Trainer Thorsten Fink hat sich bei Eurosport im „kicker.tv-Talk“ zur Situation bei seinem Ex-Verein HSV geäußert. „Die Situation ist verfahren“, sagte der 50-Jährige, der nicht glaubt, dass Christian Titz als Schuldiger angesehen werden könne, wenn es zum Abstieg käme. „Er kann nur noch retten, nur noch gewinnen“, sagte Fink und fügte hinzu: „Ich wünsche dem Verein, dass sie drinbleiben, aber wenn sie absteigen, dann ist das auch eine ganz große Chance für einen Neuanfang.“ Das Wichtigste wäre dabei, dass man ein Team, einen Trainer, einen Sportdirektor und einen Vorstandsvorsitzenden finde, „die alle die gleiche Linie zusammengehen. Wenn dieser Kern stimmt, dann wird der Verein auch wieder Erfolg haben“. Er selbst blicke ohne Wehmut auf seine HSV-Zeit (2011 bis 2013) zurück: „Ich hatte zwei hervorragende, sehr erfolgreiche Jahre beim HSV. Das Thema habe ich längst abgeschlossen.“

Auch Jens Keller, der am 4. Dezember 2017 als Trainer von Union Berlin entlassen worden ist, analysierte die Krise des HSV. Die revolutionären Neuerungen von Chefcoach Christian Titz beurteilte der 47-Jährige mit einer gewissen Skepsis: „Er wird irgendeine Idee haben, warum er das macht. Aus der Ferne kann ich das aber nicht beurteilen.“ Sollte der Bundesliga-Dino absteigen, sei es bei einem Neuanfang, „entscheidend, dass man die Sache mit Demut angeht, dass man weiß, man muss arbeiten. Man kann in der 2. Liga nicht allein mit schönem Fußball und dem Denken, das ist alles kein Problem, wir sind der große HSV, Erfolg haben“.

Die Frage, ob sie dem Verein als Trainer in der 2. Liga zur Verfügung stünden wollten Fink und Keller übrigens beide nicht beantworten.

Bundestrainer Joachim Löw hat heute sein Aufgebot für die beiden Test-Länderspiele gegen Spanien und Brasilien bekanntgeben. Die Zuschauer im Volksparkstadion bei der Partie zwischen dem HSV und Hertha BSC bekommen immerhin einen Nationalspieler und WM-Kandidaten zu sehen. Leider ist es kein Hamburger, sondern Berlins Linksverteidiger Marvin Plattenhardt.

St. Pauli-Trainer Markus Kauczinski hat sich im Interview mit dem „Hamburger Abendblatt“ über das Relegations-Duell der Karlsruher gegen den HSV aus dem Jahr 2015 geäußert. Er war damals Trainer des KSC und erlebte, wie Marcelo Diaz mit seinem Freistoßtor in der Nachspielzeit den Traum vom Aufstieg in die Bundesliga zerstört hatte. „Das habe ich nie als Trauma empfunden“, sagt Kauczinski. „Es war ein Riesenerfolg, mit unseren Mitteln, überhaupt bis in die Relegation gekommen zu sein. Die Enttäuschung war natürlich da, aber ich hatte das Gefühl: Wo gibt es ein Spiel, an das sich die Leute auch zehn Jahre später noch erinnern? Wie viele Spiele geraten in Vergessenheit, aber bei diesem Spiel werden die Leute immer sagen: Weißt du noch, damals? Dieses Duell wird mich mein Leben lang begleiten. Gut, den Aufstieg hätte ich gerne mitgenommen, aber diese Partie gegen den HSV bleibt für die Ewigkeit.“

Am 22. Februar hatte Vasilije Janjicic in angetrunkenem Zustand und ohne Führerschein am Steuer seines Mercedes CLA AMG auf der A7 einen Unfall verursacht. Kein Grund für den HSV, den 19-Jährigen auch sportlich aus dem Verkehr zu ziehen. Bernd Hollerbach ließ den Schweizer zuletzt beim FC Bayern sogar über 70 Minuten spielen. Der neue Trainer Christian Titz hat eine andere Entscheidung getroffen und Janjicic aus dem Aufgebot für die morgige Partie gegen Hertha BSC gestrichen.

Dieser Kader hat es in sich! Christian Titz krempelt das Aufgebot des HSV komplett um, verändert das Gesicht des HSV radikal. André Hahn, Sven Schipplock, Dennis Diekmeier, Mergim Mavraj und Walace stehen nicht im Aufgebot für das Spiel gegen Hertha. Dafür rücken Bobby Wood, Fiete Arp und Lewis Holtby zurück in den Kader. Auch die Youngster Matti Steinmann und Young-Jae Seo sind dabei. Das Aufgebot im Überblick: Christian Mathenia, Julian Pollersbeck, Rick van Drongelen, Kyriakos Papadopoulos, Douglas Santos, Young-Jae Seo, Gotoku Sakai, Matti Steinmann, Gideon Jung, Tatsuya Ito, Filip Kostic, Aaron Hunt, Lewis Holtby, Sejad Salihovic, Fiete Arp, Luca Waldschmidt, Bobby Wood, Bakery Jatta.