Schon am 8. März hatte die MOPO über das konkrete Interesse des FC Bayern an einer Verpflichtung von Fiete Arp berichtet. Nun sollen die Münchner dem 18-Jährigen laut „Bild“ ein erstes Angebot unterbreitet haben – und damit abgeblitzt sein. Trotz des drohenden Abstiegs soll der Stürmer darüber nachdenken, seinen Vertrag beim HSV bis 2023 zu verlängern. Hauptgrund sei Trainer Christian Titz, der Arp schon in der U17 betreut hatte und ein großer Förderer des Top-Talents ist.

Der HSV hat im Fall von Walace bereits auf das Schwänzen des Spiels im Volksparkstadion reagiert. Der Brasilianer darf ab sofort nur noch bei der U21 trainieren. Von einer Geldstrafe für den Olympiasieger war aber keine Rede. Und das offenbar aus gutem Grund. „Dem HSV sind die Hände gebunden“, sagte der renommierte Arbeitsrechtler Horst Kletke dem „Hamburger Abendblatt“. „Die Fälle von Papadopoulos und Walace sind sehr unterschiedlich. Aber gemein haben sie, dass die Verhängung einer Geldstrafe in beiden Fällen juristisch kaum durchsetzbar ist.“ Überhaupt sei eine juristische Handhabe äußerst schwierig, so Kletke. „Sollte es während des Spiels eine Anwesenheitspflicht beim HSV geben, könnte der Klub sogar über eine Abmahnung nachdenken“, führte er aus. Das große Aber folgt: „Eine Abmahnung ist die Vorstufe einer Kündigung. Und wenn ein Verein einem Spieler kündigt, verliert er sämtliche Ablöseansprüche. So traurig das auch sein mag: Die Spieler fallen immer wieder auf die Füße, denn der nächste Klub steht meistens schon bereit.“

Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass der HSV eine Bürgschaft von Klaus-Michael Kühne braucht, um die Lizenz für die 2. Liga zu erhalten. Schon 2014 war dies der Fall. Der Milliardär erklärte sich in einem Schreiben an die Deutsche Fußball Liga (DFL) bereit, im Abstiegsfall eine Bürgschaft über zehn Millionen Euro zu garantieren. Der DFL aber habe das nach einem Bericht des „Abendblatt“ nicht ausgereicht. Die Fußball-Regelhüter hätten demnach eine Bankbürgschaft des Investors eingefordert, was Kühne „ziemlich erzürnt“ haben soll, wie es heißt. Der Konflikt habe sich bis zum heutigen Tag nicht entspannt. Damals war es zu einer sportlichen Lösung gekommen. Der HSV hatte sich vor Ablauf der Frist durch die Relegationsspiele gegen Greuther Fürth gerettet, benötigte also keine Zweitlia-Lizenz. Kühnes Hausbank musste nicht einspringen. Ob sich der 80-Jährige in diesem Jahr dazu bereiterklärt, eine Bankbürgschaft zu hinterlegen, ist völlig offen.

Bei der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Donnerstag in Frankfurt werden die Vertreter der 36 Erst- und Zweitliga-Vereine über die Zukunft der 50+1-Regel diskutieren, aber noch nicht entscheiden. Die Regelung, die den Stammvereinen die Stimmenmehrheit in den Kapitalgesellschaften sichert und den Einfluss von Investoren begrenzt, gibt es nur im deutschen Profifußball. Geht es nach der großen Mehrheit der aktiven Fußball-Fans, dann sollte die DFL auch künftig an der Regel festhalten. Auf der Webseite „50plus1bleibt.de“ haben sich bereits mehr als 2800 Fanklubs deutschlandweit registriert, um für den Erhalt der Regel zu kämpfen, darunter waren am Dienstag bereits 131 Fanklubs und Fangruppen des HSV.

Das Aufgebot an Sicherheitskräften soll für das nächste Heimspiel des HSV noch einmal erhöht werden. Gegen Schalke 04 werden am 7. April (18.30 Uhr) voraussichtlich ähnliche Vorkehrungen getroffen wie beim Sicherheitsspiel gegen den FSV Mainz 05. In den kommenden Tagen will der HSV sich dazu äußern, welche Maßnahmen konkret getroffen werden sollen, um die Sicherheit aller Zuschauer zu gewährleisten.

