Viele Fans hatten nach der Entlassung von Markus Gisdol mit ihm gerechnet und auch darauf gehofft, doch nicht Felix Magath, sondern dessen langjähriger Lehrling Bernd Hollerbach soll den HSV vor dem Abstieg retten. Und Magath ist vollauf von seinem früheren Assistenten überzeugt. „Die Mannschaft darf damit rechnen, dass sie besser trainiert wird und besser geführt wird. Und zwar so, dass sie nicht nur gegen direkte Konkurrenten gewinnen kann, sondern auch gegen Mannschaften, die eigentlich stärker besetzt sind. Ich gehe sogar davon aus, dass der HSV mit dem Abstiegskampf nichts mehr zu tun haben wird“, sagte Magath der „Bild“. Und weiter: „Ich habe mit ihm  ja sehr erfolgreich zusammengearbeitet, deswegen kann ich ihn ganz gut beurteilen, vielleicht sogar am besten von allen. Aufgrund seiner Erfahrung als Profi und als Trainer halte ich ihn für genau den Richtigen, um den HSV da unten rauszuführen.“

Wie Vorgänger Bruno Labbadia wird auch Markus Gisdol als Retter des Dinos in die Vereinshistorie eingehen. Das 2:1 gegen Wolfsburg am letzten Spieltag der vergangenen Saison war der Höhepunkt seiner Amtszeit. Nach der Rettung folgten das peinliche Pokal-Aus in Osnabrück, zwei Siege zum Saisonstart und dann der aktuelle Absturz bis auf Platz 17. Von seinen insgesamt 48 Liga-Spielen auf der HSV-Bank könnte Gisdol nur 14 gewinnen. Bei zehn Unentschieden gab es 24 Niederlagen. Der erschütternde Punkteschnitt pro Spiel liegt bei 1,08! Die letzten vier Spiele gingen allesamt verloren, Gisdol wirkte zunehmend ratlos, seine Maßnahmen griffen nicht mehr. Folgerichtig kam es nun zur Entlassung.

Markus Gisdol feiert mit den HSV-Fans den Klassenerhalt. (Foto: Witters)

Der neue Trainer Bernd Hollerbach wird nicht nur als potenzieller Retter bis zum Saisonende beim HSV unterschreiben. Sein Vertrag wird bis Sommer 2019 laufen – und auch für die 2. Liga gelten. Morgen um 15 Uhr wird „Holler“ sein erstes Training im Volkspark leiten. Am Sonnabend (15.30 Uhr) steigt dann in Leipzig seine Premiere als Cheftrainer des Bundesliga-Dinos.

Markus Gisdol verabschiedet sich mit Wehmut vom HSV. „Ich habe sehr gern für den HSV, mit dieser Mannschaft und mit den Menschen in diesem Verein gearbeitet. Es war eine sehr intensive Zeit“, ließ der Ex-Trainer nach seiner Entlassung mitteilen. Mit Blick auf den Abstiegskampf meinte der Coach, dessen Vertrag 2019 laufen sollte: „Der Klub steht vor großen Herausforderungen. Hierfür wünsche ich den Verantwortlichen das nötige Glück. Die Mannschaft kann es auch diese Saison wieder schaffen. Davon bin ich total überzeugt.“ Gisdol hatte den Dino in der vergangenen Saison aus fast aussichtsloser Position vor dem Abstieg gerettet.

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