Viele Profis sind in der Vergangenheit vom HSV zu den Bayern gewechselt. Aber genau wie jetzt Nachwuchs-Torjäger Manuel Wintzheimer haben auch schon einige Spieler den Weg von der Isar an die Elbe gefunden. Positive Beispiele sind Marcell Jansen (2008), Paolo Guerrero (2006), Piotr Trochowski (2005), Markus Babbel (1992, Leihe) oder Armin Eck (1989). Das lässt zumindest auf eine positive Entwicklung bei Wintzheimer hoffen.

Nach zweiwöchiger Trainingspause wegen einer Oberschenkelprellung ist Frankfurts Kevin-Prince Boateng genau wie Carlos Salcedo, der zuletzt wegen eines Schlüsselbeinbruchs ausgesetzt hatte, ins Mannschaftstraining der Eintracht zurückgekehrt. Beide könnten am Sonnabend gegen den HSV im Aufgebot der Hessen stehen.

Wie intensiv Nicolai Müller derzeit schon im Training mitmischt, macht viel Hoffnung auf sein baldiges Comeback. Kann der Langzeitverletzte vielleicht sogar schon für das Spiel am Sonnabend in Frankfurt ein Thema werden? „Ich glaube, dass Nicolai noch braucht, um in die Zweikämpfe hereinzukommen. Das ist der letzte Schritt, den man nach solch einer Verletzung gehen muss. Erfahrungsgemäß dauert das ein paar Wochen“, erklärte Trainer Christian Titz. Müller hatte sich bekanntlich beim Torjubel am ersten Spieltag gegen Augsburg das Kreuzband gerissen.

Nicolai Müller beim HSV-Training am 1. Mai (Foto: Witters)

Ob Christian Titz in der kommenden Saison Manuel Wintzheimer dann auch trainieren wird, ist noch offen. Jedenfalls freut sich der aktuelle HSV-Coach über den Transfer des Bubi-Bombers vom FC Bayern. „Er ist ein echter Strafraumstürmer, denkt nicht lange nach sondern trifft Entscheidungen“, so Titz, der Wintzheimer selbst mehrfach live beobachtete. „Schön, dass sich solche Talente für uns entscheiden“, schob Titz nach. „Diese Spieler haben mittlerweile großes Vertrauen in diesen Verein und das, was hier aufgebaut wurde.“

Manuel Wintzheimer in seinem neuen Wohnzimmer, dem Volksparkstadion. (Foto: Witters)

Nicht ganz fair vom HSV: Die U19 verzichtet auf ihr Pokal-Viertelfinale am Mittwoch gegen Eintracht Norderstedt, um Kräfte für die Bundesliga zu schonen. Dort geht es am Sonnabend bei Werder Bremen um den Titel und das Erreichen des Halbfinals der deutschen Meisterschaft. Rang drei hat der HSV in jedem Fall sicher, steht damit automatisch im DFB-Pokal – und braucht deshalb den Weg über den Hamburger Pokal nicht mehr. Trainer Daniel Petrowsky erklärte: „In Anbetracht des Spiels am Sonnabend und der damit verbundenen historischen Chance haben wir beschlossen, uns nur auf das Bremen-Spiel zu fokussieren und alle Kräfte für dieses Spiel zu bündeln.“

Zweieinhalb Stunden vor dem Spiel der Profis steht auch für die U19 des HSV ein enorm wichtiges Spiel an. Um 13 Uhr spielt die Mannschaft von Trainer Daniel Petrowsky bei Werder Bremen um die Nord-Meisterschaft und den damit verbundenen Einzug ins Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft. Vor dem letzten Spieltag hat der HSV einen Punkt Vorsprung vor Hertha BSC und Werder. Gut möglich ist daher, dass erneut Fiete Arp bei der U19 aushilft. „Wir wollen schon, dass die A-Jugend ins Halbfinale einzieht und werden uns da gemeinsam mit ihm und dem Trainer in dieser Woche hinsetzen, um zu schauen, was das Beste ist“, sagte Trainer Christian Titz, der sich aber nicht festlegen wollte, ob es wahrscheinlicher sei, dass Arp für die Profis oder für die U19 aufläuft. „Beides ist vorstellbar.“ Dass Arp am vergangenen Sonntag beim 0:3 der U19 gegen Dynamo Dresden ausgeholfen hatte, habe mehrere Gründe gehabt. „Zum einen hatte er noch Abiturprüfungen, zum anderen ging es darum, dass er Spielpraxis bekommt“, sagte Titz. „Er ist ein junger Spieler und braucht Spielpraxis. Wenn er bei uns nicht die Einsatzzeit bekommt, dann soll er in der U19 oder in der U21 spielen.“