Eigentlich wollte er nach Berlin reisen, bei den Basketballern von ALBA und den Handballern der Füchse hospitieren. Doch nachdem Christian Titz zu den Profis befördert wurde, wechselte Steffen Weiß von der U16 als Chefcoach zur U21. Und mit der Regionalliga-Truppe legte der 29-Jährige einen Traumstart hin: Auf das 1:1 im Stadtderby bei der U23 des FC St. Pauli folgten das 2:1 bei Eutin 08 am Mittwoch und das 2:0 heute beim VfB Lübeck. Drei Spiele, sieben Punkte – stark! „Es war ein Kampfspiel, in dem wir bis zum Ende die Ruhe bewahrt und dagegengehalten haben. Wir sind mit dem Auftritt sehr zufrieden“, bilanzierte Weiß den Auftritt an der Lohmühle.

Die U21 des HSV siegt weiter! Bakery Jattas Treffer in der 1. Minute (Vorlage Knöll) hatte im Auswärtsspiel beim VfB Lübeck vor 2000 Zuschauern bis zur 90. Minute bestand. Fabian Gmeiner sorgte dann in der Nachspielzeit für den 2:0-Endstand. Ein weiterer wichtiger Erfolg für den Tabellenführer der Regionalliga Nord. Zumal Verfolger VfL Wolfsburg ebenfalls gewinnen konnte (2:0 gegen Lüneburg).

Beim HSV darf er nach seinem Fehlverhalten rund um das Berlin-Spiel bis auf weiteres nicht mehr bei den Profis trainieren. Doch Walace, der sich bei der U21 (spielt heute in Lübeck) fit hält, lässt sich die Laune nicht verderben, nutzt das freie Wochenende zu einem Städtetrip nach Mailand, wie ein Bild auf dem Instagram-Account des Brasilianers zeigt.

Bevor er zum Trainer der HSV-Profis befördert wurde, war Christian Titz nicht nur Coach der U21, sondern auch Autor von Fußball-Büchern. Gemeinsam mit dem früheren US-Profi Tom Dooley verfasste Titz auch den Titel „Modernes Torhüter-Training – Der elfte Feldspieler“. Was er in der Praxis darunter versteht, zeigte Titz anhand der Spielweise von HSV-Keeper Julian Pollersbeck gegen Hertha BSC (1:2). In der Theorie heißt es in seiner Buchbeschreibung: „Das Torwarttraining hat sich in den letzten Jahren gravierend verändert. Ein Torhüter muss heutzutage nicht nur Bälle festhalten bzw. abwehren können, sondern aktiv als Spieleröffner am Spielgeschehen teilnehmen. Somit stellt der moderne Torhüter eine Art Libero dar, der versuchen muss, die Abwehr zu organisieren und bei eigenem Ballbesitz schnelle Tempostöße einzuleiten. Steht der Gegner beispielsweise in der Defensive taktisch gut, agiert er als Ballverteiler. Bei aggressivem Forechecking des Gegners fungiert er aber ebenso als Anspielstation. Der Torhüter sollte daher immer in der Lage sein, sich auf neue Spielsituation einzustellen und mit dem Fuß den Ball im Spiel zu halten. Ob flaches Kurzpassspiel mit der Innenseite oder lange Innenseitstöße in Form eines einleitenden Angriffspasses. Ob Abwurf, Abstoß bzw. Abschlag; der Torhüter muss mittlerweile über sämtliche Passtechniken verfügen und darf dabei das eigentliche Torhüterspiel nicht vernachlässigen.“