Er ist einer der einflussreichsten Berater in der Bundesliga, vertritt mit seiner Agentur SportsTotal unter anderem Toni Kroos, Julian Weigl, Benedikt Höwedes und Lars Stindl. Volker Struth aber war in den vergangenen Wochen abgetaucht. Der Grund: ein Blinddarmdurchbruch, der ihn nach Angaben der „Bild“ in Lebensgefahr gebracht haben soll. Während des Weihnachts-Urlaubs auf den Malediven passierte es. Eine dreistündige Not-Operation soll dem 51-Jährigen das Leben gerettet haben. Zurück in Deutschland bildeten sich Abszesse. Struth musste zwei weitere Operationen über sich ergehen lassen. „Ich hoffe, in den nächsten Wochen wieder voll einsatzfähig zu sein“, sagt der Mann, der beim HSV auch als persönlicher Berater von Investor Klaus-Michael Kühne Schlagzeilen schrieb und bei den Hamburgern so viele Spieler unter Vertrag hat wie kein anderer Berater. Struth vertritt die Interessen von Bobby Wood, André Hahn, Dennis Diekmeier, Luca Waldschmidt und Arianit Ferati.

Einige Fans vermuteten direkt, er habe eine Wette verloren. Julian Pollersbeck aber tat es wohl freiwillig. Der Ersatztorhüter kam heute frisch erblondet oder auch ergraut (je nach Sichtweise) zum Training. Schon gestern zeigte der erneut auf die Bank beorderte Keeper in einem Restaurant seinen neuen Haarschnitt, den Bayern-Stürmer Robert Lewandowski offenbar zum neuen Trend in der Bundesliga hat werden lassen.

Hannover 96 kann am Sonntagabend beim HSV mit Torjäger Niclas Füllkrug planen. Der zuletzt angeschlagene Angreifer meldete sich rechtzeitig fit. Ob Füllkrug in Hamburg wie zuletzt gegen den VfL Wolfsburg mit Martin Harnik an seiner Seite stürmen wird, ließ 96-Coach André Breitenreiter offen. „Wir versuchen immer, mutig aufzutreten. Mal sehen, für welche Formation wir uns entscheiden“, sagte Hannovers Trainer. Im Tor der Niedersachsen wird wieder Philipp Tschauner stehen. Trotz des Patzers bei der 0:1-Niederlage gegen Wolfsburg vor einer Woche schenkt Breitenreiter seinem Stammkeeper weiter das Vertrauen. Daran, dass sein Team im Falle einer weiteren Niederlage den Blick in der Tabelle wieder nach unten richten müsste, verschwendet der Coach keinen Gedanken. „Wenn wir gegen Wolfsburg gewonnen hätten, würden wir jetzt hier nur über den Europapokal reden. Nein, das geht mir alles zu schnell.“

Sportchef Jens Todt will bei der Frage um die Zukunft von Kapitän Gotoku Sakai zügig Fakten schaffen. Für die kommende Woche habe er mit dem Japaner und dessen Berater Guido Walter ein Treffen angesetzt. „Ich bin zuversichtlich, dass wir uns danach einigen werden“, sagte Todt dem „Hamburger Abendblatt“. Mit Dennis Diekmeier, dessen Vertrag am Saisonende ebenfalls ausläuft, sei dagegen kein neuer Gesprächstermin vereinbart. „Wir sind dennoch auch bei seiner Vertragsverlängerung schon sehr weit“, sagte Todt.

Kapitän Gotoku Sakai bestätigt, dass Trainer Bernd Hollerbach beim HSV die Zügel angezogen hat. „Wir sprechen mehr über Fußball, rücken enger zusammen. Wir müssen uns gemeinsam pushen, trainieren viel, auch wenn es manchmal wehtut. Es ist aber der richtige Weg. Wir brauchen eine harte Hand“, sagte der 27-Jährige der „Bild“-Zeitung. Er stehe neuerdings um kurz vor sieben Uhr morgens auf. „Nur bei Trainer Huub Stevens in meiner Stuttgarter Zeit war es noch früher. Da mussten wir 7.30 Uhr in der Kabine sein und um 8 Uhr wurde gefrühstückt.“

Beim HSV brennt mal wieder der Baum! Nach dem verdienten Punkt beim 1:1 in Leipzig, wollte Neu-Coach Bernd Hollerbach die Woche nutzen, um das Team auf das wichtige Heimspiel gegen Nordrivale Hannover 96 am Sonntag (18 Uhr/ im MOPO-Liveticker) vorzubereiten. Doch ein Putschversuch gegen Boss Heribert Bruchhagen und Sportchef Jens Todt sorgt für neuen Wirbel im Volkspark. Das sagt Trainer Bernd Hollerbach vor seiner Heimpremiere über…

die ersten zwölf Tage im Amt: Ich bin sehr positiv, auch was das Spiel in Leipzig anbelangt. Es war kein einfacher Auftakt. Nach dem 1:1 hat die Mannschaft ihr wahres Gesicht gezeigt. Ich hoffe, dass wir daran anknüpfen können. Neuzugänge in der Winterpause sind ein schwieriges Thema. Wir waren im ständigen Austausch, aber wir haben uns dann entschieden, mit dem jetzigen Kader den Klassenerhalt schaffen zu wollen.

