Will der HSV nach der Länderspielpause beim VfB Stuttgart punkten, wird es ein Schlüssel des Spiels sein, Mario Gomez in den Griff zu bekommen. Seit seinem Wechsel zum VfB blüht der Nationalstürmer auf. In Stuttgart braucht er nur vier Torschüsse für einen Treffer, 60 Prozent seiner Großchancen hat er genutzt. Mit sechs Toren und zwei Vorlagen ist er schon jetzt Topscorer der Schwaben – und das, obwohl er erst im Winter zum Team gestoßen war. Im Schnitt braucht Gomez übrigens in der Bundesliga nur 126 Minuten pro Tor. In der ewigen Hitliste ist der 32-Jährige damit die Nummer sechs. Vor ihm stehen nur Gerd Müller (105 Minuten), Robert Lewandowski (113), Pierre-Emerick Aubameyang (116), Marcio Amoroso (124) und Timo Konietzka (125). Was dem HSV aber ein bisschen Hoffnung machen könnte: Die Hamburger sind nicht gerade Gomez‘ Lieblingsgegner. „Nur“ sechs Tore gelangen ihm gegen den HSV. Gegen zwölf andere aktuelle Bundesligisten und gegen den 1. FC Kaiserslautern traf er häufiger.

Die türkischen Zeitungen sind in dieser Woche voll mit Lobeshymnen auf einen Ex-HSV-Star. Eljero Elia hatte am Sonntag das Spitzenspiel der Süper Lig gegen Besiktas entschieden. Der Niederländer erzielte beim 1:0 das goldene Tor (28.) und wurde von zahlreichen Medien zum Spieler des Spieltags gekürt. Der 31-Jährige selbst fand sich übrigens auch ganz okay. „Ich habe in der ersten Halbzeit perfekt gespielt“, sagte Elia, dessen Tor einem Ex-Kollegen aus alten HSV-Zeiten geärgert hat. Tolgay Arslan hatte in der Startelf von Besiktas gespielt, wurde in der 60. Minute ausgewechselt.

HSV-Youngster Tatsuya Ito (20) steht unmittelbar vor seinem Debüt für die japanische U21-Nationalmannschaft. Zum Auftakt des Vier-Länder-Turniers in Paraguays Hauptstadt Ascunión treffen die Japaner heute ab 23.30 Uhr (MEZ) auf Chile. Am Freitag spielen Ito & Co. zur gleichen Zeit gegen Venezuela. Zum Abschluss spielt Japan am Sonntag erneut um 23.30 Uhr (MESZ) gegen Gastgeber Paraguay.

Im zweiten Anlauf hat es für Steffen Weiß mit dem ersten Sieg in der Regionalliga Nord geklappt. Nach dem Remis bei seiner Premiere als Trainer der U21 des HSV beim FC St. Pauli (1:1) feierte der 29-jährige Nachfolger des zu den Profis beförderten Christian Titz mit seinem Team ein 2:1 (2:0) bei Abstiegskandidat Eutin 08. Beide Treffer für die „Rothöschen“ erzielte Frank Ronstadt (14., 19.).

Der möglicherweise bevorstehende Abstieg des HSV sorgt auch die Hamburger Wirtschaft. Bei einer Veranstaltung des Wirtschaftsrates der CDU warnte dessen Landesvorsitzender Henneke Lütgerath: „Der populäre Spitzensport ‚Made in Hamburg‘ – ob im Eishockey, Handball, Volleyball oder eben Fußball – verliert seit Jahren an Bedeutung. Dieses Defizit können massentaugliche Großveranstaltungen wie der Triathlon, das Derby oder die Cyclassics nicht abfangen.“ Indirekt forderte er auch die Stadt auf, den HSV zu unterstützen: „Erfolgreiche Profivereine mit internationaler Strahlkraft sind längst zu einem sehr wichtigen Image- und damit Wirtschaftsfaktor im Wettbewerb der Städte geworden. Das muss auch die hiesige Wirtschaft erkennen.“ Den Hamburger Vereinen fehle es an „einer starken sportpolitischen Lobby“, stellte er fest. Eine Interessengemeinschaft der Hamburger Profivereine könne aus Sicht des Wirtschaftsrats sowohl für die Klubs als auch für die Wirtschaft ein erster wichtiger Schritt sein. „Gemeinsam stehen die Chancen besser, Hamburg wieder in die Champions League der Sportstädte zu führen“, meinte Lütgerath weiter.