abschied aus Hamburg 2009 wird der defensive Mittelfeldspieler also wieder in der Bundesliga auflaufen. „Nigel ist ein Anführer, eine Kämpfernatur, aber auch ein klarer Kopf und ein topprofessioneller Spieler“, sagte 05-Sportvorstand Rouven Schröder: „Er soll der Mannschaft mit seiner ungeheuren fußballerischen Erfahrung und seinem Charakter wichtige Impulse in der Rückrunde geben.“ De Jong fügte an: „Die Mannschaft steht für eine sehr gute Organisation und den Willen, offensiven Fußball zu zeigen. Mir gefällt auch die Geschichte von Mainz 05, der Verein hat sich aus eigener Kraft in der Bundesliga etabliert. Ich möchte Mannschaft und Verein helfen, in dieser Saison ihre Ziele zu erreichen. Ich freue mich über meine Rückkehr in die Bundesliga, eine der europäischen Top-Ligen.“ Das Wiedersehen für ihn mit dem HSV steigt am 3. März im Volkspark.

Eine überraschende Bundesliga-Rückkehr steht offenbar unmittelbar bevor: Mainz 05 soll vor der Verpflichtung von Ex-HSV-Star Nigel de Jong stehen! Das berichtet die „Bild“. Der 33-Jährige hat seinen Vertrag bei Galatasaray Istanbul (kein Saisoneinsatz) aufgelöst und könnte schon am Wochenende bei den Mainzern anheuern. Der Vize-Weltmeister von 2010 hat zwischen 2006 und 2009 insgesamt 94 Pflichtspiele für den HSV absolviert. Dann wechselte er für 18 Mio. Euro Ablöse zu Manchester City. Danach spielte der Holländer noch für den AC Mailand und Los Angeles Galaxy. De Jongs bester Moment als Hamburger war im März 2006: Im Münchner Schneegestöber behielt er kurz vor Schluss die Übersicht und köpfte seinen HSV zum 2:1-Sieg – der erste Erfolg in München nach 24 (!) Jahren. 

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Der HSV beobachtet weiter den Markt und will bei einer perfekten Gelegenheit doch noch im Winter zuschlagen. Einer der Kandidaten könnte Alessio Da Cruz (20) sein. Der holländische Linksaußen spielt derzeit in Italiens 2. Liga bei Novara Calcio, hat in 19 Einsätzen fünf Tore erzielt und zwei vorbereitet. Laut Tuttomercatoweb.com soll neben Liverpool, Arsenal und Wolfsburg auch der HSV Interesse zeigen. Der Vertrag von Da Cruz läuft noch bis 2020, er ist laut transfermarkt.de eine Million Euro wert.

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Am Tag nach der Ankunft im Trainingslager standen heute für Streik-Profi Walace die nächsten Krisengespräche beim HSV an. Vorstands-Boss Heribert Bruchhagen und Sportchef Jens Todt geigten dem Brasilianer dabei in Anwesenheit von dessen Berater Rogério Braun die Meinung. Bruchhagen sprach dem 22-Jährigen dabei mündlich eine Abmahnung aus. „Es war ein formaler Vorgang. Wir haben ihn angehört, dann konfrontiert mit unserer Sichtweise und schließlich die Abmahnung im Beisein von Zeugen ausgesprochen“, erklärt Bruchhagen, der erklärte, dass Gespräch in einer ruhigen Atmosphäre stattgefunden habe. Die schriftliche Abmahnung werde noch folgen. „Es ist völlig klar, dass der Spieler bleiben soll.“ Am Sonnabend soll der abwanderungswillige Olympiasieger erstmals wieder mit der Mannschaft trainieren.