Beim HSV ging er mit unter, in Augsburg hat sich Michael Gregoritsch aber im Verlauf der Saison rasant entwickelt. Vor dem Gastspiel seines FCA morgen beim VfL Wolfsburg äußerte sich der Österreicher bei „Eurosport“ zur Situation seines Ex-Klubs: „Wenn ich wüsste woran es liegt, hätte ich schon beim HSV versucht, es umzusetzen und dort schon die zweistellige Torquote zu erreichen. Das ist mir leider nicht gelungen, was natürlich verschiedene Gründe hatte. Beim HSV ist teilweise einfach der Wurm drin. Und das seit Jahren. Das ist eigentlich unerklärlich, weil es ein riesiger Verein ist. Es ist auch dort nur Fußball, aber irgendwie bekommen es nicht immer alle Spieler hin, die es dann woanders hinkriegen. Vielleicht ist es ein mentales Problem. Als ich beim HSV war, habe ich es eigentlich nicht gemerkt. Ich habe mich in der Stadt, im Verein, in der Mannschaft und mit den Fans sehr wohlgefühlt. Aber auf dem Platz ist es eben keine Wohlfühloase, da stehen elf andere gegenüber, die genauso gewinnen wollen, wie wir. Vielleicht hat der HSV in den letzten Jahren zu hohe Ansprüche an sich selbst gehabt. Grundsätzlich war es in den letzten fünf, sechs Jahren eine Mannschaft, die gegen den Abstieg gespielt hat. Wenn man dann in jede Saison mit der Erwartung reingeht, dass es in den Europacup geht, ist man natürlich schwer enttäuscht, wenn es wieder gegen den Abstieg geht. Vielleicht hätte man einfach ein bisschen kleinere Brötchen backen sollen und versuchen, sich zwei, drei Jahre kontinuierlich ins Mittelfeld zu bringen und dann wieder vorne anzugreifen.“

Mit dem HSV ging René Adler in den vergangenen Jahren immer als Sieger aus dem Kampf gegen den Abstieg hervor. Jetzt soll der 33-jährige Torwart bei Mainz 05 das Team zum Klassenerhalt führen. Sandro Schwarz sieht ihn als entscheidenden Mann an: „René kennt die Situation aus Hamburg. Er lenkt und führt die Gruppe“, sagte der FSV-Trainer, der Adler als seinen verlängerten Arm auf dem Platz ansieht: „Es ist extrem wichtig, dass er die Jungs coacht.“

Gleich drei Talente aus dem HSV-Nachwuchs erhielten eine Einladung zu DFB-Lehrgängen mit den Junioren Nationalteams: Jonah Fabisch ist mit der U17 vom 15. bis 18. April in Malente. Arlind Rexhepi spielt im selben Zeitraum bei der U15 in Teistungen vor, Felix Paschke dann vom 22. bis 25. April in Bitburg. Steven Mensah wurde auf Abruf nominiert.

Wegen eines grippalen Infekts konnte Kyriakos Papadopoulos in der laufenden Woche nicht mit dem Team trainieren. Heute hat der Verteidiger im Volkspark immerhin wieder eine individuelle Einheit im Kraftraum absolviert. Da der Grieche nach seiner zehnten Gelben Karte eine Sperre absitzen muss, wäre er ohnehin kein Kandidaten für das Gastspiel am Sonnabend bei 1899 Hoffenheim gewesen.

Für beide Teams steht am Sonnabend viel auf dem Spiel: 1899 Hoffenheim benötigt jeden Punkt im Rennen um die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb, der HSV will mit einem weiteren Erfolg seine Situation im Abstiegskampf verbessern. Hoffenheims Abwehrchef Havard Nordtveit ist auf einen heißes Fight einstellt: „Ich weiß, wie es ist, wenn man als Vorletzter in ein Duell geht: Du hast immer die Klinge an der Kehle. Man muss alles raushauen – und das wird Hamburg auch gegen uns versuchen. Es wird nicht einfach werden. Sie wollen diese drei Auswärtspunkte unbedingt haben – aber natürlich wollen auch wir zu Hause vor unseren Fans eine erneut starke Vorstellung wie gegen den 1. FC Köln (6:0, d. Red.) abliefern. Wenn wir uns auf unser Spiel voll fokussieren, haben wir gute Möglichkeiten, den Dreier auf unser Konto zu packen. Wir sind bereit!“

Der Erfolg über Schalke (3:2) ist abgehakt, Trainer Christian Titz und seine Profis richten den Blick auf das nächste Spiel am Sonnabend bei 1899 Hoffenheim. Zwei Tage vor der Partie im Krauchgau stellt sich der HSV-Coach bei der Pressekonferenz den Fragen der Reporter und spricht über…

…den Sieg gegen Schalke: „Man hat im Training gespürt, dass die Spieler Vertrauen bekommen und an sich glauben. Da macht man imer noch einen Meter mehr. Aber es wird sehr schwer, bei der TSG Hoffenheim zu bestehen, da haben wir Respekt.“

…die Hürde Hoffenheim: „Sie haben einen richtigen Lauf und sicher momentan eine der besten Mannschaften der Bundesliga. Ich erwarte einen sehr gut vorbereiteten Gegner.“

…die Taktik für das Spiel: „Wir werden schon die eine oder andere Veränderung in unserem Spiel vornehmen, weil wir auf die Qualität des Gegners reagieren müssen. Aber ich wünsche mir, dass wir unsere Idee durchbringen.“

…die Verletzung von Tatsuya Ito: „Er hat im Training keine Probleme mehr gehabt und voll mitgemacht.“

…den Kader: „Wir hatten gestern mit Mo Gouaida und Bakery Jatta zwei Spieler bei der U21, die morgen wieder im Abschlusstraining dabei sein werden. Im Anschluss daran werden wir dann den Kader bekanntgeben.“

…die Hierarchie innerhalb der Mannschaft: „Das ganze Gebilde ist gut und eng zusammengerückt, da haben wir eine gute Stimmung. Als Wortführer haben sich die Spieler aus unserer Achse hervorgetan, also Gideon Jung, Matti Steinmann und Lewis Holtby.“

…die Rückkehr in seine Heimat: „Hoffenheim ist nur knapp 40 Kilometer von meinem Heimatort entfernt. Ich freue mich auf das Spiel, meine Familie und Freunde werden auch im Stadion dabei sein. Meine Eltern sehe ich nicht so oft, deshalb ist das schon ein besonderes Spiel.“

…den Abstiegskampf: „Wir müssen unsere Punkte holen, an der Ausgangsposition hat sich nichts verändert. Wenn wir heranrücken wollen, müssen wir gewinnen. Aber ich sehe es so, dass wir im Gegensatz zu einigen anderen Klubs wenig zu verlieren haben, weil uns schon einige abgeschrieben haben.“

Beim HSV wurde er gleich mehrfach aussortiert, bei 1899 Hoffenheim entwickelte sich Kerem Demirbay zum Leistungsträger und Nationalspieler. Offen ist allerdings, ob der Mittelfeld-Regisseur im Duell mit seinem Ex-Klub am Sonnabend in die Startelf der TSG zurückkehren wird. „Es liegt in erster Linie an ihm selbst, ob er ein Kandidat ist. Gesundheitlich schon“, sagte Julian Nagelsmann. Anders ausgedrückt: Demirbay, der sich Anfang Februar einen Außenbandriss im Sprunggelenk zugezogen hatte und zuletzt in Frankfurt (1:1) als Joker sein Comeback gab, muss sich im Training erst wieder neu empfehlen.