Nach der Absage von Wunschkandidat Jonas Boldt, der bei Bayer Leverkusen zum Sportdirektor befördert wurde, scheint Bernd Hoffmann bei der Suche nach einem Sportvorstand einen neuen Kandidaten ins Auge gefasst haben. Wie „Bild“ berichtet, führt der Aufsichtsrats-Boss des HSV nun Gespräche mit Rouven Schröder, der seit 2016 die Geschicke bei Mainz 05 leitet. Dort steht er bis 2020 unter Vertrag, die Hamburger müssten also eine Ablöse für den 42-Jährigen zahlen.

Die abschließende Einheit vor der Keller-Kracher beim VfL Wolfsburg findet morgen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Trainer Christian Titz will sich nicht in die Karten schauen lassen, schließlich gibt es noch die eine oder andere offene Position in der Startelf. Im Sturm könnte Bobby Wood eine neue Chance erhalten, für ihn müssten Luca Waldschmidt oder Aaron Hunt weichen. Zudem kämpfen Matti Steinmann und Albin Ekdal um den Platz im defensiven Mittelfeld.

Kyriakos Papadopoulos und Aaron Hunt sind heute ins Teamtraining zurückkehrt. „Papa“ musste allerdings am Ende der Einheit behandelt werden, Hunt machte frühzeitig Schluss. Trainer Christian Titz gab direkt Entwarnung: „Papa hat heute im Training einen leichten Tritt abbekommen, wurde dann mit Eis behandelt. Bei Aaron Hunt haben wir aus reiner Vorsicht gehandelt. Wir wollten ihn aber schon einige Teile des Mannschaftstrainings absolvieren lassen.“ Genau wie bei Julian Pollersbeck gibt es für beide Grünes Licht für das Wolfsburg-Spiel.

Holstein Kiel steckt mitten im Kampf um die Aufstiegsplätze in der 2. Liga. Momentan stehen die Störche auf dem dritten Rang. Doch nun der Schock: Im Falle eines Aufstiegs wird Kiel womöglich keine Lizenz für die Bundesliga erhalten. Grund dafür ist das ungeeignete Stadion. Die Vorgabe von einer Mindestkapazität von 15.000 Zuschauern kann das Holstein-Stadion nicht erfüllen. Die Sondergenehmigung der Kieler gilt nur für die 2. Liga. Holstein hat in der Vergangenheit bereits beim HSV angefragt, ob man im Aufstiegsfall auf das Volksparkstadion ausweichen kann. Als Dauerlösung ist das aber wegen der Belastung des Rasens sehr unwahrscheinlich.

Der  VfL Wolfsburg bangt vor dem richtungsweisenden Spiel gegen den HSV am Sonnabendum ein Spieler-Trio. Hinter dem Einsatz von Joshua Guilavogui nach Muskelfaserriss und Daniel Didavi (grippaler Infekt) steht noch ein Fragezeichen. Kapitän Ignacio Camacho konnte wegen einer Oberschenkelzerrung noch nicht wieder trainieren, sein Einsatz gilt als sehr unwahrscheinlich. Dies bestätigte VfL-Trainer Bruno Labbadia.

Doch kein Wechsel von Horst Heldt nach Wolfsburg! Hannover 96 hat mitgeteilt: „Nach einem intensiven, internen Austausch und Gesprächen zwischen Martin Kind und Verantwortlichen des VfL Wolfsburg ist die Entscheidung gefallen: Horst Heldt bleibt bei Hannover 96.“ Heldt war als Nachfolger für Wolfsburgs Sportdirektor Olaf Rebbe, der angeblich freigestellt werden soll, im Gespräch.

Am Sonnabend (15.30 Uhr) kommt es in Wolfsburg zum nächsten Showdown im Abstiegskrimi. Der HSV muss bei den „Wölfen“ gewinnen, um das Wunder auf den Klassenerhalt möglich zu machen. Wie der (Noch)-Liga-Dino den Niedersachsen die Zähne ziehen will, verrät Coach Christian Titz auf der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel. Der Übungsleiter über…

seine Lieblingsposition: Ich habe am liebsten Stürmer gespielt. Aber damals gab es noch den Libero und wenn wir begonnen haben, musste ich dort spielen. Wenn wir in Rückstand geraten sind, hat mich der Trainer vorne reingestellt.

seine Zukunft: Das ist eine schwer zu beantwortende Frage. Die Situation ist die, dass wir uns austauschen, welche Spieler zum Verein passen. Klar ist eins, dass wenn ich Trainer bleiben sollte, wir uns auf eine Spielidee einigen, die mit viel Ballbesitz behaftet ist.

Nicolai Müller: Eine Rolle als Joker ist noch nicht möglich. Genau zu sagen, wann er wieder spielen kann, ist nur schwer vorherzusagen. Es wird allerdings von Woche zu Woche besser.

sein Interesse zum Fußball: Ich kann mich sehr genau daran erinnern, dass ich im Alter von fünf Jahren Fußball gespielt habe. Seitdem gibt es für mich nichts anderes mehr. Ich war immer vom Jubel im Stadion begeistert. Ein Wochenende auf dem Fußballplatz war für mich normal, das gehörte einfach dazu.

Stimmung im Team: Die Stimmung im Team ist gut. Die Spieler versuchen in eine Lockerheit überzugehen. Aber die Anspannung steigt langsam.

Fiete Arp: Ich finde, dass Fiete ein sehr guter Spieler ist. Aber die letzten Wochen waren nicht einfach für ihn – mit der Bundesliga, der Schule usw. Es hat sich viel in seinem Leben geändert, es ist viel auf ihn eingeprasselt. Das muss Fiete verarbeiten, das gelingt von Woche zu Woche besser.

