Der frühere Nationalspieler Marcell Jansen feiert morgen (20 Uhr, Ochsenzoll) sein Comeback. Zweieinhalb Jahre nach seinem Karriereende steht er gegen Teutonia 05 erstmals im Kader der Oberliga-Truppe des HSV. „Ich war sehr positiv überrascht. Die Mannschaft, das Trainerteam, die Trainingsformen und -übungen haben mich sehr beeindruckt. Man wird richtig gefordert, das ist wirklich ein sehr hohes Niveau. Mit den Jungs macht es richtig Spaß und ich bin überzeugt, dass wir es mit unserem Teamgeist schaffen werden, die Klasse zu halten“, sagte Jansen. Auch Schatzmeister Dr. Ralph Hartmann, der einen großen Anteil an der Rückkehr des Ex-Profis hat, sieht das Comeback positiv für den gesamten Verein: „Marcell engagiert sich schon seit längerer Zeit im HSV e.V., ist Mitglied in diesem Verein und wird auch in Zukunft viel bewirken können. Wir gewinnen mit ihm nicht nur einen tollen Fußballer, sondern auch einen super Typen.“

Beim neuen Hamburger Fußball-Amateurtalk „Kalles Halbzeit im VERLIES“ mit Gastgeber Kalle Schwensen hat Vereinslegende Manfred Kaltz (65) knallhart über den HSV geurteilt: „Es gibt einen guten Spruch, den hat mal ein großer Trainer vom HSV gesagt: Mittelmaß holt immer Mittelmaß. Und das ist natürlich tödlich, wenn du nach oben willst.“ Und weiter: „Wir haben damals auch auf die Jugend gesetzt und es hat sich bewährt. Aber wir hatten damals auch gute Leute, die Ahnung hatten und Führungsspieler auf dem Platz, die uns geholfen und geleitet haben, sodass wir uns entwickeln konnten. Das ist heute nicht der Fall. Es gibt keine Führungsspieler beim HSV! Kyriakos Papadopoulos zum Beispiel ist offiziell Führungsspieler, aber der kann gar nicht helfen, weil er selbst zu viele Probleme auf dem Platz hat.“

Marco Fritz aus Korb wurde für die Partie am Sonnabend in Dortmund als Schiedsrichter angesetzt. Zuletzt hatte er den HSV am 21. Oktober 2017 beim 0:1 gegen die Bayern gepfiffen und dabei Gideon Jung nach einem Foul an Kingsley Coman nach nur 39 Minuten mit einer Roten Karte des Platzes verwiesen. Eine Entscheidung, die von den Hamburgern im Anschluss kritisiert wurde. Insgesamt hat der HSV von zwölf Liga-Spielen unter Fritz‘ Leitung vier gewonnen und sechs verloren.

Foto: Witters

Bernd Hollerbach würde sicher liebend gern mal Sturm-Juwel Fiete Arp über 90 Minuten bringen können. Zumal Bobby Wood weiterhin glücklos auftritt. Warum das kaum möglich ist, erklärte der Trainer heute auf der Pressekonferenz: „Das ist aktuell eine schwere Situation. Fiete war lange krank und er muss natürlich auch zur Schule. Wir müssen abwarten, wie es im Training aussieht. Er wird aber in Dortmund dabei sein. Ob von Anfang an, das werden wir sehen.“

Filip Kostic, der den HSV mit seinen beiden Treffern zuletzt zwei Punkte gerettet hat, ist für das Spiel in Dortmund optimistisch, wie er der MOPO im großen Exklusiv-Interview verraten hat. „Vieles entscheidet sich im Kopf, und ich habe den Eindruck, dass wir wieder an uns glauben, dass wir positiv sind und nach Dortmund fahren, um zu zeigen, was wir können“, sagte der Serbe. „Natürlich war das Selbstvertrauen eine ganze Weile im Keller, aber das hat sich geändert“, sagte Kostic. Die 1:1-Unentschieden in Leipzig und gegen Hannover 96 hätten gezeigt, „dass wir Moral haben und Leben in uns steckt“. Das komplette Interview gibt es heute in der gedruckten MOPO zu lesen!

HSV-Profi Filip Kostic (l.) im Gespräch mit MOPO-Reporter Matthias Linnenbrügger