Der FC Schalke 04, der am Sonnabend im Volkspark zu Gast sein wird, tätigt einen interessanten Transfer: Der ehemalige HSV-Sportchef (2014 bis 2016) und Interimstrainer Peter Knäbel, der durch seine „Rucksack-Affäre“ 2015 in die Schlagzeilen geraten war, wird neuer Chef der Nachwuchsabteilung „Knappenschmiede“. Das berichtet die „Bild“. Knäbel soll noch in dieser Woche auf Schalke anfangen. Der 51-Jährige war zuletzt als externer Berater für den VfB Stuttgart tätig. Er gilt als Experte für Nachwuchsarbeit.

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Trainer Christian Titz wollte die Arbeit seiner Vorgänger beim HSV im „Sportclub“-Interview nicht bewerten. „Es war nicht meine Aufgabe, über die anderen zu urteilen“, sagte er. Konkreter wurde der inzwischen 47-Jährige, bei der Frage, ob seine Mannschaft, die er mit Teambuildingmaßnahmen versucht hat, zusammenzuschweißen, vorher kein Team gewesen sei. „Doch, das glaube ich schon“, antwortete Titz. „Aber wenn du über einen längeren Zeitraum nicht gewinnst, ist es ganz normal, dass es Unzufriedenheiten in der Kabine gibt. Mit der Zeit bilden sich auch Gruppen. Durch solche Maßnahmen versuchen wir, das wieder zu verändern und kurzfristig eine positive Stimmung reinzubekommen.“

Wie sieht es aus mit der Zukunft von Christian Titz? Bleibt der HSV-Trainer auch im Abstiegsfall Coach der Profis. „Zunächst einmal finde ich es sehr schön, dass mir Frank Wettstein und Bernhard Peters das Vertrauen aussprechen. Bernhard Peters ist ja ein Vorantreiber im Verein, der die Jugendarbeit sehr vorangebracht hat und dem ich auch etwas zu verdanken habe. Er hat dazu beigetragen, dass ich heute hier sitze“, sagte Titz etwas ausweichend im „Sportclub“ des NDR-Fernsehens: „Ich wollte immer das Maximum erreichen, das habe ich jetzt hier beim HSV erlangt. Aber auch mit der Aufgabe, die ich vorher ausgeübt habe, war ich sehr zufrieden. Ich fand schon, dass ich ein großes Glück erfahren habe, bei so einem großen Verein die U21 trainiert zu haben.“ Ob er zurückgehen werde, falls ihm für die kommende Saison nicht das Vertrauen bei den Profis geschenkt wird. „Damit beschäftige ich mich gar nicht“, antwortete Titz, „weil ich immer noch in dem Glauben liege, dass wir mit der Mannschaft etwas erreichen können.“

Er war völlig weg vom Fenster, spielte unter Markus Gisdol und Bernd Hollerbach keine Rolle. HSV-Trainer Christian Titz aber hat Lewis Holtby nun zweimal in Folge in die Startelf beordert. Titz arbeitete früher bereits als Individualtrainer des Ex-Nationalspielers. „Wir kennen uns sehr gut, und wenn du einen Spieler sehr gut kennst, weißt du leichter, welche Knöpfe du drücken musst, wie du ihn anpacken musst. Er hatte eine schwierige Zeit, hat ja aber schon nachgewiesen, dass er ein guter Bundesliga-Spieler ist, der auch in der Champions League gespielt hat“, erklärte Titz im „Sportclub“ des NDR-Fernsehens. „Für mich war klar, das ist eine einfache Aufgabe. Lewis ist ein einfach guter Fußballer. Das Spiel, das wir spielen möchten, mehr in den torgefährlichen Räumen, mit Ballmitnahmetechniken, das passt einfach zu ihm. Dass ich durch unseren Kontakt ein bisschen anders mit ihm reden konnte, hat ihm gut getan.“

HSV-Trainer Christian Titz hatte in Stuttgart drei Spielern aus seiner U21 von Anfang an das Vertrauen geschenkt. Mohamed Gouaida, Stephan Ambrosius und Matti Steinmann standen in der Startelf. Titz erklärte im „Sportclub“ des NDR-Fernsehens, warum er so sehr auf die Spieler setzt, die zuletzt noch in der Regionalliga Nord kickten. „Es gibt mehrere Argumente dafür“, sagte er. „Wenn sie eine neue Mannschaft übernehmen, versuchen sie Dinge zu verändern, um einen Effekt herbeizuführen. Wir haben mehrere Spieler dazugeholt und zunächst einmal alle gleich behandelt. Jeder hat seine Chance, sich anzubieten. Dabei geht es nicht um Namen, sondern nur um das, was die Spieler auf dem Platz zeigen“, führte Titz aus. Der Vorteil der Spieler aus der U21 sei einfach gewesen, dass sie mit seiner Vorstellung vom Fußball bereits vertraut waren. „Wir wollten mehr mit dem Ball spielen, wir wollten den Gegner höher angreifen. Wenn dann drei, vier, fünf Spieler dabei sind, die deine Spielidee schon besser umsetzen können, ist das natürlich hilfreich – für dich selbst als Trainer, aber auch für die anderen Spieler.“ Ein weiterer Faktor sei: „Wir haben beim HSV in den letzten Jahren im Juniorenbereich sehr gute Arbeit geleistet und haben viele interessante, talentierte Spieler, die wir versuchen, nach oben zu bringen. Bei einer Mannschaft, die im Abstiegskampf ist, trauen sich viele Trainer ein bisschen weniger, denn du weißt ja nie, wie die Spieler auf dem Platz mental reagieren. Da hatte ich den Vorteil, dass ich die Jungs gut gekannt habe, und ich finde, das haben sie gut gemacht.“

Trainer Christian Titz hat im NDR-Sportclub dafür plädiert, den Glauben an den Klassenerhalt nicht aufzugeben. „Natürlich können wir die Tabelle lesen, und wir wissen, wie groß der Punkteabstand, der sich über das Wochenende ja leider nicht verringert hat, ist“, sagte er. „Aber die Mannschaft hängt sich voll rein, packt positive Sachen an, spielt gut mit dem Ball und erarbeitet sich Chancen“, erläuterte Titz. „Wir haben zuletzt gegen zwei Mannschaften gespielt, die zu den defensivstärksten Teams der Liga zählen. Wir sind in beiden Spielen in Führung gegangen und hätten durch Luca Waldschmidt das Spiel in Stuttgart auch für uns entscheiden können. Bundesliga-Fußball ist eine ganz enge Kiste, da entscheiden oftmals Kleinigkeiten und manchmal eben auch das Spielglück. Das war nicht auf unserer Seite. Aber die Mannschaft zeigt, dass sie lebt.“

Tatenlos musste die „Dritte“ des HSV mit ansehen, wie sie heute wieder auf einen Abstiegsplatz in der Oberliga Hamburg rutschte. Durch das 2:1 des VfL Pinneberg gegen den FC Süderelbe zogen die Schleswig-Holsteiner am HSV vorbei, verdrängten ihn auf Platz 16. Beide Teams haben 20 Punkte, der VfL allerdings drei Spiele weniger absolviert.