Sechs Ordner waren bei den Ausschreitungen am Rande des HSV-Heimspiels gegen Hertha BSC am Sonnabend verletzt worden. Die Zusammenarbeit zwischen der Polizei und den Sicherheitskräften des Unternehmens „Power“ habe aber hervorragend funktioniert, wie es aus beiden Lagern heißt. Alle Versuche, der Randalierer, den Platz zu stürmen oder gar in den Kabinentrakt der Profis vorzudringen, seien durch das gute Zusammenspiel verhindert worden. Am Ende hatte die Polizei die Personalien von 96 Krawallmachern aufgenommen. Die Daten sollen nun an den HSV gehen. Der Verein wird voraussichtlich Stadionverbote verhängen.

Der frühere Werder-Profi Sebastian Prödl hat sich zur Krise des HSV geäußert. „Ich bin Werder-Sympathisant und da wünscht man dem HSV nur wenig Gutes“, sagte der Österreicher, der inzwischen für den FC Watford in der englischen Premier League spielt im Interview mit der „Bild“. „Für Hamburg sieht es momentan nicht gut aus. Sie haben zu viele Fehler gemacht. Abschreiben darf man sie aber nie. In den letzten Jahren sind sie gefühlt schon zweimal abgestiegen und waren dann doch wieder da. Ich muss aber sagen: So sehr man sich in Bremen den HSV-Abstieg auch wünscht, das Derby-Kribbeln würde irgendwann doch sehr fehlen.“

Nach dem viel diskutierten Interview von Per Mertesacker über den großen Druck im Profifußball hat sich Stefan Effenberg zu Wort gemeldet und die Medien kritisiert. „Wenn der Kampf um reißerische Überschriften nicht aufhört, wird das Problem für alle Sportler in Deutschland immer größer. Ich weiß, dass ich hiermit vielen Spielern aus der Seele spreche“, schrieb er in seiner Kolumne für „t-online“ und nahm Bezug auf das Geschehen in Hamburg: „Da wird auch von HSV-Versagern geschrieben. Versagen ist für mich etwas anderes. Versagen tun die, die dafür hauptverantwortlich sind, den Krieg in Syrien zu beenden, wo jeden Tag Kinder sterben, aber es nicht schaffen. Beim HSV ist es in Anführungszeichen nur Sport und nur Fußball. Formulierungen wie HSV-Luschen oder Versager – das ist Hetze.“ Zur Erinnerung: Investor Klaus-Michael Kühne war es, der den Begriff prägte. „Der HSV ist ein Phänomen, weil die Luschen immer hier hängen bleiben“, hatte er gesagt.

Die Voraussetzungen für den HSV eine Lizenz für die 2. Liga erteilt zu bekommen, könnten noch schwerer sein als bisher angenommen. Hieß es bisher, der HSV müsse im Falle eines Abstiegs rund 25 Millionen Euro durch Spielerverkäufe erlösen, geht man laut „Abendblatt“ innerhalb des Vereins nun offenbar davon aus, dass dieser Betrag sogar bei über 30 Millionen Euro liegen müsse. Bis zum 3. April hat Vorstand Frank Wettstein noch Zeit, um die Lizenzunterlagen für die Zweite Liga einzureichen. Der Deutschen Fußball Liga (DFL) wird dabei eine Absichtserklärung zu möglichen Transfererlösen keinesfalls ausreichen. Bei einem regulär verlaufenden Lizenzierungsverfahren müsste der HSV bis zum 23. Mai, um seine Liquidität nachzuweisen. Gibt es bis zu diesem Zeitpunkt keine festen Transfervereinbarungen in der geforderten Höhe, braucht der HSV eine Bürgschaft, voraussichtlich von Klaus-Michael Kühne.

Am Donnerstag tritt der HSV zu einem Testspiel gegen den dänischen Erstligisten Odense BK an. Der Kick im Volkspark findet allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Beide Klubs trafen zuletzt im Januar 2015 aufeinander, damals endete die Partie 1:1, für die Hamburger traf Maximilian Beister.