HSV-Trainer Christian Titz sagte vor dem Spiel bei Sky: „Der Blick geht heute nicht auf die anderen Teams im Abstiegskampf. Entscheidend ist, was wir heute auf den Platz bringen. Wir haben eine gute Trainingswoche gehabt. Wir dürfen Schalke nicht ins offene Messer laufen. Aber man darf ihnen auch nicht zu lange den Ball geben.“

Interessante Ergebnisse der Nachmittagsspiele, die dem HSV nicht wirklich helfen: Wolfsburg befreit sich durch einen 2:0-Sieg in Freiburg, Köln und Mainz trennen sich 1:1. Der HSV steht damit vor seinem Abendspiel gegen Schalke mit zwei Zählern hinter dem 17., Köln, und acht hinter Mainz, das den Relegationsplatz belegt. Wolfsburg hat bereits zehn Punkte mehr auf dem Konto als die Hamburger. Im Optimalfall kann der HSV heute auf Rang 17 klettern und den Spieltag mit fünf Punkten Rückstand auf Platz 16 beenden.

Sollte die HSV-U21 ihre Spitzenposition in der Regionalliga Nord halten, würden die „Rothöschen“ in den Drittliga-Aufstiegsspielen auf den Nordost-Meister treffen, der aller Voraussicht nach Energie Cottbus heißen wird. Nach der heutigen Auslosung tritt der Nord-Meister zunächst am 24. Mai zu Hause an, am 27. Mai käme es dann zur Entscheidung in Cottbus. Die Brandenburger können sich ihrer Spitzenposition angesichts von 15 Punkten Vorsprung im Nordosten deutlich sicherer sein als die „Rothöschen“, die nach dem heutigen 2:0-Sieg von Weiche Flensburg gegen Egestorf-Langreder nur noch fünf Punkte Vorsprung auf Weiche haben. Der HSV hat bereits 25 Spiele absolviert, Flensburg erst 23.

Die U19 des HSV bleibt Tabellenführer in der A-Junioren-Bundesliga, hat aber eine Vorentscheidung im Kampf um die Nord-Meisterschaft verpasst. Im Spitzenspiel gegen Verfolger Hertha BSC an der Hagenbeckstraße hieß es am Ende 1:1 (1:0). Julian Ulbricht hatte den HSV nach 31 Minuten in Führung geschossen. Nach der Pause glich Nikos Zografakis (57.) für die Berliner aus. Er hatte sich vor seinem Tor gegen Junioren-Nationalspieler Josha Vagnoman durchgesetzt. In der Tabelle bleibt der HSV damit einen Punkt vor Hertha. Sechs Spiele stehen noch aus. Der Meister der Nord-Staffel steht im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft.

Es ist selten das große Spektakel, das der FC Schalke 04 in dieser Saison zeigt. Das Team von Trainer Domenico Tedesco steht aber aus einem einfachen Grund auf dem zweiten Tabellenplatz. In der Chancenverwertung nämlich spielen die Gelsenkirchener in einer Liga mit dem großen FC Bayern. 31,6 Prozent aller Chancen waren in dieser Saison drin. Nur die Bayern (32,0 Prozent) haben eine bessere Quote. Leverkusen zum Beispiel hatte in dieser Saison schon über 50 Torchancen mehr als Schalke, verwertete aber nur vier mehr. Der HSV übrigens liegt in dieser Statistik auf dem vorletzten Platz. 20,6 Prozent aller Chancen sind drin, nur der VfB Stuttgart (20,0 Prozent) ist schlechter. Bei der Zahl der Torchancen (97) ist der HSV klares Schlusslicht, Schalke steht mit 136 Chancen allerdings auch in der zweiten Tabellenhälfte.