Lange Zeit war er mit knapp zehn Millionen Euro Ablöse der teuerste HSV-Einkauf aller Zeiten. Doch so richtig glücklich wurde Marcus Berg in Hamburg nie. Nachdem er anschließend für Panathinaikos Athen mächtig knipste und griechischer Torschützenkönig wurde, spielt Berg mittlerweile bei Al Ain in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Auch dort läuft es: Elf Mal traf der Schwede in bislang 13 Spielen, steht mit seinem Klub auf Platz eins. Im Sommer fährt Berg als Stammspieler mit Schweden zur WM. Da fragt man sich: Was lief beim HSV nur schief mit ihm?

Sortchef Jens Todt steht in der Kritik. Nun äußert sich Aufsichtsratschef Andreas Peters: „Wir halten es im Aufsichtsrat normalerweise so, dass wir intern sprechen und uns vertraulich zu allen Themen austauschen. Ich bin sehr enttäuscht, dass nun kurz vor dem Bundesligaspiel gegen Hannover klubschädigende Unruhe geschürt wird. Wir werden das in angemessener Form intern aufarbeiten. Mehr gibt es zu den Gerüchten und Spekulationen nicht zu sagen.“

Der HSV geht ohne Verstärkung in die heiße Phase des Abstiegskampfs. Sportchef Jens Todt hatte in den vergangenen Tagen und Wochen zwar mehrere Optionen geprüft, konnte jedoch aufgrund der finanziellen Schieflage des Vereins nichts davon umsetzen. Im Aufsichtsrat der Fußball AG hat Todt an Kredit verspielt, sogar seine sofortige Absetzung wird diskutiert und von einigen Mitgliedern gefordert. Doch diese haben gegen ihn keine Handhabe, denn allein der Vorstand mit Heribert Bruchhagen und Frank Wettstein bestimmt über die Besetzung des Manager-Postens. Daher bleibt Todt gelassen. „Dass es in unser sportlichen Situation Kritik gibt, ist normal“, sagte er der MOPO. Fehlendes  Vertrauen in seine Person habe er innerhalb des Vereins bislang auch nicht wahrgenommen. Dass er im Kontrollgremium Gegner habe, wollte Todt nicht kommentieren: „Ich äußere mich nicht zu Aufsichtsratsthemen. Wir konzentrieren uns nur auf den Fußball.“

Hannovers Österreicher Martin Harnik, ein gebürtiger Hamburger, hat ein Angebot in der Winterpause von Werder Bremen bestätigt. „Natürlich macht man sich seine Gedanken, wenn so eine Anfrage kommt. Jedes Angebot ehrt einen Spieler auch, und bei Werder hat meine Profilaufbahn ja auch begonnen“, sagte der Torjäger dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Das Bremer Angebot lehnte 96-Manager Horst Heldt jedoch ab. „Für mich ist es auch eine Wertschätzung, wenn der Verein von vornherein sagt, dass er mich nicht abgeben will. Dementsprechend bin ich mit der Entscheidung absolut zufrieden und glücklich, hier zu sein“, erklärte Harnik. „Nichtsdestotrotz habe ich immer betont – und das ist auch so geblieben -, dass ich mich in Hannover super wohl fühle.“

Vor fünf Tagen vermeldete die MOPO exklusiv, dass Bernd Hollerbach sie in Kürze in seinen Trainerstab aufnehmen wolle – nun ist Maria Wallenborn da! Die 43-Jährige kümmert sich ab sofort vor allem um die Belange des Trainers aber auch der Mannschaft. Schon zu Hollerbachs Zeiten bei den Würzburger Kickers war sie Hollerbachs Chef-Organisatorin und Assistentin, ehe sie im vergangenen Sommer als Teammanagerin zum VfL Wolfsburg wechselte. Dort vereinbarte sie allerdings eine „Hollerbach-Klausel“ – sollte ihr Vertrauter sie rufen, dürfe sie gehen. Dieser Fall tritt nun ein. Als Teammanagerin soll sie künftig auch weite Teile der Arbeit übernehmen, die bislang Hockey-Olympiasieger Tobias Hauke abdeckte.

Neue Teammanagerin des HSV: Maria Wallenborn Foto: Witters

Für das Norddderby am Sonntag (18 Uhr) gegen Hannover 96 sind bislang knapp 44.000 Tickets verkauft. Bernd Hollerbach hofft bei seinem Heimdebüt als Trainer auf noch mehr Unterstützung. Er wird auf der Vereinshomepage zitiert: „Die HSV-Fans sind einzigartig und können gerade in unserem Stadion eine besondere Wucht und Kraft erzeugen. Sie haben in der Vergangenheit in engen Spielen immer wieder den entscheidenden Unterschied ausgemacht. Zu meiner aktiven Zeit als Spieler habe ich diese Dynamik etliche Male hautnah miterleben dürfen. Deshalb freue ich mich sehr, am Sonntag als HSVer zurückkehren zu dürfen.“