Zugänge? Offen! Abgang? Offen! Walace will den HSV nach wie vor verlassen, eine Einigung ist aber nicht in Sicht. Das Gezerre um den 22-jährigen Brasilianer, der zu Jahresbeginn drei Tage in den Streik trat und seither von Markus Gisdol nicht mehr berücksichtigt wurde, geht weiter. Sportchef Jens Todt: „Bei Walace sieht es so aus, dass Flamengo sehr stark daran interessiert ist, ihn zu holen, wir aber sehr stark daran interessiert sind, dass er bei uns bleibt. Wir werden mit ihm ein Gespräch führen und wir werden auch mit seinem Berater zeitnah ein Gespräch führen.“

Ein neuer Trainer ist gefunden, aber erhält er auch das eine oder andere Antrittsgeschenk in Form neuer Spieler? „Zunächst einmal wird sich Bernd Hollerbach jetzt einen Eindruck verschaffen von der Mannschaft und wir werden dann in den nächsten Tagen sehr intensiv über den Kader reden. Natürlich ist der Trainer ganz stark involviert in die Planung“, sagte HSV-Sportchef Jens Todt und betonte: „Wir halten unsere Augen offen, sind überhaupt nicht untätig, sondern sondieren sehr intensiv den Markt.“

Bernd Hollerbach sieht sich in seiner Rolle als Trainer des HSV nicht nur auf dem Platz, sondern auch als Psychologe gefordert. „Die Mannschaft ist sicher ein bisschen verunsichert durch die ganzen Negativerlebnisse, da werde ich auch mit vielen Gesprächen ansetzen“, sagte der 48-Jährige bei seiner Präsentation und stellte klar: „Wichtig ist mir, dass wir als Einheit auftreten und dadurch mehr Stabilität auf den Platz bringen, dass wir kompakt stehen.“

Die Stammkräfte dürfen sich ihrer Rolle nicht mehr sicher sein, die bisherigen Reservisten können hoffen. Denn Bernd Hollerbach interessiert sich nicht dafür, was unter Markus Gisdol war, der neue Coach bewertet alles neu, auch das Keeper-Duell zwischen Christian Mathenia, der erst zu Beginn der Rückrunde von Julian Pollersbeck abgelöst wurde. „Ich habe der Mannschaft gesagt, dass jetzt alles wieder offen ist. Das gilt auch für die Torwart-Position. Ich verschaffe mir in den kommenden Tagen ein Bild von den Spielern und werde dann vor dem Spiel in Leipzig Entscheidungen treffen“, sagte Hollerbach.

Sportchef Jens Todt hat betont, dass er den Karriereweg des neuen Hoffnungsträgers aus der Distanz recht intensiv begleitet hat. „Ich habe sehr genau verfolgt, wie Bernd Hollerbach in Würzburg gearbeitet hat. Das war eine sehr erfolgreiche Zeit, dazu mit sehr bescheidenen Mitteln, das war eine starke Trainer-Leistung. Ich hatte ihn immer auf dem Zettel, weil ich darum bemüht bin, die interessanten Trainer zu verfolgen. Daher hatten wir immer mal sporadisch Kontakt“, sagte Todt, der schätzt, wie Hollerbach die Dinge anpackt: „Er legt sehr viel Wert auf Disziplin und hat es in Würzburg geschafft, eine Mannschaft zu formen, die eine verschworene Einheit ist, in der sich jeder für die Gruppe verantwortlich fühlt. Da war Bernd Hollerbach eine Lokomotive.“

Hart, aber herzlich! Unter Bernd Hollerbach müssen sich die Profis des HSV an andere Arbeitszeiten gewöhnen. Training, nach Hause? Nicht unter dem neuen Coach, der den Acht-Stunden-Tag für die Hamburger Kicker einführt. „Wir werden morgen um 8.30 Uhr gemeinsam frühstücken, dann werden wir trainieren, dann essen wir gemeinsam Mittag und dann werden wir wieder trainieren. Das halte ich immer so, wenn wir zweimal am Tag trainieren, dass die Spieler auf dem Stadiongelände bleiben“, stellte Hollerbach klar.

