Die Profis des HSV zeigten sich nach dem Abpfiff hin und her gerissen. Einerseits waren sie froh, zumindest einen Punkt aus Stuttgart mitnehmen zu können. Auf der anderen Seite ärgerten sie sich, dass sie keinen Dreier einfahren konnten. „Wir haben ein Tor geschossen, aber es hat nicht gereicht. Das ist unglücklich. Wir haben Gas gegeben, wir haben uns voll reingehauen. Wir müssen positive Schlüsse daraus ziehen und in den letzten sechs Spielen so weitermachen“, gab sich Verteidiger Gideon Jung nicht geschlagen.

Der HSV hat wie schon gegen Hertha BSC geführt, konnte am Ende aber auch beim VfB Stuttgart keinen Sieg feiern. Am Ende reichte es nach Toren von Lewis Holtby (18.) und Daniel Ginczek (44.) nur zu einem Punkt beim VfB Stuttgart. Vor den Spielen der Konkurrenz aus Mainz und Wolfsburg hat der HSV sechs Punkte Rückstand.

Christian Titz hat sich im Sky-Interview vor dem Anpfiff des HSV-Spiels beim VfB Stuttgart betont gelassen gegeben. Ob seine Personal-Revolution Unruhe ins Team gebracht habe, wurde der 46-Jährige gefragt. Seine Antwort: „Ganz im Gegenteil. Wir haben zwei sehr angenehme Wochen hinter uns.“ Bei Mannschaften im Abstiegskampf gebe es zwar „generell ein bisschen Unruhe. Aber wir sind mit einem anderen Selbstverständnis hier als zu Beginn“. Seine Maßnahmen habe er wohl überlegt getroffen. „Ich hatte ja schon länger Zeit mir die Mannschaft und die Struktur anzuschauen“, sagte Titz, der zuvor bekanntlich die U21 des HSV trainiert hatte. „Ich würde mich aber nicht als Hardliner bezeichnen. Es geht darum, das Beste für die Mannschaft zu finden.“ Mohamed Gouaida stehe in der Startelf, „weil er sich in den vergangenen Wochen und Monaten hervorragend in der U21 präsentiert hat. Wir entscheiden uns für die Spieler, bei denen wir denken, dass wir mit denen die höchstmögliche Wahrscheinlichkeit haben, das Spiel zu gewinnen. Wir haben nichts mehr zu verlieren“. Taktisch habe er eine „klare Idee, wie wir den VfB vorne anlaufen werden“, sagte Titz und machte klar: „Wenn wir mit einem Sieg nach Hause fahren, bekommen wir ein neues Selbstbewusstsein.“

Es gab ein kleines Ständchen im Teamhotel des HSV am Samstagmorgen. Christian Mathenia feiert heute seinen 26. Geburtstag. Es dürfte ein relativ ruhiger Ehrentag werden für den Torhüter, der unter Christian Titz (wird morgen 47) nur noch die Nummer zwei hinter Julian Pollersbeck ist. Titz dachte im Sky-Interview vor dem Spiel dennoch an Mathenia: „Wir möchten ihn zu seinem Geburtstag gerne beschenken.“

 

Die U21 des HSV hat im Titelrennen der Regionalliga Nord zwei wichtige Punkte verschenkt. Gegen die U23 von Hannover 96 reichte es auf der Wolfgang-Meyer-Sportanlage in Stellingen nur zu einem 1:1 (1:0). Bakery Jatta hatte die „Rothöschen“ schon in der ersten Minute in Führung geschossen. Nachdem 96-Verteidiger Timo Hübers wegen einer Notbremse die Rote Karte sah (36.), deutete alles auf einen Sieg des Tabellenführers hin. Valmir Sulejmani aber bestrafte die schwache Hamburger Chancenverwertung in der 80. Minute. Törles Knöll hatte direkt vor dem Gegentor (80.) und in der 88. Minute beste Möglichkeiten ausgelassen, um den HSV zum Sieg zu schießen. In der Tabelle hat die U21 des HSV sechs Punkte Vorsprung auf die zweite Mannschaft des VfL Wolfsburg. Die Hamburger haben allerdings ein Spiel mehr absolviert.