Nicht nur der Blick auf die sportliche und wirtschaftliche Situation, sondern auch die Auseinandersetzung zwischen Stadion-Besuchern mit Polizei und Ordnungskräften nach der Heimpleite gegen Hertha BSC schmerzen Bernd Hoffmann, der um Aufklärung bemüht ist. „Das sind ganz schlimme Bilder, die mir wirklich wehtun. Die haben nichts, aber auch gar nichts mit dem zu tun, was wir im Volksparkstadion sehen möchten. Das muss man ganz klar einordnen, natürlich hätten wir solche Bilder nicht, wenn wir aktuell auf Platz fünf stünden. Und dennoch müssen wir jetzt ganz genau prüfen, wer von denen, die da so durchgedreht sind, tatsächlich dem HSV-Fanlager zuzuordnen sind, und wer sind Krawalltouristen, die ein Bundesliga-Spiel als Plattform nutzen, um so einen Nonsens zu machen“, sagte der Vereinspräsident und Aufsichtsratschef im NDR-„Sportclub“.

Vorstand Frank Wettstein hatte zuletzt immer wieder betont, dass der HSV die Lizenz sowohl für die Erste als auch für die Zweite Liga von der Deutschen Fußball Liga (DFL) auf jeden Fall erhalten werde. Doch dafür benötigt der finanziell schwer angeschlagene Klub offenbar einmal mehr die Unterstützung von Investor Klaus-Michael Kühne. Im NDR-„Sportclub“ sagte Aufsichtsratsboss und Vereinspräsident Bernd Hoffmann: „Möglicherweise erhalten wir die Lizenz mit Hilfe von Herrn Kühne. Ich habe immer gesagt, dass er ein ganz wichtiger Partner des HSV ist. Ich tausche mich ständig mit ihm aus.“

Rafael van der Vaart darf in der dänischen Superliga weiter auf den Meistertitel hoffen. Sein Klub, der FC Mitdjylland, gewann am 26. Spieltag mit 2:1 gegen SønderjyskE und bleibt damit Tabellenzweiter – punktlich mit Spitzenreiter Brøndby IF. Das Siegtor für Midtjylland schoss der Norweger Gustav Wikheim in der ersten Minute der Nachspielzeit. Van der Vaart hatte keinerlei Anteil am Erfolg. Der Ex-HSV-Star stand einmal mehr nicht im Kader. Sein letztes Spiel absolvierte der 35-Jährige vor zwölf Tagen für die Reserve-Auswahl von Midtjylland.

Sieben Spieler des HSV werden aufgrund von Reisen zu ihren Nationalmannschaften in der kommenden Woche nicht am Training im Volkspark teilnehmen können. Kyriakos Papadopoulos wurde vom griechischen Verband für die Tests gegen die Schweiz (23.3.) und Ägypten (27.3.) nominiert. Mergim Mavraj steht im Aufgebot der albanischen Nationalmannschaft für das Heim-Länderspiel gegen Norwegen am 26. März (19 Uhr) in Elbasan. Bei Bobby Wood steht erneut eine lange Flugreise an. Der 25-Jährige steht im Kader der US-Nationalmannschaft für das Spiel gegen Paraguay am 28. März (1 Uhr deutscher Zeit) in Cary (North Carolina). Gut 86 Stunden später steht das Auswärtsspiel des HSV in Stuttgart auf dem Programm. Tatsuya Ito steht derweil vor seinem Debüt für die japanische U21-Nationalmannschaft. Der 20-jährige HSV-Wirbelwind ist erstmals im Aufgebot. Bei einem Test-Turnier für U21-Teams in Paraguay trifft Ito am 21. März auf Chile, am 23. März auf Venezuela und am 25. März auf den Gastgeber. Rick van Drongelen spielt mit der niederländischen U21 am 22. März gegen Belgien. Am 27. März steht ein EM-Qualifikationsspiel in Andorra (27. März) an. Mit der Schweizer U20 spielt Vasilije Janjicic am 23. März auf Malta und am 27. März gegen Italien. Albin Ekdal reist zur Nationalmannschaft nach Schweden, die in Solna am 24. März (18 Uhr) ein Testspiel gegen Chile absolviert, um sich von den Ärzten des Verbandes pflegen zu lassen. Immerhin: Den Trip zum zweiten Test der Schweden gegen Rumänien in Craiova (27. März, 20.30 Uhr) soll Ekdal voraussichtlich nicht mitmachen.

 

 

 

In der SPORT1-Sendung „Doppelpass“ hat sich auch der Hamburger Kabarettist und Moderator Wolfgang Trepper über den Absturz des HSV geäußert. Er zählte dabei auch Trainer Christian Titz an, der das Training unter der Woche zu einer Art Casting erklärt habe. Die Maßnahme, mit 33 Spielern zu trainieren, „um dann jeden Tag zehn Spieler zu streichen“, sei eine „Mischung aus Aktionismus, Populismus und Dummheit“ gewesen, kritisierte Trepper: „Der HSV hat nichts anderes als den Abstieg verdient.“ Als Jens Keller, der am 4. Dezember 2017 als Trainer von Union Berlin entlassen worden war, die Fehler des HSV in der zweiten Halbzeit analysierte und über das 1:2 urteilte, „Sakai schaut nicht einmal, wo sein Gegenspieler ist. Das kann im Sechzehner doch nicht passieren“, meldete sich auch die TV-Kommentatoren-Legende Marcel Reif zu Wort. „Die gesamte zweite Halbzeit war ein Horrorfilm“, sagte er und schlussfolgerte: „Beim HSV sind doch selbst gefällige Geister reif für die Klapsmühle nach dieser Saison.“

Der noch bis 2019 an die SpVgg Unterhaching verliehene Finn Porath hat die Oberbayern in der 3. Liga zum 3:2 (2:0)-Erfolg gegen Bernd Hollerbachs Ex-Klub Würzburger Kickers geführt. Der 21-jährige Mittelfeldspieler erzielte in der 63. Minute das vorentscheidende und sehenswerte Tor zum 3:1. Es war schon Poraths viertes Tor in den vergangenen fünf Wochen.