Zum Abschluss des Tages noch eine Meldung in eigener Sache: Wir freuen uns über einen neuen Rekordmonat für HSV24. Der Live-Blog der MOPO erreichte im zurückliegenden März 8,55 Millionen Page Views und 2,81 Millionen Visits. Wir bedanken uns bei allen Usern für ihr Vertrauen sowie ihre Treue – und bleiben im Volkspark am Ball. Klicken Sie sich rein!

Schalke-Coach Domenico Tedesco greift bei seiner Arbeit auf die Hilfe eines früheren HSV-Trainers zurück. „Huub Stevens kennt diesen Verein so gut wie kaum ein Zweiter – gerade aus Trainersicht. Ich profitiere sehr von seinem Erfahrungsschatz. Er ist Schalkes Jahrhundert-Trainer, eine Legende. Ich wäre ja verrückt, wenn ich mir seine Tipps und Ratschläge nicht anhören würde“, sagte Tedesco der „Sport Bild“. Und weiter: „Das theoretische Wissen über einen Klub, gerade zu Beginn, ist das eine. Aber sich mit jemanden austauschen zu können, der das Ganze selbst erlebt hat, noch mal etwas anderes. Ich bin ihm sehr dankbar, dass er sich die Zeit dafür nimmt.“ Am Sonnabend ist Tedesco, der im vergangenen Sommer von Erzgebirge Aue kam, mit Schalke in Hamburg zu Gast.

Pflicht in Hamburg, Kür gegen Dortmund? Mit aller Macht kämpft Schalkes Torwart Ralf Fährmann dagegen an, den HSV zu unterschätzen und schon das Ruhrpott-Duell mit dem BVB in den Fokus zu rücken. „Für uns ist das Derby momentan noch weit weg. Wir müssen erst einmal in Hamburg bestehen. Dieser Aufgabe gehört unsere vollste Konzentration, denn wir wissen alle, dass es trotz des aktuellen Tabellenstandes sehr, sehr schwer wird. Daher wäre es für uns als Mannschaft fahrlässig, jetzt bereits an das Derby zu denken“, sagte Fährmann und erklärte: „Gerade unter dem neuen Trainer kann ich unseren Gegner noch nicht so richtig einschätzen. Christian Titz hat einige personelle Veränderungen vorgenommen, neue Impulse gesetzt. Wir lassen uns auf jeden Fall nicht von der Tabelle blenden und gehen die Partie genau wie die Spiele in den Wochen zuvor mit höchster Konzentration an.“ Er selbst kenne das Gefühl aus Frankfurter Zeiten, gegen den Abstieg zu spielen. „Wenn du unten drinstehst, lähmt dich das ein Stück weit. Andersherum ist es aber auch so, dass du über dich hinauswachsen kannst, wenn du mit dem Rücken zur Wand stehst. Die Hamburger werden gegen uns alles versuchen, um das Ruder rumzureißen. Darauf sind wir aber eingestellt“, so Fährmann.

Am Dienstag und heute konnte Douglas Santos nicht am Teamtraining teilnehmen, aus Sicht von HSV-Coach Christian Titz war das aber nur eine Vorsichtsmaßnahme: „Wir wollten nicht riskieren, dass der Imfekt ausbricht.“ Morgen soll der Linksverteidiger wieder voll einsteigen, so ist zumidest der Plan. Übrigens: Würde der Brasilianer gegen Schalke ausfallen, wäre der 17-jährige Josha Vagnoman erster Ersatz. Einen Bundesliga-Einsatz hat er bereits absolviert: Beim 0:6 unter Bernd Hollerbach in München.

Nach sechs Siegen in Folge und als Tabellenzweiter tritt der FC Schalke 04 am Sonnabend beim HSV an. Doch Angreifer Breel Embolo warnt schon jetzt davor, das Schlusslicht zu unterschätzen. „Wir wollen dort unbedingt gewinnen und ich werde genauso in das Duell gehen, wie sonst auch immer. Es geht für den HSV ums Überleben, daher erwarte ich einen harten Kampf. Und in einem solchen Spiel darf man keinen Millimeter zurückweichen. Wir werden die nötige Mentalität an den Tag legen und dagegenhalten“, versicherte der Schweizer.

Der Abstieg in die Zweite Liga ist kaum noch abzuwenden. Die kommende Saison im Unterhaus, so beteuern Vorstand Frank Wettstein und Aufsichtsrats-Boss Bernd Hoffmann unisono, sei gesichert. Was aber würde passieren, wenn der direkte Wiederaufstieg nicht gelingt? Laut „Abendblatt“ könne sich der Klub ein zweites Jahr in der Zweiten Liga „definitiv nicht leisten“. Das Problem: Im Jahr 2019 kommen auf den HSV gewaltige Ausgaben zu. Ende September 2019 muss der HSV die 17,5 Millionen Euro für die Fan-Anleihe zurückzahlen, die 2012 mit einer Verzinsung von sechs Prozent ausgesendet worden war. Zudem gibt es ein Problem auf der Einnahmeseite. So läuft der Sponsoringvertrag mit Emirates nach der kommenden Saison aus. Aktuell zahlt die Fluggesellschaft dem HSV 7,5 Millionen Euro pro Saison. In der Zweiten Liga reduziert sich der Betrag auf fünf Millionen Euro. Zeitgleich endet auch die Zahlung von Klaus-Michael Kühne für die Namensrechte am Volksparkstadion. Der Milliardär zahlt dafür seit 2015 jährlich vier Millionen Euro. Dass ein Unternehmen wie einst AOL, die HSH Nordbank und Imtech dem Stadion seinen Namen wieder nimmt, um es umzubenennen, wird auch in der Führungsetage des HSV als höchst unwahrscheinliches Szenario aufgenommen. Harte Zeite also für den HSV, der daher alles dafür tun muss, um zumindest in der Saison 2019/20 wieder in der Bundesliga zu spielen.