Die erste Trainingseinheit mit der Mannschaft hat Bernd Hollerbach (48) bereits absolviert, nun folgt die öffentliche Vorstellung des neuen HSV-Coaches durch Vorstands-Boss Heribert Bruchhagen und Sportchef Jens Todt. Hier die wichtigsten Aussagen des Trios, das den Liga-Dino vor dem Abstieg bewahren will.

Bruchhagen: „Eine Trainerentlassung ist kein erfreulicher Vorgang. Aber wir haben das Ziel, mit der Veränderung auf diesem Posten auch eine generelle Veränderung herbeizuführen.“

Hollerbach: „Ich muss mich sicher nicht groß vorstellen, die meisten kennen mich noch. Ich wollte schnell zur Mannschaft kommen. Jens Todt und ich kennen uns aus Karlsruher und Würzburger Zeiten. Wir haben nach dem Köln-Spiel zum ersten Mal Kontakt gehabt – und Sonntag habe ich mich auf den Weg gemacht.“

Todt: „Er ist ein Trainer, der viel Wert auf Disziplin legt, der darauf achtet, dass die Gruppe funktioniert. Ich habe ihn immer auf dem Zettel gehabt.“

Hollerbach: „Mein erster Eindruck ist sehr positiv. Alle hauen sich voll rein, aber das ist ja immer so, wenn ein neuer Trainer da ist. Ich will, dass meine Mannschaft kompakt steht und agiert, nicht nur reagiert. Ich reagiere darauf, was mir die Spieler anbieten. Werde viele Einzelgespräche führen, dafür sorgen, dass wir eine Einheit werden und gemeinsam die Punkte holen.“

Todt: „Er hat eine Mischung aus natürlicher Autorität und Herzlichkeit.“

Hollerbach: „Ich bin HSVer, ich habe den HSV daher immer beobachtet und weiß daher, wie die Spiele gelaufen sind. Es war nicht schön in den letzten Jahren, es ist etwas Besonderes, dass die Fans den Klub immer unterstützen. Was vorher war, muss jetzt ad acta gelegt werden. Es war immer so, dass ich eher an die Chance glaube, nicht an das Scheitern.“

Todt: „Wir beobachten den Markt intensiv, sind da überhaupt nicht untätig. Der Trainer wird sich jetzt ein Bild machen und dann über jede Position sprechen. Er ist da total involviert.“

Hollerbach: „Jetzt gilt es die Ärmel hochzukrempeln und gemeinsam alles dafür zu tun, um die Klasse zu halten. Das ist das einzige, was mich jetzt interessiert. Jeder, der mich als Spieler gekannt hat, der weiß, dass ich alles reinhauen werde.“

Hollerbach: „Ich habe der Mannschaft gesagt, dass jetzt alles wieder offen ist. Das gilt auch für die Torwart-Position. Ich verschaffe mir in den kommenden Tagen ein Bild von den Spielern und werde dann vor dem Spiel in Leipzig Entscheidungen treffen.“

Todt: „Wenn man nach 19 Spielen mit 15 Punkten auf einem Abstiegsplatz steht, dann liegt das natürlich nicht allein am Trainer. Jeder hat seinen Teil dazu beigetragen und jeder wird alles dafür tun, um wieder erfolgreich zu sein.“

Hollerbach: „Wir werden morgen um 8.30 Uhr gemeinsam frühstücken, dann werden wir trainieren, dann essen wir gemeinsam Mittag und dann werden wir wieder trainieren. Das halte ich immer so, wenn wir zweimal am Tag trainieren, dass die Spieler auf dem Stadiongelände bleiben.“

 

 

Das war’s, das erste Training von Bernd Hollerbach als HSV-Coach ist vorbei. Während sich die Profis in den Feierabend verabschieden, hat ihr neuer Vorgesetzter gleich seinen ersten Auftritt vor den Medien. Um 17.15 Uhr stellt er sich gemeinsam mit Vorstand Heribert Bruchhagen und Sportchef Jens Todt den Fragen der Reporter.