Nur ein Sieg unter Bruno Labbadia. Der VfL Wolfsburg ist schwer angeschlagen, wenn der HSV am Sonnabend zum Abstiegskampf-Knaller kommt. Kyriakos Papadopoulos wähnt die Hamburger im Vorteil, wie er im Gespräch mit der „Bild“ sagte: „Für Wolfsburg ist die Situation natürlich auch schwierig. Sie haben 2018 viele Spiele verloren, die Ergebnisse passen nicht – und sie haben Spieler, die sich im Abstiegskampf nicht so auskennen wie wir.“

Mit einem Statement auf ihrer Internetseite hat die Fan-Hilfe „Nordtribüne Hamburg“ das neue Sicherheitskonzept der HSV Fußball AG und der Polizei kritisiert. In dem Schreiben heißt es: „Nach dem wichtigen Sieg unseres HSV am vergangenen Sonnabend gestaltete sich das Verlassen des Stadions und seines Umfelds leider schwieriger als gewohnt. Grund dafür ist das neue Sicherheitskonzept der HSV Fußball AG und der Polizei Hamburg. Dieses besteht im Wesentlichen darin, Umläufe, Treppenhäuser oder etwa den Tunnel zum Stellinger Bahnhof zu sperren, und vor diesen Engpässen entsprechend große Menschenansammlungen zu produzieren. Trotz der fröhlichen und entspannten Stimmung nach dem Heimsieg führte dies zu mehreren Situationen, in denen die Stimmung zu kippen drohte, oder in denen sich Fans gezwungen sahen, sich andere Wege zu eröffnen, um dem gefährlichen Gedränge zu entgehen. Wohlgemerkt bei einer Sachlage, die das komplette Gegenteil der Horrorszenarien war, für die dieses Konzept entwickelt worden ist. Sollten eben solche Szenarien am 12.05. tatsächlich nur im Entferntesten eintreten, sieht die Fanhilfe durch das am Wochenende zur Schau gestellte Konzept die Sicherheit der Zuschauer als nicht gewährleistet an. Um es deutlich zu sagen: Das Zusammenpferchen von Menschen, um diesen dann den Weg zu versperren oder diese durch Engpässe zu schleusen, ist kein Konzept, was der Sicherheit der Fans in irgendeiner Weise dienlich sein kann.“

Auf seiner Internetseite hat der VfL Wolfsburg folgende Mitteilung an die eigenen Anhänger sowie die Fans des HSV veröffentlicht: „Die Volkswagen Arena ist restlos ausverkauft, es wird am Spieltag keinen Tageskartenverkauf geben. Eine frühzeitige Anreise sowie ein frühzeitiger Zutritt in die Arena wird allen Fans ausdrücklich empfohlen, da mit umfangreichen Einlasskontrollen zu rechnen ist. Alle Besucher werden gebeten, auf unnötige Taschen, Rucksäcke oder ähnliches zu verzichten, um die Kontrollen an den Eingängen zu beschleunigen. Einlassbeginn ist 14 Uhr, im VIP-Bereich sowie in den Gästeblöcken um 13.30 Uhr.“

Nach sechs Punkten aus den vergangenen drei Spielen rechnen sich Verantwortliche und Fans des HSV eine Mini-Chance auf den Klassenerhalt aus. Doch am Sonntag könnte schon alles vorbei und der Abstieg besiegelt sein. Allerdings müsste dann alles gegen den Liga-Dino laufen. Der HSV wäre nicht mehr zu retten, wenn er Sonnabend in Wolfsburg verliert und zudem Freiburg gegen Köln sowie am Sonntag auch Mainz gegen Leipzig gewinnen.

Den Relegationsplatz würde beim HSV zurzeit vermutlich jeder Profi oder Verantwortliche nehmen. Auch Kyriakos Papadopoulos gehört dazu und bezeichnet sich sogar als Anhänger dieser Alles-oder-nichts-Spiele. „Ich bin ein Fan von solchen Situationen“, sagt er im Gespräch mit der „Bild“-Zeitung. „Zwei Spiele, in denen es noch mal um alles geht. Wenn wir es in die Relegation schaffen, packen wir es auch. Aber erst mal müssen wir in Wolfsburg was holen.“

Die größte Veränderung, die Christian Titz im Vergleich zur Strategie seiner Vorgänger Markus Gisdol und Bernd Hollerbach vorgenommen hat, ist, dass er eine dominaten Spielweise von seinen Profis einfordert. Eine Schlüsselfigur im HSV-System ist Tatsuya Ito. „Meine Stärken liegen definitiv im Eins-gegen-eins. Es ist gut, den Ball zu besitzen, aber man muss auch das nötige Risiko eingehen. Das ist mein Job. Wenn ich an meinem Gegenüber vorbeikomme, dann ist das für uns ein Vorteil, um Chancen zu kreieren“, wird der 20-Jährige auf der Internetseite des Vereins zitiert. Dass Titz von der U21 zu den Profis befördert wurde, sieht er für sich als Vorteil an: „Ich wusste bereits, wie der Trainer Fußball spielen möchte und das hat mir den Einstieg natürlich erleichtert. Zudem kommt sein System meiner Spielweise entgegen.“ Obwohl er den Sprung in die Bundesliga geschafft hat, zeigt sich der Japaner selbstkritisch: „Ich bin extrem ehrgeizig und will in jeder Sekunde besser werden. Sei es durch die Arbeit auf dem Platz, im Kraftraum oder auch bei der Regeneration. Natürlich kann und muss ich in vielen Bereichen noch besser werden. Dazu zählt es, Tore zu schießen und Flanken zu geben, die zu einem Treffer führen. Da gehört auch das nötige Quäntchen Glück zu.“  Am liebsten würde er damit schon in Wolfsburg anfangen: „Wir leben noch und diese Haltung spürt man. Vor allen Dingen die Hamburger Fans sind richtig klasse. Alleine wegen ihnen dürfen wir nicht aufgeben. Wenn wir das Spiel in Wolfsburg gewinnen, dann sind es noch zwei Zähler Rückstand. Das kann man in zwei Spielen aufholen. Wir werden nicht absteigen.“ Übrigens: Ito zählt mit 1,63 Meter zu den kleinsten Profis der Liga, stört sich daran aber nicht. Im Gegenteil: „In meinen Augen ist es für einen Flügelspieler ein Vorteil, klein zu sein. Schließlich sind Beweglichkeit, Stabilität und Geschwindigkeit auf dieser Position wichtig.“