Der frühere Bundesliga-Coach und DFB-Sportdirektor Robin Dutt hofft darauf, dass der HSV den Abstieg verhindern kann, ist aber skeptisch. Den neuen Coach sieht er als Glücksfall an. „Mit Bernd Hollerbach hat man einen perfekt zu ihnen passenden Trainer verpflichtet. Wenn es jemand dieses Jahr mit dem HSV schafft, dann er“, stellte Dutt bei „sport1.de“ fest, kritisierte aber die Unruhe in den Führungsgremien: „Das Bekanntwerden des sogenannten ‚Putsch-Versuches‘ kam natürlich zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Heribert Bruchhagen benötigt seine ganze Energie, dem Trainer und dem Sportdirektor den Rücken im Abstiegskampf freizuhalten. Wie soll er das machen, wenn hinter seinem Rücken gegen ihn gearbeitet wird?“ Steigt der HSV ab? Dutt: „Das darf sich kein Fußballfan wünschen. Der HSV gehört in die Bundesliga. Es wird wie so oft für den HSV in den letzten Jahren sehr eng. Automatisch gewinnt man die Relegation nicht jedes Mal.“

In der Pressekonferenz wurde Peter Stöger mit Statistiken konfrontiert, die dem HSV nicht gerade schmeicheln: Die wenigsten Pässe, die schlechteste Passquote, jeder fünfte Pass sei eine Flanke. Garniert mit der Frage, wie er sein Team „auf so wenig Fußball“ einstelle? Die Antwort des BVB-Trainers: „Das ist Kunst eines Trainers, die Mannschaft auf den jeweiligen Gegner einzustellen, darauf vorbereitet zu sein, was sie erwartet. Es werden viele lange Bälle kommen, es wird viel um zweite Bälle gehen. Sicherlich gibt es Mannschaften, die Spieler haben, die es im Aufbau besser lösen können, das muss man sagen. Aber die Hamburger haben trotzdem in ihren Möglichkeiten die Qualität, ein Bundesligaspiel zu gewinnen. Ganz egal, was die Statistik hergibt. Es ist uns klar, dass der HSV eher über das körperbetonte Spiel kommt, bei Standardsituationen gefährlich sein kann. Es gibt eben verschiedene Möglichkeiten, zum Erfolg zu kommen. Und auch wenn die Passquote nicht so überragend ist, können einem die Hamburger wehtun. Darauf werde ich meine Mannschaft einstellen.“ Übrigens: Stöger hat in der laufenden Saison schon ein Heimspiel gegen den HSV verloren – am zweiten Spieltag mt Köln (1:3).

Der drohende Abstieg des HSV beschäftigt sogar ein Werder-Urgestein. Thomas Schaaf, von 1972 bis 2013 als Spieler und Trainer für die Bremer im Einsatz, sagte der „Bild“, dass er den Nordrivalen vermissen und den Hamburgern daher die Daumen drücken würde: „Die sportliche Qualität beim HSV, um drin zu bleiben, ist da. Es sieht aber nach einem langen Kampf aus. Ich würde die Derbys vermissen.“