HSV-Torwart Julian Pollersbeck war wie schon gegen Hertha BSC eine wichtige Anspielstation im Aufbau und deutlich öfter am Ball (81 Mal) als Ron-Robert Zieler (53), dabei musste der VfB-Keeper allerdings doppelt so viele Torschüsse abwehren wie sein Gegenüber, nämlich sechs.

Gideon Jung ist beim nächsten Spiel gegen Schalke gesperrt, Kyriakos Papadopoulos und Rick van Drongelen haben beide Knie-Probleme. Wen will Trainer Christian Titz am Sonnabend gegen Schalke in die Abwehr stellen? Fest steht, trotz der angespannten Personallage ist keine Rückkehr von Mergim Mavraj (zur U21 abgeschoben) geplant. Titz will das Problem ohne den Albaner lösen. Und wer soll es machen? Albin Ekdal ist eher kein Kandidat, da er nach seiner langen Pause noch nicht wieder bei 100 Prozent ist. Titz hofft, dass zumindest Papadopoulos bis zum Schalke-Spieler wieder fit ist. Der Griechen würde dann an der Seite von Stephan Ambrosius spielen.

Mit starken Schmerzen und großen Sorgen hatte sich Rick van Drongelen auf die Rückreise von Stuttgart nach Hamburg gemacht. Kurz vor Spielschluss hatte sich der Holländer am Knie verletzt. Es gab die Befürchtung, dass er sich das Kreuzband verletzt hat. Heute morgen ging es für van Drongelen in Hamburg zum Arzt. Nach der genauen Untersuchung konnte zumindest eine schlimme Verletzung ausgeschlossen werden. „Das Kreuzband ist zum Glück nicht beschädigt“, so Trainer Christian Titz. Ob van Drongelen bis zum Schalke-Spiel wieder fit wird, ist trotzdem unklar.

Für reichlich Ärger und Verwirrung hatte Daniel Ginczek in Stuttgart mit seinem Torbjubel gesorgt. Er feierte seinen Treffer zum 1:1-Ausgleich mit einem Hubschrauber-Jubel. Eigentlich ist das das Markenzeichen von Nicolai Müller. Er hatte sich bei dem gleichen Jubel im August 2017 das Kreuzband gerissen. Dass Ginczek nun ausgerechnet gegen den HSV auch so jubelt, empfanden die HSV-Profis als geschmacklos und vermuteten eine gezielte Provokation. André Hahn klärt auf: „Wir haben das in dem Moment alle so empfunden. Er kam nach dem Abpfiff aber noch zu uns in die Kabine und hat sich entschuldigt. Er meinte, dass das nichts mit Nicolai Müller zu tun hatte. Er wollte sich eigentlich auch gar nicht drehen – das war aus der Emotion heraus. Er hatte dabei gar nicht an Nicolai gedacht. Er sagte, dass er selbst zwei Kreuzbandrisse gehabt hat und weiß, wie scheiße das ist. Er würde das nie tun. Wenn wir das so aufgefasst haben, dann entschuldigt er sich von ganzem Herzen bei uns. Es war aber keine Anspielung auf Nicolai Müller.“

Nicht auf dem Platz ist heute weiterhin Kyriakos Papadopoulos. Der Grieche war angeschlagen von der Nationalmannschaft zurückgekommen. Er arbeitet im Kraftraum. Anfang der Woche soll er wieder in das Teamtraining einsteigen und am Sonnabend gegen seinen Ex-Verein Schalke dann womöglich auch spielen.

Der 19-jährige Innenverteidiger Stephan Ambrosius gewann bei seinem Bundesliga-Debüt zwar anständige 63 Prozent seiner Zweikämpfe, klärte vor dem Ausgleich aber ungenügend mit dem Kopf und musste zur Pause aus taktischen Gründen in der Kabine bleiben. Noch zweikampfstärker als Ambrosius war beim HSV nur Gideon Jung, der 70 Prozent seiner Duelle Mann gegen Mann gewann, jedoch gegen Schalke aufgrund der fünften Gelben Karte aussetzen muss.