Als sich der VfB Stuttgart vor knapp zwei Monaten von Hannes Wolf trennte und Tayfun Korkut als neuen Trainer präsentierte, trennten die Schwaben und den HSV drei Plätze und vier Punkte. Inzwischen sind es zehn Plätze und neun Punkte. Der VfB Stuttgart darf von Europa träumen, der HSV braucht ein Wunder, um noch den Klassenerhalt zu schaffen. Gerade aus diesem Grund aber warnt VfB-Kapitän Christian Gentner im Interview mit dem „Kicker“ vor dem Spiel am Sonnabend. „Die Mannschaft strotzt sicher nicht vor Selbstvertrauen“, sagt der 32-Jährige über den HSV, „aber sie steht mit dem Rücken zur Wand und kann nur noch gewinnen. Dass alle den Klub abgeschrieben haben, und dass der neue Trainer in der Länderspielpause der Mannschaft neue Ideen nahebringen kann, macht sie sehr gefährlich.“

Der DFB und der russische Fußballverband haben eine deutsch-russische Fußballwoche vereinbart, mit der man die Verständigung der Menschen beider Länder fördern will. Höhepunkt ist ein Freundschaftsspiel der deutschen und russischen U18-Mannschaften am 8. Mai in Wolgograd. Kapitän der deutschen U18 ist HSV-Stürmer Fiete Arp. Auch Josha Vagnoman ist ein fester Bestandteil der Mannschaft. Die Nachwuchsspieler werden zudem gemeinsam das russische Pokalfinale besuchen. In Wolgograd, dem ehemaligen Stalingrad, finden vier WM-Gruppenspiele statt. Ob Arp und Vagnoman bei dem U18-Länderspiel, das vier Tage vor dem Bundesliga-Saisonfinale stattfinden wird, dabei sind, ist noch offen.

Gojko Kacar, der von 2010 bis 2016 beim HSV unter Vertrag stand, hat in dieser Saison einen schweren Stand beim FC Augsburg. Der 31-Jährige kam bisher nur fünfmal zum Einsatz. „Ich habe Ähnliches schon beim HSV erlebt. Natürlich ist es nicht schön, auf der Tribüne zu sitzen, aber ich gehe jeden Tag mit Freude zum Training. Ich weiß: Auch wenn wir ohne mich gewinnen, habe ich meinen Mini-Anteil daran durch meine Arbeit im Training. Vielleicht würde ich mehr spielen, wenn ich jede Woche Stress machen würde, aber ich bin nicht so. Ich weiß, wenn man positiv ist, kommt im Leben auch etwas zurück“, sagte Kacar im Interview mit dem „Kicker“. Der Vertrag des Serben läuft aus. Es gebe Anfragen. Er wolle seine Karriere auf jeden Fall fortsetzen, macht sich aber auch schon Gedanken über die Zeit danach. „Manchmal wünsche ich mir was anderes im Leben als Fußball, aber ich liebe diesen Sport. Es wäre irgendwie logisch, wenn ich nach all meiner Zeit dem Fußballgeschäft treu bleibe. Aber ich möchte mich auch noch einmal ganz neu in einem anderen Bereich definieren.“

Rechtsverteidiger Lenny Borges steht kurz davor, sich mit der deutschen U17-Nationalmannschaft für die Europameisterschaft in England (4. bis 20. Mai) zu qualifizieren. Nach einem 2:2 gegen Norwegen und einem 3:0 gegen Gastgeber Griechenland gehen Borges & Co. am Dienstag um 14 Uhr in Nafpaktos als Tabellenführer in das Spiel gegen die noch punktlosen Schotten. Bei einem Sieg wäre Deutschland bei der EM dabei. Borges ist übrigens eine feste Größe im Team von Bundestrainer Michael Prus. Der 16-Jährige kam in beiden Spielen über die kompletten 80 Minuten zum Einsatz.

Ex-HSV-Trainer Bert van Marwijk hat sich nach seinem desaströsen Debüt als australischer Nationalcoach zu Wort gemeldet. Nach dem 1:4 im Testspiel gegen Norwegen gab sich der Niederländer philosophisch. „Ich wusste ja, worauf ich mich eingelassen habe, als ich den Job akzeptiert habe“, sagte der 65-Jährige, der die Australier bis zum WM-Ende trainieren wird. „Leider bleibt uns wenig Zeit.“

Bis Ende dieses Jahres läuft der Vertrag des beurlaubten Sportchefs Jens Todt beim HSV noch. Am Dienstag aber schließt sich das Kapitel Hamburg zu einem weiteren Teil für den 48-Jährigen. Das „Hamburger Abendblatt „berichtet, dass Todt morgen seinen Dienstwagen, sein Handy und sein Dienst-Tablet auf der Geschäftsstelle zurückgeben will. Seine Wohnung in Hamburg wolle er hingegen noch mindestens bis zum Sommer behalten. Er habe dort seit Kurzem übrigens einen neuen Nachbarn: St. Paulis Trainer Markus Kauczinski. Beide sind seit ihrer gemeinsamen Zeit in Karlsruhe miteinander befreundet.

Die Entlassung von Sportchef Jens Todt kam wenig überraschend – auch für ihn selbst. Schon wenige Tage nach seiner Wahl zum HSV-Präsidenten hatte Bernd Hoffmann den 48-Jährigen in seinem Büro aufgesucht und ihm mitgeteilt, dass spätestens im Sommer für ihn Schluss sei. Das berichtet das „Hamburger Abendblatt“. Am 8. März, also noch vor Frühlingsanfang, wurde der Schritt vollzogen. Todt bekräftigte aber seine Aussage, die er bereits in der MOPO getätigt hatte, dass er weiter mit dem HSV mitfiebere. „Ich wünsche Christian Titz, dass er das Wunder noch schafft.“ Dessen Debüt habe er mit der ganzen Familie angeschaut. „Wir haben das Spiel im Fernsehen gesehen und mit der Mannschaft gezittert. Und in der ersten Halbzeit sah es ja auch wirklich gut gegen Hertha aus.“

Das Team des abstiegsbedrohten HSV-Konkurrenten FSV Mainz 05 steht weiter hinter Trainer Sandro Schwarz. „Wir finden alle gut, dass es mit Sandro weitergeht“, sagte der Mainzer Vize-Kapitän Stefan Bell der „Bild“: „Die Wertschätzung für ihn ist sehr hoch und alle Spieler wissen, dass es jetzt auch mal an der Zeit ist, zu liefern.“ Bei einem Fantreffen am vergangenen Mittwoch habe man sehen können, „wie der Trainer brennt“. Nach zuletzt vier Spielen ohne Sieg mit nur einem erzielten Tor war die Kritik an Schwarz (39) wieder lauter geworden. „Wir hatten viele Spiele, in denen der Plan nicht so umgesetzt wurde, wie es vorgegeben war. Da kann ein Trainer draußen nicht viel machen“, sagte Bell. Der Abwehrchef ist sich aber weiterhin sicher, dass der Tabellen-16. wie in der vergangenen Saison die Klasse hält: „Wenn wir unter hohem Druck standen, haben wir geliefert.“ Klares Ziel für Bell ist der direkte Klassenerhalt, die Relegation sei aber eine zusätzliche Chance. „Wir haben eine gefestigte Truppe, die gut miteinander auskommt und auch viel Qualität hat. Das müssen wir jetzt nur mal konstant zeigen“, sagte der 26-Jährige.