Sportchef Jens Todt hat sich erneut mit Walace und seinem Berater Rogério Braun zusammengesetzt. Dabei wurde dem Brasilianer noch mal klar gemacht, dass das Angebot von Flamengo Rio de Janeiro für den HSV nicht akzeptabel sei. Walace wurde ein Neustart beim HSV angeboten, zudem will man ihn bei allen familiären Dingen unterstützen. Stand jetzt will der Brasilianer trotzdem weiterhin wechseln.

Die MOPO berichtete heute bei HSV24 über den Antrag des langjährigen Seniorenrats-Chefs Peter Gottschalk, am 18. Februar bei der Mitgliederversammlung des HSV e.V. darüber abstimmen zu lassen, keine AfD-Mitglieder im Verein und der Fußball-AG zuzulassen. Die Rechtspopulisten haben dazu eine Pressemitteilung verschickt, in der Alexander Wolf, Vorsitzender der AfD-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft und „bekennender HSV-Fan“, wie folgt zitiert wird: „Der Vorgang ist skandalös, und zwar aus mehreren Gründen: Erstens sollte Sport nicht mit Politik vermengt werden – wenn man damit anfängt, wo hört man da auf. Zweitens: Während führende Sportfunktionäre, Verbände und Spitzensportler immer wieder zu Toleranz aufrufen, wird hier das genaue Gegenteil gefordert – Intoleranz pur. Es ist ein seltsames Demokratieverständnis, wenn man Mitglieder der drittstärksten Partei im Deutschen Bundestag stigmatisieren und ausgrenzen will. Diese undemokratische Ausgrenzungspolitik erinnert an ganz dunkle Zeiten der deutschen Geschichte.“

VfL 93 Hamburg, VfB Lübeck, Würzburger Kickers – als Cheftrainer hat Bernd Hollerbach bislang noch nicht auf der ganz großen Fußballbühne gestanden. Allerdings darf sich der neue HSV-Coach offiziell Deutscher Meister nennen. Den Titel gewann er in mit dem VfL Wolfsburg in der Saison 2008/2009 als Co-Trainer von Felix Magath. Der Triumph der Niedersachsen war damals eine echte Sensation – und Hollerbach hat seinen Teil dazu beigetragen. Gemeinsam mit Magath wechselte er dann zu Schalke, das Duo kehrte aber noch einmal nach Wolfsburg zurück.

Bernd Hollerbach mit Sohn Ben und Meisterschale (Foto: Witters)

Auch die zweite Einheit des Tages ist geschafft. Das Nachmittagstraining mit Taktik (unter anderem verschieben und Spieleröffnung) als Schwerpunkt hat gut eine Stunde gedauert. Nun geht es für die Profis in den Feierabend.

Nach der Laufeinheit am Vormittag steht beim zweiten Training des Tages die Taktik im Vordergrund. Ohne Ball lässt Bernd Hollerbach das Verschieben als Mannschaft auf dem Platz üben. Als Grundformation hat er zumindest für das Training in der Abwehr eine Fünferkette gewählt.

„Ich bin HSVer“, sagte Bernd Hollerbach bei seiner Vorstellung als neuer Trainer. Das stimmt natürlich auch, der Verteidiger spielte schließlich von 1996 bis zu seinem Karriereende 2004 im Trikot mit der Raute. Sein Bundesliga-Debüt gab „Holler“ allerdings 1991 für den FC St. Pauli, der ihn aus Würzburg verpflichtet hatte. Den Abstieg des Kiezklubs konnte er nicht mehr verhindern. Vier Jahre lang spielte Hollerbach dann mit St. Pauli in der 2. Liga, ehe 1995 die Rückkehr in die Bundesliga gelang. Nach der rauschenden Party am Millerntor wechselte er zum 1. FC Kaiserslautern und nur ein halbes Jahr später zu seinem HSV.

Prost! Bernd Hollerbach (l.) feiert mit dem FC St. Pauli 1995 den Bundesliga-Aufstieg. (Foto: Witters)

Am 18. Februar kommt es bei der Mitgliederversammlung des HSV e.V. nicht nur zum Wahl-Showdown zwischen dem amtierenden Präsidenten Jens Meier und Herausforderer Bernd Hoffmann. Auch über einen brisanten Antrag des langjährigen Seniorenrats-Chefs Peter Gottschalk wird dann abgestimmt: „Die Mitgliederversammlung fordert das Präsidium auf dafür zu sorgen, dass AfD-Mitglieder oder gleichgesinnte Personen nicht Mitglied im Hamburger-Sport-Verein e.V. werden oder der HSV Fußball AG angehören.“ Seine Begründung: „Kein Platz für Rassismus! Toleranz und Solidarität sind Werte, die innerhalb jeder Sportart zählen.“