Hannovers Trainer André Breitenreiter hat übrigens in Hamburg seine Profikarriere begonnen. Er erzielte in 71 Bundesligaspielen für den HSV zwölf Tore. Als Trainer gewann er vier seiner fünf Begegnungen mit dem Ex-Klub, dessen Trikot er einst gemeinsam mit dem neuen HSV-Coach Bernd Hollerbach trug. Sie feierten im Februar 1996 einen 2:1-Sensationssieg gegen die Bayern (Breitenreiter schoss ein Tor) und am Saisonende sogar den Einzug in den UEFA-Cup.

UEFA-Cup, wir kommen! Jörg Albertz (l.), Bernd Hollerbach (M.) und André Breitenreiter feiern nach dem 4:1-Sieg am letzten Spieltag in Frankfurt. (Foto: dpa)

Die Verantwortlichen kämpfen darum, Fiete Arp langfristig an den Verein zu binden. HSV-Fan Klaus Körner will mithelfen und schickte der MOPO eine Botschaft an das Sturm-Juwel. Sein Angebot: Er ist zu einem Tauschgeschäft bereit, sollte der 18-Jährige in Hamburg bleiben. Hier der offene Brief:

Lieber Fiete!

Du kannst ein großes Zeichen setzen in diesen schwierigen Zeiten für unseren HSV. Unterschreibe doch einfach den Fünf-Jahres Vertrag und erkläre öffentlich, dass Du auch bei einem Abstieg bleiben würdest. Auch Lukas Podolski ist mit seinem Verein in die  Zweite Liga gegangen und sicherlich kein schlechtes Vorbild.

Ich bin aber überzeugt, dass nach einem positiven Signal wie Deiner Vertragsverlängerung der Klassenerhalt erreicht und unser Dino ewig leben wird. 2023 bist Du erst 23 Jahre alt und könntest dann immer noch den nächsten Schritt in Deiner Karriere gehen. Vielleicht bist Du aber bis dahin ein echtes HSV-Idol und kannst der norddeutsche Thomas Müller werden, wenn der HSV dann wieder erfolgreich ist.

Lieber Fiete, als kleinen Anreiz für Deine Unterschrift würde ich Dir meine Original-Eintrittskarte von Athen 1983 schenken. Ich habe als kleiner Junge 1966 Uwe Seeler als Kapitän der deutschen Nationalelf im WM-Endspiel gegen England gesehen und bin seit dieser Zeit HSV-Fan.

Ich wünsche Dir alles Gute für Deine Zukunft und denke mal drüber nach.

Liebe Grüße, Klaus Körner

Auf dem Trainingsplatz hat Bernd Hollerbach die Mannschaft in A- und B-Elf eingeteilt. Demnach setzt der Coach weiterhin in der Abwehr auf eine Fünferkette mit Santos, van Drongelen, Papadopoulos, Sakai jmd. Diekmeier. Im defensiven Mittelfeld stehen Walace und Albin Ekdal, in der Offensive Kostic, Holtby und Wood. Im Vergleich zum Leipzig-Spiel gibt es mit Ekdal für Jung und Holtby für Hunt zwei Änderungen. Allerdings: Hunt und Jung fehlen bekanntlich heute auch auf dem Trainingsplatz.

Als einziger Bundesliga-Klub hat der Tabellenvorletzte HSV darauf verzichtet, etwas an seinem Profikader zu verändern. „Trotz der Transfers der Konkurrenz bin ich fest vom Klassenerhalt überzeugt“, sagte Jens Todt dem „Abendblatt“. Warum? „Weil unsere Spieler noch Steigerungspotenzial haben. Wir haben uns bisher unter Wert verkauft.“ Andererseits betonte der Sportchef: „Wir waren auf allen Positionen vorbereitet.“ Trainer Bernd Hollerbach hatte sich in erster Linie Verstärkung für die Offensive gewünscht. Erster Kandidat war Admir Mehmedi, der nun von Bayer Leverkusen zum VfL Wolfsburg wechselte. Todt: „Wir wollten Mehmedi ausleihen, ein Kauf wäre ohnehin utopisch gewesen.“ Dann bemühte sich der HSV um den polnischen Nationalstürmer Lukasz Teodorczyk von RSC Anderlecht. „Er ist ein hart arbeitender Stürmer, mit dem wir uns beschäftigt haben“, sagte der Hamburger Sportchef, doch „das Gesatpaket stimmte nicht.“ Anders ausgedrückt: Auch er war zu teuer.