Ein bitterer Montagabend für den HSV! Mainz schlägt Freiburg mit 2:0 und klettert auf Platz 15. Damit haben die Hamburger vor den letzten vier Spielen acht Punkte Rückstand auf den Relegations-Platz. Der 16. Freiburg, der nächste Gegner, Mainz und Wolfsburg stehen bei 30 Punkten. Der HSV hat nur 22. Klar ist damit: Hamburg braucht mindestens noch zwei Siege und zwei Unentschieden – und muss vor allem darauf hoffen, dass Freiburg nun gar nichts mehr holt. Realistisch gesehen besteht also kaum noch Hoffnung für die HSV-Fans.

Verrückte Szene in Mainz. Der FSV führt nach 45 Minuten im Kellerduell gegen Freiburg mit 1:0, dabei waren die Freiburger beim Stand von 0:0 schon zur Halbzeitpause in der Kabine. Schiedsrichter Guido Winkmann holte sie wieder raus. Der Grund: Per Videobeweis wurde auf Elfmeter für Mainz entschieden. Kempf hatte einen Schuss von Brosinski kurz vor der Pause mit der Hand abgefälscht. Den Strafstoß verwandelte De Blasis. Nun führt Mainz und steht aktuell acht Punkte vor dem HSV.

Steigt der HSV heute aus der Bundesliga ab? Rechnerisch ist das nicht möglich, aber sollte Mainz 05 das Heimspiel gegen den SC Freiburg (20.30 Uhr, Eurosport Player live) gewinnen, würde sich damit der Rückstand der Hamburger auf den Relegationsplatz bei nur noch vier ausstehenden Spielen auf acht Punkte vergrößern. HSV-Coach Christian Titz zittert zu Hause vor dem Fernseher mit und sagt: „Es wäre schön, wenn Mainz nicht gewinnen würde.“

Nach drei Niederlagen in Folge und nun schon fünf Spielen hintereinander ohne Sieg hat man beim HSV die Meisterschaft in der Regionalliga Nord und einen möglichen Aufstieg in die Dritte Liga schon abgehakt. Trainer Steffen Weiß, der das Amt von Christian Titz übernahm, rechnet auch nicht mehr damit, dass ihm künftig die Top-Talente aus dem Profikader oder der U19 abgestellt werden: „Gerade unsere Leute aus der zweiten Reihe werden jetzt ins kalte Wasser geworfen. Sie müssen sich schnell vom Jugend- auf den Herrenfußball umstellen.“ Das Ziel des 29-Jährigen für den weiteren Saisonverlauf: „Wir müssen nun Schritt für Schritt machen und uns in jedem Spiel verbessern.“

Einen Eintrag in den Geschichtsbüchern des HSV hat Josha Vagnoman schon sicher: Am 10. März machte ihn Bernd Hollerbach zum jüngsten Bundesligaspieler des Liga-Dinos aller Zeiten, beim FC Bayern (0:6) wurde er im Alter von 17 Jahren und 89 Tagen eingewechselt. Am Sonnabend gegen den SC Freiburg könnte Vagnoman als jüngster von Beginn an aufgestellte Spieler in die Historie des HSV eingehen, dann ist er 17 Jahre und 131 Tage alt. Trainer Christian Titz muss die Abwehrkette wegen der Sperre von Douglas Santos umbauen. Über Vagnoman sagt er: „Ich würde ihn ohne Bedenken bringen. Er trainiert seit Wochen bei uns, hinterlässt einen guten Eindruck und bringt viel Qualität mit.“ Eine Entscheidung hat der HSV-Coach aber noch nicht getroffen: „Wir werden die Trainingseindrücke abwarten.“

In 30 Spielen hat der HSV nur 23 Tore erzielt, weniger als alle Konkurrenten. Das liegt vor allem daran, dass sich die Mannschaft eben auch wenig klare Chancen erspielt, nämlich bislang nur 106. Auch das ist der schlechteste Wert in der Bundesliga. Zum Vergleich: Der FC Bayern führt das Ranking mit 244 Chancen an. Die HSV-Rivalen im Abstiegskampf: Wolfsburg (109), Freiburg (130), Mainz (139) und Köln (141). Immerhin haben die Hamburger 21,7 Prozent ihrer Tor-Möglichkeiten verwertet, das bedeutet Rang 13.