Nach der heftigen Pleite beim FC Bayern und einer desaströsen Vorstellung steht Bernd Hollerbach nach nur sieben Spielen als HSV-Trainer schon wieder vor dem Aus. Wie der „Kicker“ berichtet, wird Vorstand Frank Wettstein am Montag die Entlassung bekanntgeben. Als Nachfolger soll Christian Titz präsentiert werden, der die U21 des HSV in der Regionalliga Nord auf Platz eins geführt hat. Kurios: Am Abend tritt der Nachwuchs beim VfB Lübeck an – dann vermutlich ohne Titz.

Batuhan Altintas muss auch nach seinem sechsten Saison-Einsatz weiter auf seinen ersten Treffer für den türkischen Zweitligisten Giresunspor warten. Beim 0:2 (0:2) gegen Adana Demirspor wurde der HSV-Leihstürmer zur zweiten Halbzeit eingewechselt, konnte allerdings keine Wende herbeiführen. In der Tabelle bleibt Giresunspor als Tabellenneunter im Niemandsland. Altintas ist bis Saisonende verliehen. Beim HSV besitzt der 21-jährige Türke noch einen Vertrag bis 2019.

Sky-Experte Dietmar Hamann hat in der TV-Sendung „Wontorra – der Fußball-Talk“ den Auftritt des HSV und die anschließend getätigten gegenseitigen Schuldzuweisungen der Spieler analysiert. „Wenn sich ein Schipplock, der in den letzten Monaten keine Rolle gespielt hat, hinstellt und seine Kollegen anzählt, merkt man: In der Mannschaft gibt es tiefe Risse. Der Verein und die Mannschaft sind im freien Fall.“ Man brauche „Leute mit mentaler Stärke. Die Frage für das nächste Jahr ist: willst du mit denen weitermachen?“ Hamann schätzte es als „Riesenchance“ ein, den Abstieg für einen personellen Umbruch zu nutzen und zweifelte die Qualität des aktuellen HSV-Kaders an. Der frühere Geschäftsführer des VfL Wolfsburg Klaus Allofs attestierte dem HSV durchaus die qualitativen Voraussetzungen, um in der 2. Liga eine gute Rolle spielen zu können. „Aber es ist nicht nur die Qualität entscheidend, sondern auch die Bereitschaft, sich in der 2. Liga zu betätigen und diesen Unfall wieder gutzumachen“, schränkte er ein.

Der HSV verlor die letzten neun Bundesliga-Partien bei den Bayern allesamt bei 3:51 Toren! Der erstmalige Abstieg rückt immer näher und am Montag könnte der Dino auf den letzten Platz abrutschen. Weil der HSV nun ein schlechteres Torverhältnis als Köln hat, reicht den Rheinländern morgen in Bremen schon ein Unentschieden, um am „Dino“ vorbeizuziehen.

Ex-HSV-Trainer Huub Stevens hat sich im Fußball-Talk „Doppelpass“ bei SPORT1 zur frühen Auswechslung von Dennis Diekmeier beim 0:6 gegen die Bayern geäußert. Er zeigte dabei Verständnis für die Entscheidung von Trainer Bernd Hollerbach, den Rechtsverteidiger schon in der 24. Minute vom Feld zu nehmen und griff Diekmeier hart an: „Wenn er so spielt, ist es besser ihn rauszunehmen. Sonst stehst du ja mit zehn Mann da!“ Stevens setzt für die weitere Entwicklung des HSV Hoffnung in den neuen Aufsichtsratsvorsitzenden: „Bernd Hoffmann weiß, was er vorhat. Alles an Bernd Hollerbach festzumachen, ist der falsche Weg. Die Spieler sind gefragt. Du darfst jetzt nicht aufgeben. Du musst um jeden Meter kämpfen. Solange es theoretisch möglich ist, müssen sie dran glauben. Ich finde den Kader gar nicht so schlecht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Trainer noch mal gewechselt wird.“ Dem Niederländer gefiel allerdings nicht, dass Hoffmann in München nicht in der Allianz Arena war. „Du musst doch selbst im Stadion sein. Du kannst doch nicht Donnerstag Leute rauswerfen, und dann nicht im Stadion sein“, sagte er. Hoffmann war während des Spiels auf der Rückreise aus dem Familienurlaub in Dubai. Unverständnis äußerte der Ex-Trainer auch zur geschmacklosen Plakat-Aktion einiger Anhänger, die den Profis gedroht hatten und elf Kreuze im Volkspark aufgestellt hatte. „Die Fans können auch anders, können auch eine positive Stimmung entfachen“, sagte Stevens. „Das habe ich 2007 selbst erlebt, die Fans waren fantastisch.“ Sich bereits mit dem Abstieg abzufinden, wäre ein großer Fehler, glaubt der 64-Jährige: „Solange wie die Chance da ist, musst du daran festhalten. Du musst für jeden Meter kämpfen.“