Störfeuer aus dem Aufsichtsrat: Das ist jetzt im Moment ein Thema, für das ich meine Energie nicht verbrauchen möchte. Die Energie gilt allein dem sportlichen Bereich. Der Fokus liegt auf Hannover. Wir wollen ein gutes Spiel machen und die Punkte bei uns behalten.

Zuschauerschwund: Es ist klar, dass wir uns alle eine große Unterstützung wünschen. Ich bin mir sicher, dass am Sonntag das Stadion voll sein wird und bin mir sicher, dass das Stadion brennt.

die neue Unruhe im Verein: In der Bundesliga wird es ab und zu mal unruhig – gerade, wenn es sportlich nicht läuft. Ich habe mich immer darauf fokussiert, mich auf meinen Job zu konzentrieren. Ich spreche mit der Mannschaft über dieses Thema. Wir wollen so schnell wie möglich da unten rauskommen. Alles andere interessiert uns nicht. Wir wollen drei Punkte in Hamburg behalten.

Vertragssituation in Würzburg: Die Verantwortlichen waren immer im Austausch. Ich war mir sicher, dass es keine Probleme gibt. Das Thema ist abgehakt und liegt in der Vergangenheit.

den kommenden Gegner Hannover: Sie sind sehr gut organisiert, haben als Aufsteiger 27 Punkte geholt. 15 Tore aus Standards, da müssen wir auf der Hut sein. Wir müssen mutig nach vorne spielen, aber dürfen uns nicht auskontern lassen. Es ist eine schwere Aufgabe, die wir aber lösen können

Fiete Arp: Fiete war krank, dann ging es ihm besser. Nach Leipzig gab es einen Rückschlag, deshalb habe ich mich entschlossen, ihn komplett rauszunehmen. Er soll nichts verschleppen, zwei Tage Pause haben ihm gut getan.

die neue Teamchefin Wallenborn: Eine Frau im Staff ist neu, da haben alle geschaut. Aber ich denke, sie haben sich gefreut und es positiv aufgenommen. Ich bin mir sicher, dass die Maria uns verstärkt. Ich weiß, dass sie im zwischenmenschlichen Bereich sehr gute Arbeit gemacht hat.

das Personal: Gideon Jung hat einen Hexenschuss, Albin Ekdal hat im Training einen guten Eindruck gemacht. Er ist auf jeden Fall eine Alternative. Walace trainiert sehr gut, er redet nur noch über den HSV, wird täglich besser. Alles positiv bei ihm.

die Spielweise im Volkspark: Der Rhythmus ist wichtig, wir müssen variabel spielen können. Eine gesunde Mischung aus Offensive und Defensive wird entscheiden sein. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht ins offene Messer laufen. Geduld wird auch ein Faktor sein. Zuhause spielt man aber natürlich immer offensiver.

Kontakt zu Breitenreiter: Wir sind immer sehr gut miteinander ausgekommen. Andre macht einen tollen Job, nach dem Spiel haben wir dann Zeit, uns auszutauschen, vorher aber nicht. Die Freundschaft muss in den 90 Minuten ein wenig ruhen.

Lewis Holtby: Ich habe in Leipzig gesagt, ich mir etwas über Standards erhofft habe. Deshalb war Salihovic ein Trumpf für mich. Holtby hat sehr gut trainiert, ist ein vorbildlicher Profi, gibt immer Gas, nur leider kann ich immer nur 16 Feldspieler mitnehmen. Aber er ist sicherlich eine Option.

Nach dem gescheiterten Putschversuch von Teilen des HSV-Aufsichtsrats gibt es nun auch eine Reaktion von Heribert Bruchhagen. Der HSV-Boss: „Es ist doch normal, dass sich angesichts unserer prekären sportlichen Situation im Aufsichtsrat eine Diskussion entwickelt, die über die Position des Trainers hinausgeht. Diese Diskussion hat offensichtlich stattgefunden, mit dem bekannten Ergebnis. Weiteres gibt es nicht zu sagen. Unser Fokus liegt vollständig auf dem wichtigen Spiel gegen Hannover 96.“