Obwohl es in Stuttgart nicht zum Sieg reichte, sieht Angreifer Luca Waldschmidt die positiven Aspekte des HSV-Auftritts in Stuttgart. „Die erste Halbzeit war eigentlich sehr gut. Bis auf das Gegentor lassen wir nichts zu. Ich denke, wir haben ganz guten Fußball gespielt. Wir haben den Ball ganz locker hinten herausgespielt und uns immer wieder Chancen erarbeitet. Dann sind wir einen Moment unachtsam und bekommen das Tor zum Ausgleich. Das war wieder ein Schritt nach vorne. Wir haben einen Punkt geholt. Natürlich wären drei Punkte besser gewesen, aber wir sind auf dem richtigen Weg“, fasste Waldschmidt zusammen.

Den Großteil des Spiels verfolgte André Hahn von der Ersatzbank aus, in der Schlussphase sollte er Impulse setzen, doch der Angreifer blieb in Stuttgart wirkungslos. Die Vorstellung des Teams macht ihm aber Mut: „Das Unentschieden ist schon etwas wert. Wir haben das Spiel nicht verloren und haben über 43 Minuten sehr gut dominiert. Wir hatten viele Ballkontakte, haben hinten ruhig herausgespielt und uns Chancen erarbeitet. Nach der Führung hat Stuttgart unseren Fehler zum Ausgleich ausgenutzt. Damit haben wir sie wieder hochgeholt. Trotzdem haben wir sehr mutig gespielt und gut agiert. Ich denke, dass wir spielerisch auf einem guten Weg sind. Das Team wird nun weiter hart daran arbeiten, besser zu werden, um unsere letzten Chancen zu nutzen.“

Mittelfeld-Antreiber Aaron Hunt bewertet die Leistung des HSV beim VfB Stuttgart als Schritt nach vorn. „Wir haben einen Punkt geholt und geben durch dieses Ergebnis natürlich nicht auf. Vieles war positiv, gerade in der ersten Halbzeit. Wir müssen einfach weitermachen. Wir haben in den letzten Tagen an den Lösungen mit Ball und der Spieleröffnung gearbeitet. Das sieht man auch. Wir treten ganz anders auf“, analysierte Hunt und lobte den Mut von Christian Titz: „Die Youngster sind gute Jungs, die wir versuchen, bestmöglich zu unterstützen. Der Trainer trifft personell die Entscheidungen, diese gilt es zu akzeptieren.“

Drei Punkte wollte er mit aller Macht mit nach Hamburg nehmen, nur zu einem hat es gereicht. Klar, dass Trainer Christian Titz nach dem 1:1 in Stuttgart nicht zufrieden war. Seine Analyse: „Wir sind gut ins Spiel gekommen und verdient in Führung gegangen. Wir haben kaum Torchancen zugelassen. Unser zweites Tor war leider leicht abseits – und fast im Gegenzug fangen wir uns den Ausgleich. Das ist schade. Hätten wir das 1:0 in die Pause gerettet, hätte uns das sicher in die Karten gespielt.“ Aufgeben will der HSV-Coach sein Team aber nicht: „Wir sind natürlich enttäuscht. Wir wissen, dass wir in einer Situation sind, wo wir unbedingt Punkte holen müssen. Dennoch haben wir viele positive Ansätze gesehen. Die Mannschaft hat die Zweikämpfe angenommen, die Laufmeter gemacht und immer versucht, mehr Ballkontrolle zu bekommen. Bis auf das Ergebnis haben wir einige Dinge gut gemacht.“

In Stuttgart sah Gideon Jung die fünfte Gelbe Karte, damit muss der Verteidiger am kommenden Sonnabend im Heimspiel gegen Schalke 04 eine Sperre absitzen. Da Stephan Ambrosius bei seinem Bundesliga-Debüt nicht überzeugen konnte und nach der ersten Halbzeit ausgewechselt wurde, darf Kyriakos Papadopoulos auf eine neue Chance hoffen. Der Grieche fehlte aufgrund einer leichten Verletzung beim VfB.

Der HSV ist ja schon auf Bewährung, doch nun wird es die nächste Strafe durch das DFB-Sportgericht geben. Weil einige Hamburger Fans einmal mehr im Gästeblock des Stuttgarter Stadions für Pyro-Ärger sorgten und Rauchtöpfe zündete.

Schon gegen Hertha BSC (1:2) war die Handschrift des Trainers zu erkennen, in Stuttgart setzen die HSV-Profis die Spielidee von Christian Titz noch stärker um. Zum Sieg reichte es nicht, aber für einen Punkt war die Leistung gut. Torschütze Lewis Holtby, bekanntlich mit Titz schon seit Jahren gut befreundet, lobte den Auftritt und den Coach: „Nach den vielen Misserfolgen war es wichtig, Stabilität in unser Spiel zu bekommen. Wir haben den Gegner kontrolliert, bekommen dann unnötig das 1:1. Jetzt heißt es: Mund abputzen und im Heimspiel einen draufsetzen. Wenn jeder zu 100 Prozent an die Linie des Trainers glaubt, dann sind wir dazu auch in der Lage. Es spielt sich immer in den Köpfen ab. Dass ich dem Trainer vertraue, ist eh keine Frage, er ist ein super Trainer.“