Die Bundesliga war auch in der Saison 2016/17 die zuschauerstärkste europäische Liga. Das geht aus dem offiziellen Zuschauerbericht hervor, den die Association of European Professional Football Leagues (EPFL) als 2005 gegründete Vertretung von inzwischen 32 europäischen Profifußball-Ligen und mehr als 900 Klubs aus 25 Ländern am Montag veröffentlicht hat. Der Durchschnittswert von 40.693 Besuchern pro Begegnung war in der vergangenen Spielzeit mit großem Abstand unerreicht – es folgen die englische Premier League (35.838), die spanische LaLiga (27.609), die italienische Serie A (22.177) sowie die französische Ligue 1 (21.208). Zum Erfolg der Bundesliga trug auch der HSV mit einem Schnitt von 53.341 Zuschauern pro Heimspiel maßgeblich bei.

Das DFB-Sportgericht hat den HSV im Einzelrichterverfahren nach Anklageerhebung durch den DFB-Kontrollausschuss wegen dreier Fälle eines unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger mit einer Strafe in Höhe von 30.000 Euro belegt. In der Begründung heißt es: „In der ersten Halbzeit des Bundesligaspiels bei Hannover 96 am 15. September 2017, kurz vor Anpfiff des Bundesligaspiels bei Schalke 04 am 19. November 2017 und zu Beginn des Bundesligaspiels gegen Eintracht Frankfurt am 12. Dezember 2017 wurde jeweils vermehrt Pyrotechnik im Hamburger Zuschauerblock abgebrannt. Die Spiele in Hannover und gegen Frankfurt mussten aufgrund der Rauchentwicklung kurzzeitig unterbrochen werden.“ Der Verein hat dem Urteil zugestimmt, es ist damit rechtskräftig.

Trotz der miesen Vorstellung seiner Mannschaft zum Auftakt der Rückrunde in Augsburg (0:1) verzichtete Markus Gisdol darauf, den geplanten Ablauf im Hinblick auf den Keller-Kracher am Sonnabend gegen Schlusslicht 1. FC Köln zu verändern. Es blieb beim freien Montag. „Ich halte nichts von Aktionismus“, begründete der HSV-Coach seine Entscheidung. Für morgen hat Gisdol im Volkspark eine Doppelschicht angesetzt.

Sportchef Jens Todt hat es bislang ausgeschlossen, dass der HSV den bei Trainer Markus Gisdol in Ungnade gefallenen und daher wechselwilligen Brasilianer Walace in diesem Winter auf Leihbasis abgeben würde. Doch nun berichtet „Globo Esporte“, dass die Hamburger mittlerweile dazu bereit seien, mit Flamengo Rio de Janeiro über ein 18-monatiges Leihgeschäft zu verhandeln. Vertreter des Klubs seien daher auf dem Weg nach Deutschland. Walace, so heißt es, habe sich für Flamengo und gegen Atlético Mineiro entschieden, die ebenfalls an dem 22-Jährigen interessiert sind.

„Wenn man Gladbach schlägt und Wolfsburg schlägt, dann kann man auch den HSV schlagen“, sagte Kölns Trainer Stefan Ruthenbeck heute mit Blick auf Spiel beim direkten Konkurrenten am Sonnabend (18.30 Uhr). Holt der FC auch dort einen Sieg, würde er bis auf drei Punkte an die Hamburger heranrücken. „Wir waren schon abgestiegen. Totgesagt. Nichtskönner“, meinte Ruthenbeck: „Ich sehe eine Mannschaft, die sich wehrt, die sehr aggressiv ist, die an sich glaubt und die nie aufsteckt. Jetzt hat der HSV den Druck. Die sehen auch, was sich in Köln gerade entwickelt.“

Der HSV ist weiter verzweifelt auf der Suche nach einem offensiven Mittelfeldspieler, der 1. FC Köln hat ihn schon gefunden. Der frühere französische Junioren-Nationalspieler Vincent Koziello (22) absolviert derzeit den Medizincheck und wird anschließend einen Vertrag beim Bundesliga-Schlusslicht bis 2022 unterschreiben. Sein Marktwert wird auf elf Millionen Euro taxiert, doch Kölns Sportdirektor (und Ex-HSV-Coach Armin Veh) soll sich mit OGC Nizza auf eine Ablöse in Höhe von drei Millionen Euro geeinigt haben. Geht alles glatt, steht Koziello schon am Sonnabend in Hamburg im FC-Kader.