Etwas überraschend fehlte Bakery Jatta in Stuttgart im HSV-Aufgebot. Christian Titz begründete die Maßnahme gegenüber der MOPO. „Es war eine ganz knappe, schwierige Entscheidung“, so der Trainer. „Wir haben selbst nach dem Trainingsende vor der Kader-Bekanntgabe noch diskutiert und grübelnd zusammengesessen. Aber wir waren der festen Überzeugung, dass wir mit Josha Vagnoman einen Außenverteidiger dazu nehmen mussten.“ Neben einem Sechser (Janjicic) und einem weiteren Innenverteidiger (van Drongelen) wollte der trainerstab „Fiete Arp dabei haben. Und André Hahn hatte eine gute Trainingswoche. Wir hätten Bakery auch gern mitgenommen aber am Ende mussten wir uns entscheiden.“ Allerdings sei klar: „Es hat ihn jetzt einmal getroffen – aber das hat keine Aussagekraft für das nächste Spiel.“ Möglich, dass Jatta am Sonnabend gegen Schalke ins Aufgebot zurückkehrt.

 

Das Hoffen war vergebens – denn der ETSV Weiche Flensburg hat heute in der Regionalliga gewonnen und Boden auf die U21 des HSV gut gemacht. Mit 1:0 siegten die Schleswig-Holsteiner in Egestorf-Langreder und verkürzten als Tabellendritter den Rückstand auf den HSV auf acht Zähler. Gewinnt Flensburg seine weiteren drei Nachholspiele, könnte es an Hamburg vorbeiziehen. Am 11. April kommt es auch noch zum direkten Duell in Flensburg.

Das 1:1 am Wochenende gegen den Nachwuchs von Hannover 96 war ein kleiner Dämpfer – umso mehr muss die U21 des HSV nun auf Ausrutscher der Konkurrenz in der Regionalliga Nord hoffen. Da würde es gut passen, wenn das drittplatzierte Weiche Flensburg heute Federn bei der SV Egestorf-Langreder lassen würde. Könnte klappen, zur Pause steht es 0:0. Die Flensburger könnten, sollten sie alle vier Nachholspiele gewinnen, in der Tabelle am HSV vorbeiziehen.

Der Abstieg droht, das ist schon schlimm genug. Aber: Dem HSV blüht immer noch die Aufnahme in die absolute Schreckensliste des deutschen Fußballs. Momentan würden die Hamburger mit ihrer Punkteausbeute noch zu den zehn schlechtesten Teams der Bundesliga-Geschichte zählen. Ab dem 22. Punktgewinn würde der HSV die „Flop ten“ verlassen, die von Tasmania Berlin (zehn Punkte, Saison 1965/66), dem Wuppertaler SV (14 / 1974/75) und Hertha BSC (17 / 1990/91) angeführt wird. Aber es sind ja zum Glück noch sieben Spiele Zeit – fürs Punktepolster und den Klassenerhalt.

Das wird ein verdammt spannender Fußball-Samstag im Volkspark! Die U19 legt vor, die Profis ziehen nach. Zunächst empfangen die HSV-Junioren um 13 Uhr Hertha BSC zum wahrscheinlich entscheidenden Spiel um die Meisterschaft der A-Jugend-Bundesliga Nord. Fünf Partien vorm Saisonende liegt der HSV als Spitzenreiter einen Zähler vor der Hertha, kassierte vor zwei Wochen in Berlin aber ein bitteres 1:5. Gelingt die Revanche? Ab 18.30 Uhr geht es dann im Volkspark weiter mit dem Auftritt der Profis gegen Schalke 04. Schon wieder eine dieser letzten Chancen im Kampf um den Klassenerhalt …

Sie schrauben am ganz großen Ding. Istanbul Basaksehir will in die Phalanx der großen Istanbuler Klubs einbrechen und seinen ersten Meistertitel gewinnen. Ein Ex-HSV-Star sorgte am Ostersonntag dafür, dass dieser Traum weiter lebt. Eljero Elia erzielte beim 2:1-Erfolg bei Akhisar Belediyespor das wichtige 1:1, damit liegt Basaksehir weiter nur einen Zähler hinter Spitzenreiter Galatasaray. Auf Rang drei folgt vier Zähler hinter „Gala“ Meister Besiktas Istanbul mit dem Ex-Hamburger Tolgay Arslan.

Am Sonnabend werden beim DFB die Partien um den Drittliga-Aufstieg ausgelost. Zwar stehen die Teilnehmer an den drei Begegnungen noch nicht fest, der Verband aber wird die jeweiligen Staffeln einander zuordnen. An den Spielen nehmen die Meister der Regionalligen Nord, Nordost, West, Südwest und Bayern teil, dazu der Zweite der Südwest-Staffel. Klar ist nur, dass die beiden Südwest-Vertreter nicht gegeneinander spielen werden. Wer aber könnte am 24. und 27. Mai Gegner der U21 des HSV werden, die die Nord-Tabelle anführt? Aus dem Nordosten wird Energie Cottbus so gut wie sicher dabei sein, 1860 München dürfte in Bayern das Rennen machen. Im Westen entscheidet es sich zwischen dem KFC Uerdingen und Fortuna Köln. Im Südwesten hat der 1. FC Saarbrücken beste Karten, um Rang zwei kämpfen Kickers Offenbach und Waldhof Mannheim.

Da schickt sich einer an, seine vielleicht letzte Chance zu nutzen. Zumindest fühlt sich Maxi Beister in der Regionalliga sehr wohl. Beim 2:0 des KFC Uerdingen bei Alemannia Aachen traf er nach 70 Minuten zum Endstand – sein zweiter Saisontreffer, nachdem er im Winter zum KFC wechselte. Uerdingen ist Tabellenführer, liegt zwei Punkte vor Viktoria Köln, hat allerdings auch schon zwei Partien mehr absolviert. Pikant: Wird Beister mit seinem Team Meister, ist er in den Relegationsspielen zur Dritten Liga ein möglicher Gegner der U21 des HSV, die die Regionalliga Nord anführt.