In der vergangenen Saison reiste der HSV ebenfalls als klarer Außenseiter nach Sachsen, gewann aber mit 3:0. Nun sind die „Roten Bullen“ heiß auf die Revanche. „Hamburg ist der Sieg über uns hier in Leipzig sicher noch in guter Erinnerung – uns allerdings auch. Wir wollen das auf jeden Fall besser machen“, sagte Coach Ralph Hasenhüttl, der aber warnt: „Beim HSV wird sich mit dem neuen Trainer wahrscheinlich einiges ändern. Das kann ein anderes System sein, eventuell auch eine neue Zusammenstellung der Mannschaft – alles ist möglich. Das macht es schwer, uns optimal auf den HSV vorzubereiten.“ Er geht von einem defensiven Kontrahenten aus. „Ich erwarte mit Hamburg einen Gegner, der sehr tief steht und uns wenig Räume lassen wird. Ich gehe davon aus, dass der erste Schritt des neuen Trainers ist, Stabilität in die Mannschaft zu bekommen.“

Im vergangenen Sommer ließ Ralph Hasenhüttl seinen Kumpel während des Trainingslagers in Seefeld (Österreich) über die Schulter schauen, am Sonnabend steht Bernd Hollerbach ihm als Coach des HSV als Gegner gegenüber. Leipzigs Trainer: „Wir kennen uns sehr gut. Bernd hat in Würzburg einen super Job gemacht und war mit seiner Mannschaft sehr erfolgreich. Ich finde, er ist ein toller Typ und ich freue mich auf ein Wiedersehen.“

Von 2000 bis 2004 kickten sie gemeinsam für den HSV, jetzt soll Bernd Hollerbach den Liga-Dino vor dem Abstieg bewahren, während Sergej Barbarez als Fan die Daumen drückt. Der Bosnier hofft auf den alten Kumpel, im „Kicker“ sagte er: „Er war als Spieler bei den Gegnern gefürchtet, aber als Mitspieler hattest du ihn gern in deiner Mannschaft. Ein Vollprofi, der total fokussiert war und nicht nur für den Beruf gelebt hat, sondern auch für die Mannschaft. Kurzum: Er war der Typ Profi, den ich beim HSV heute vermisse.“

Für Bernd Hollerbach ist RB Leipzig eine Mannschaft, „die immer in die Champions League gehört“, doch der neue Trainer sieht durchaus eine Chance für sein Team beim Vizemeister: „Wenn wir als Einheit auftreten, sind wir schwer zu schlagen.“ Dabei setzt er auf ein Abwehr-Bollwerk – und denkt an eine Fünferkette mit drei Innen- und zwei Außenverteidigern. „Ich habe schon einige Ideen im Kopf – aber die werde ich meinem Freund Ralph Hasenhüttl jetzt nicht verraten“, lässt sich Hollerbach nicht in die Karten blicken.