Nervosität seiner Spieler: Einige sind nervös, andere nicht. Aber das ist völlig normal. Der eine hört gerne Musik, um sich abzulenken, der andere macht ein paar Stretchingübungen. Wir haben aber in der Kabine eine Playlist mit den Lieblingssongs der Spieler. Die hören wir uns vorher an.

seine Familie: Wenn Spiele in der Nähe von Hamburg sind, ist meine Familie im Stadion. Da meine Tochter Kommunion hat, wird meine Familie das Spiel diesmal am TV verfolgen.

Motivation seiner Spieler in der Halbzeit: Ich habe viel von meinem Vater gelernt. Er war mein Trainer, hat mich erzogen. Es gibt viele Trainer, die herumschreien. Der Ratschlag meines Vaters war immer, sich mit Ruhe in die Kabine zu bewegen und klare Ansagen zu machen.  Ich versuche es immer mit Ruhe und Klarheit zu machen und eine gewisse Euphorie zu entfachen.

Lewis Holtby: Seine Leistung und seine Art sowie seine Emotionen sind sehr hilfreich. Er hilft uns weiter.

einen möglichen Klassenerhalt: Wenn wir es wirklich schaffen sollten, der Weg ist noch weit, aber dann werde ich richtig feiern und genießen. Aber bis dahin sind wir auf die nächsten Aufgaben fokussiert.

den Druck: Ich empfinde es nicht als Druck, sondern sehe als Chance. Am Ende des Tages ist es ein Fußballspiel. Genau mit dieser Einstellung gehen wir auf den Platz. Im Laufe eines Spiels nimmt die Anspannung aber zu. Als Trainer kann man während des Spiels nicht mehr einwirken. Ich freue mich, dass wir als Mannschaft so ein Spiel bekommen haben.

seine Erwartungen ans Spiel: Ich glaube, es wird ein Spiel sein, das sehr stark von kämpferischen Elementen geprägt sein wird.  Entscheiden ist, wie gut wir die PS auf den Platz bringen können. Ich erwarte von meinem Team, dass wir von Beginn an drauf gehen. Ich glaube, wir werden eine gute Kulisse haben. Das Spiel ist von der Spannung geprägt.

Didavis Aussagen: Das sind für mich normale Aussagen im Fußball. Das ist Säbelrasseln. Es ist ratsam , Fußball mit dem Fuß und nicht mit dem Mund zu spielen.

die Erfahrung im Abstiegskampf: Was bei uns in Kraft getreten ist, ist, dass die Fans und die Mannschaft wieder daran glauben. Es ist so, wenn man sich mit Spielern unterhält, die Erfahrungswerte haben, dass man diesen Glauben wecken kann. Und der Glaube ist bei uns vorhanden.

seine Retter-Rolle: Sie können mir glauben, ich habe mich nie mit dem Thema befasst, ob ich ein Retter sein könnte. Es ging nur darum, erfolgreicher mit der Mannschaft zu arbeiten. Ich bin Ideengeber, aber ohne Mannschaft und Mitstreiter wäre dies nicht möglich. Mit zu viel Hektik und Reden kann man im Fußball nicht so viel erreichen. Wir sind von dem überzeugt, was wir tun. Der Glaube gilt meiner Mannschaft.

seine Kabinen-Ansprache: Ich bin eher der spontane Typ. Man hat über die Jahre ein paar Möglichkeiten im Repertoire. Ich weiß, was ich sagen möchte, spiele aber auch gerne mit der Spontanität.

Bobby Wood: Grundsätzlich würde ich nicht von gesetzt sprechen. Aber Bobby hat sehr gut trainiert. Er ist im Aufwind, hat es im letzten Spiel gut gemacht. Als Trainer ist es dankbar, wenn mann mehrere Optionen zur Verfügung hat.

den Teamabend beim Griechen: Die Jungs genießen diese Zusammenkünfte. Wir essen gemeinsam und tauschen uns aus.

die Angst vor einer Niederlage: Fokus gilt ganz klar der Zielsetzung, dass wir drei Punkte in Wolfsburg holen wollen. Ich weiß um die Schwere der Aufgabe. Wir beschäftigen uns nur mit der kommenden Partie, nicht mit dem, was danach eventuell folgen könne.

das Umfeld: Wir haben Ruhe, es ist sehr angenehm. Wir haben es geschafft, eine gewisse Euphorie zu entfachen. Die Fans haben wieder Hoffnung, wir schauen mit einem guten Gefühl nach Wolfsburg. Ich kann den VfL Wolfsburg nicht beurteilen, aber wir waren abgeschlagen und kommen jetzt von hinten. Die vor einem stehen, haben mehr zu verlieren. Das ist ein 50/50-Spiel für uns. Es ist wie ein Viertelfinale für uns. Die mentale Stärke wird entscheidend sein.

die Stimmung im Team: Ich finde wir haben einen guten Mix aus Selbstvertrauen und Spannung. Wir freuen uns, dass wir die Chance bekommen, so ein Spiel mit solch wichtiger sportlicher Bedeutung bestreiten zu können.

die Personalsituation: Stand heute sind Hunt, Papadopoulos und Pollersbeck einsatzfähig.

das Spiel in Wolfsburg: Wir brauchen eine gute Leistung, Willenstärke und ein Tor mehr als Wolfsburg. Wenn wir das abrufen können, was wir uns vorgenommen haben, haben wir gute Chancen, drei Punkte mitzubringen.