Der HSV hatte die zurückliegende Partie im Volkspark gegen Mainz 05 (0:0) zu einem Hochsicherheitsspiel gemacht. Die Polizei brachte Wasserwerfer vor dem Stadion in Stellung, die Zäune auf der Nordtribüne wurden hochgezogen, die Fans noch stärker kontrolliert, ein Alkoholverbot verhängt. Die Ultras zogen daraufhin ohne Genehmigung in Block 28B um. Wie die „Bild“ berichtet, haben HSV, Polizei und Ordnungskräfte nun beschlossen, dass die Partie am Sonnabend gegen Hertha BSC kein Sicherheitsspiel sein wird. Die Ultras kehren daher auf ihre Plätze im Block 25A hinter dem Tor vor der Nordtribüne zurück.

Seit Sommer ist Ex-HSV-Profi Raphael Wicky Trainer des FC Basel. Während es in der Champions League prima lief und die Schweizer des Achtelfinale erreichten (wo sie an Manchester City scheiterten), passt in der Meisterschaft nicht so viel zusammen. Nach dem heutigen 1:1 in Lausanne liegt der FCB 16 Zähler hinter Spitzenreiter Young Boys Bern – und das zwölf Partien vorm Saisonende. Nach acht Basler Meisterschaften in Erfolge wird die Schweiz wohl einen neuen Titelträger bekommen.

Der neue Vorstandsberater Thomas von Heesen wird kritisch betrachtet, weil er Anfang 2015, damals noch als HSV-Aufsichtsrat, versucht haben soll, Anteile an HSV-Spielern an die umstrittene Beraterfirma „Doyen Sport“ zu veräußern. Nun verteidigte sich von Heesen. Zwar sei er mit dem damaligen HSV-Vorstandsboss Dietmar Beiersdorfer „in der Angelegenheit nach London geflogen. Didi hat dort die Gespräche geführt. Am Ende hat sich aber herausgestellt, dass es für dieses Geschäftsmodell keine Möglichkeit gab“, so von Heesen.

Es erwischte ihn nicht so harte wie seinen Ex-Klub beim 0:6 am vergangenen Sonnabend, doch auch der frühere HSV-Profi Tolgay Arslan musste sich letztlich dem FC Bayern geschlagen geben. Im Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League verlor der Mittelfeld-Mann mit dem türkischen Meister Besiktas Istanbul mit 1:3 (0:1). Arslan stand in der Startelf und zeigte eine ansprechende Leistung, wurde aber nach 60 Minuten ausgewechselt.

Die Zeit war knapp, es blieb ihm kein Raum, die Entscheidung in Ruhe abzuwägen. Daher traf Thomas von Heesen sie mit dem Herzen und nicht mit dem Verstand, als er Montag von Vorstand Frank Wettstein um Hilfe gebeten wurde. In der aktuellen Situation des HSV eine verantwortliche Rolle im Klub zu übernehmen, ist – nun ja – mutig. Das gilt auch für Trainer Christian Titz, der allerdings zurecht eher die Chance als das Risiko sieht. Bei von Heesen ist das anders! Sein Name steht für große Erfolge, für Triumphe auf nationaler und internationaler Bühne. Er ist eine Ikone des Vereins. Diesen Status setzt der 56-Jährige nun aufs Spiel – denn beim Abstieg wäre auch er ein Gesicht der schwärzesten Stunde des HSV! Dass von Heesen dieses Wagnis eingeht, zeigt, dass er Eier hat. Und solche Typen werden jetzt gebraucht.

Matthias Linnenbrügger

Im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen den FC Bayern steht der frühere HSV-Profi Tolgay Arslan in der Startelf von Besiktas Istanbul. Ob er dazu beitragen kann, dass dem türkischen Meister ein Wunder gelingt? Das Hinspiel in München verloren Arslan und Co. mit 0:5, da kam er nur zu einem Kurzeinsatz.