Sven Schipplock stand zum zweiten Mal in dieser Saison in der Startelf; zuvor war das nur am vierten Spieltag in Hannover der Fall. Der 29-Jährige bestritt für den HSV jetzt 29 Bundesliga- und zwei DFB-Pokal-Spiele und erzielte dabei kein einziges Tor (gegen Mainz gab er zwei Torschüsse ab und bestritt in seinem Team die meisten Zweikämpfe; 14 der 32 Duelle gewann er). Die elf Spieler in der HSV-Startformation kamen übrigens zusammen auf acht Saisontore.

Das Torschussverhältnis lautete 20:5 für den HSV, der zudem 60 Prozent der Spielanteile hatte, auf 11:1 Ecken kam und über fünf Kilometer mehr lief als die Mainzer. Kein neues Problem beim HSV: Die Hamburger nutzten in dieser Saison im Schnitt nur jeden 17. Torschuss – das ist die schlechteste Trefferquote ligaweit. Mehr Torschüsse als gegen Mainz hatte der HSV übrigens nur beim 3:1-Sieg gegen Stuttgart abgegeben (21).

Harte Kritik am HSV? Da wollte auch Ex-Bayern-Profi Mario Basler beim „Doppelpass“ bei Sport1 kräftig zulangen. Über den verschossenen Elfmeter von Filip Kostic gegen Mainz sagte er: „Ich kann das nicht mehr hören mit dem Druck. Die verdienen Millionen und müssen den Ball nur aus elf Metern ins Tor bringen. Er wusste selbst nicht, wo er hinschießen wollte. Knall den Ball doch rein – aber sowas ist doch erbärmlich.“ Aber nicht nur der Serbe sollte sein Fett wegkriegen. „Für mich ist Sven Schipplock auch kein Bundesliga-Spieler. Wenn du ihn zehnmal alleine aufs Tor zulaufen lässt, trifft er vielleicht einmal.“

Carl Jarchow, der von 2011 bis 2015 an der Spitze des HSV gestanden hatte, hat sich im „Doppelpass“ bei Sport1 über die verheerende Situation geäußert. „Dass bei so einem Resultat die Fans keine Begeisterung zeigen, ist doch klar“, sagte der frühere Vorstands-Boss. „Ich sehe keine Chance mehr für den HSV in der Liga. Ich war gestern im Stadion und es war deprimierend. Gegen eine Mannschaft wie Mainz gegen zehn Leute – das ist schon hart.“ Der 62-Jährige analysierte: „Das Selbstbewusstsein ist völlig weg. Sie haben auch keinen Sturm, der Gefahr ausstrahlt. Es fehlen der Plan und die Überzeugung.“ Der FDP-Politiker gestand zudem ein: „Wir haben in der Vergangenheit zu schnell die Trainer gewechselt. Nur Thorsten Fink war mal zwei Jahre da. Ich habe auch den Abgang von Michael Gregoritsch nicht verstanden.“

Es hat geklappt. Die U19 des HSV packte noch einen drauf, siegte gegen Hannover 96 mit 3:1 (1:1). Nach Opokus Doppelpack traf Drawz (82.). zum Endstand. Damit bleibt der HSV-Nachwuchs klarer Spitzenreiter der Bundesliga Nord, liegt sieben Spiele vor dem Ende sechs Zähler vor Hertha BSC. Die Endrunde um die deutsche Meisterschaft rückt damit immer näher.

Im Volkspark rollt der Ball, die U19 empfängt in der Bundesliga den Nachwuchs von Hannover 96. Frohe Kunde: Der HSv führt nach 73 Minuten mit 2:1. Opoku drehte die Partie nach dem Rückstand (24.) per Doppelschlag (42. und 59./Strafstoß).