In seiner Kolumne für Sport1 beschäftigt sich TV-Experte Marcel Reif mit der Krise des HSV. Und diese macht ihn ratlos. „Es sieht düster aus. Aber man hat sich ja daran gewöhnt – wobei ich beim Versuch zu verstehen, was beim HSV immer wieder schiefläuft, langsam an meine Grenzen stoße“, schreibt Reif und stellt fest: „Wenn man sich zum Beispiel die Personalpolitik anschaut: So schlecht ist sie ja eigentlich nicht. Sie holen André Hahn, Filip Kostic. Das waren eigentlich gute Einkäufe, Leute, die bei ihren früheren Klubs gut gespielt haben. Beim HSV versinken diese guten Spieler dann aber in einem Treibsand. Sie werden schlechter. Und den Versuch, mir zu erklären, warum das immer wieder so läuft, habe ich längst aufgegeben.“ Das Fazit des Reporter-Urgesteins: „Geh zum HSV – und du wirst schlechter. Das ist die Regel. Und solange die gilt, ist auch logisch, dass der Verein nicht vorankommt. Sie schleppen sich von Wochenende zu Wochenende. Mit ungewissem Ergebnis.“

Nach der Pleite zum Rückrunden-Auftakt in Augsburg (1:0) betonte Markus Gisdol, dass man „noch härter“ an den Defiziten arbeiten werde. Doch die Woche vor dem so wichtigen Heimspiel am kommenden Sonnabend im Volkspark gegen Schlusslicht 1. FC Köln beginnt für die Profis des HSV mit einem freien Tag. Am Dienstag steht dann eine Doppelschicht auf dem Programm.

Nachdem er schon auf den Rückrunden-Start in Augsburg (0:1) verzichten musste, droht Aaron Hunt auch am Sonnabend gegen den 1. FC Köln auszufallen. Der Offensiv-Allrounder leidet laut Trainer Markus Gisdol unter einer „heftigen Knöchelprellung mit Bluterguss“, die ihn durchaus auch in dieser Woche noch zur Pause zwingen könnte.

Seit fünf Spielen wartet der HSV auf einen Sieg, startete gestern in Augsburg (0:1) mit einer weiteren Pleite in die zweite Saisonhälfte und belegt weiter den 17. Platz. Die MOPO bat zur Online-Umfrage: Ist Markus Gisdol noch der richtige Trainer für den HSV? Mehr als 14.400 Anhänger beteiligten sich und sorgten für ein klares Votum: 65 Prozent stimmten für den Wechsel auf der Position des Chefcoaches. 35 Prozent vertrauen auf Gisdol.

Admira Wacker Mödling wird Mats Köhlert zumindest vorerst nicht verpflichten. Der 19-jährige Flügelspieler konnte zwar bei einem Probetraining sportlich überzeugen, der HSV will ihn allerdings nur ohne Kaufoption verleihen. Für den Tabellenvierten der österreichischen Liga ist er aus diesem Grund derzeit kein Thema. Köhlert ist bereits nach Hamburg zurückgekehrt und wird auch in der Rückrunde für die U21 des HSV auflaufen.

Der 1. FC Köln, Bundesliga-Schlusslicht und am kommenden Sonnabend der nächste Gegner des HSV im Volkspark, ist mit einem Sieg in die zweite Saisonhälfte gestartet. Winter-Einkauf Simon Terodde sorgte mit seinem Treffer in der sechsten Minute der Nachspielzeit für das 2:1 im Rhein-Derby gegen Gladbach. Damit verringerte der FC den Abstand auf den Vorletzten aus Hamburg auf sechs Zähler.

Der frühere Vorstands-Boss Bernd Hoffmann (2003 bis 2011) will beim HSV zurück an die Macht, stellt sich im Februar zur Wahl des Vereins-Präsidenten und tritt dann gegen den bisherigen Amtsinhaber Jens Meier an. Was ihn antreibt, wieder Verantwortung übernehmen zu wollen? „Das Präsidium des e.V. hat eine sehr wichtige Funktion – innerhalb des e.V., aber natürlich auch innerhalb der AG. Weil der Präsident des e.V. nicht nur zuständig ist für den gesamten Universalsportverein mit seinen 30 Abteilungen, sondern auch einen direkten Sitz im Aufsichtsrat der Fußball-AG und damit in dem Gremium hat, das die Geschicke des Fußballs leitet. Mich reizt die Aufgabe – daher habe ich mich jetzt darum beworben“, sagte Hoffmann bei NDR 90,3.