Titz‘ entscheidender Rat für Fiete

Kann Christian Titz Fiete Arp aus seinem Formtief befreien? Beide hatten schon in der U17 des HSV sehr erfolgreich zusammengearbeitet. Der 18-Jährige habe deswegen aber keinen Bonus, stehe keinesfalls automatisch in der Startelf. „Das hängt wie bei allen anderen Spielern von den Trainingsleistungen ab“, sagte Titz im Interview mit „Spox“. „Aber Fietes Entwicklung ist ganz normal. Wenn du im Abstiegskampf steckst und dich die Leute als Heilsbringer sehen, ist die Unbekümmertheit nur schwer aufrechtzuerhalten. Dann kamen eine Grippe und die Vorbereitung aufs Abitur dazu. Wir standen auch in den vergangenen Wochen in regelmäßigem Austausch, weil er noch hier im Internat wohnt. Er geht sehr gut mit dieser Situation um.“ Den Wirbel um einen möglichen Wechsel sieht Titz gelassen. „Natürlich hat der Markt Interesse an so einem Spieler, der Run auf junge Spieler ist im Moment ohnehin enorm hoch. Ich wünsche mir, dass er weiter im Verein spielt, egal, was passiert.“ Titz sieht Arp als „Paradebeispiel für die Arbeit des HSV im Nachwuchsbereich. Dass wir ihn als 15-Jährigen zur U17 hochgezogen haben, war außergewöhnlich. Zumal er in der U15 als Außenstürmer oder offensiver Mittelfeldspieler unterwegs war. Wir haben aber einen klaren Plan aufgestellt, wie wir seine Stärken fördern und die Schwächen dezimieren können“. Als er Arp von seinem Plan, ihn in die U17 als Mittelstürmer aufzunehmen, erzählt habe, „war er nicht begeistert. Da es für ihn aber von Beginn an erfolgreich lief, konnte er sich nicht wirklich dagegen wehren“, führt Titz aus. „Fiete ist ein enorm lernwilliger Spieler, der schon zum damaligen Zeitpunkt jede Woche die individuellen Videoanalysen und dazugehörigen Trainingseinheiten eingefordert hat. Aber gerade auch in seiner Persönlichkeitsentwicklung sahen wir entscheidende Entwicklungsparameter.“ Titz entscheidender Rat für Arp: „Ein Stürmer muss egoistisch sein – wir sahen es aber als wichtig an, dass er sein Ich als Wir ins Team miteinbringt. Wir haben ihn dann in den Mannschaftsrat aufgenommen und ihn in dieser Funktion in die Gedankenspiele des Trainerteams eingeweiht. Da entwickelte er schon eine gewisse Eigenständigkeit. Als wir ihn in der zweiten Saison zum Kapitän machten, fungierte er als verlängerter Arm des Trainers und wurde im Team der Wortführer. Er begann das Team zu führen und schaffte den Spagat, die Spieler für sich und seine Spielweise zu gewinnen. Auch in der Nationalmannschaft wurde er Kapitän. Mit seinen 18 Jahren ist er schon sehr weit, aber besitzt auch noch enormes Entwicklungspotenzial.“