Vor rund 14 Monaten endete Dietmar Beiersdorfers Zeit beim HSV – nun kehrt der Ex-Boss wohl auf die große Bühne zurück. Er soll in den Vorstand von Besiktas Istanbul aufrücken, die Einigung mit dem türkischen Meister steht unmittelbar bevor. Mittwoch treffen die Türken im Rückspiel des Champions-League-Achtelfinales auf den FC Bayern (Hinspiel 0:5), zu dem Zeitpunkt könnte mit Beiersdorfer schon alles klar sein – wenn man finanziell zusammenkommt. Am Bosporus würde der 54-Jährige auf einen guten, alten Bekannten treffen: Tolgay Arslan wechselte im Januar 2015 vom HSV zu Besiktas. Sein damaliger Vorstandsboss in Hamburg: Beiersdorfer.

Die Beförderung von Christian Titz zum Trainer der Profis überraschte heute keinen mehr so recht, die Lösung für seine Nachfolge in der U21 umso mehr: Steffen Weiß, erst 29 Jahre alt und bisher in der U16 der Assistent von Bastian Reinhardt, springt auf den Chefposten. „Ich freue mich sehr auf die Aufgabe. Ich bin mir der Herausforderung und den Erwartungen aber auch bewusst, die jetzt auf die U21 zukommen“, stellte Weiß fest. Sein Trainerteam wird erst in den kommenden Tagen vervollständigt, da auch die Titz-Assistenten Soner Uysal und Nico Stremlau nach oben rücken.

Anlässlich der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ von heute bis zum 25. März hat der HSV verschiedene Aktionen geplant, an denen sich Mitglieder und Fans beteiligen können. Auf der Internetseite stellt der Verein klar: „Der HSV ist ein weltoffener Verein, der sich für Toleranz ausspricht und Rassismus sowie Diskriminierung jeglicher Art nicht duldet.“

Dass sich Trainer für die Verpflichtung von Spielern stark machen, ist klar. Doch andersherum ist es ungewöhnlich. Bei Christian Titz, seit heute die letzte Hoffnung auf die HSV-Rettung, war es im Sommer 2015 so. Warum er nach seiner Tätigkeit beim Regionalligisten FC Homburg zurück in den Juniorenbereich wechselte, erklärte Titz im Februar 2017 in einem Interview mit „transmermarkt.de“: „Der Grund ist ziemlich einfach: Ich hatte ein Angebot vom HSV. Der Kontakt ist über Markus Noack (Berater, d. Red.) und seinen Spieler Lewis Holtby entstanden, den ich seit Jahren als Individual-Trainer betreue. Ich war dann einige Male in Hamburg und habe neben Trainingseinheiten mit Lewis auch eine Trainerfortbildung und Trainingseinheiten mit anderen HSV-Teams abgehalten. Letztendlich war das Gesamtpaket des HSV für mich am reizvollsten. Die Möglichkeit, mal in einem so großen Verein zu arbeiten, wollte ich mir nicht nehmen lassen.“

Lewis Holtby spielt beim HSV eigentlich keine Rolle mehr. Doch jetzt könnte sich das Blatt für den Topverdiener wenden. Mit Neu-Coach Christian Titz steht nun ein Kumpel vom Mittelfeldmann an der Seitenlinie. Gut möglich, dass der bereits aussortierte Dauerläufer nun eine neue Chance erhält. Das nahm Holtby auf Instagram zum Anlass, um seiner Freude freien Lauf zu lassen.

Obwohl der HSV als einziger Klub auf 55 Spielzeiten in der Fußball-Bundesliga zurückblickt, ist der Dino in der „Ewigen Tabelle“ auf den vierten Platz verdrängt worden. Borussia Dortmund (51. Saison) zog durch den Sieg gestern über Eintracht Frankfurt (3:2) nach Punkten (2720) gleich, hat aber die deutlich bessere Tordifferenz und ist nun Dritter. Werder Bremen (54. Saison, 2756 Punkte) und der FC Bayern (53. Saison, 3591 Punkte) hatten den HSV bereits überflügelt.

Interessante Anekdote zu Christian Titz: Im Mai 2017 stellte der neue HSV-Coach für das Portal „transfermarkt.de“ seine persönliche Traumelf auf. Er entschied sich dabei für eine Mischung aus früheren und noch aktiven Spielern – und einen Hamburger: Lewis Holtby. Der Mittelfeld-Mann war zuletzt von Markus Gisdol und Bernd Hollerbach aussortiert worden, dürfte nun aber wieder im Fokus stehen. So sieht die komplette Traumelf von Titz aus: Van der Sar – Cafu, Boateng, Ronald Koeman, Roberto Carlos – Bradley, Moritz, Vidal – Robben, Holtby – Klose.